widerst at nd mund: Donnerstag, 7. Dezember 2006
MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
analle at no-racism.net
Do Dez 7 03:40:41 CET 2006
widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr
www.no-racism.net/mund
Donnerstag, 7. Dezember 2006
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A) INHALT
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01 dringender aufruf, ZiB 1, proteste gegen Ilisu, heute 9:30am !
Von: WADI Austria <wadi.wien at gmx.at>
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02 Unkenruf: Unterstützung für Marea Alta
Von: frauenhetz <office at frauenhetz.at>
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ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN
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03 Kauf!- und Wegwerfwahn Radio Stimme 7.12.2006
Von: Initiative Minderheiten Newsletter
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04 [SOSMM - Info] Ute Bock-Preis, Noment, Haut und Himmel
Von: SOS Mitmensch <info at sosmitmensch.at>
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05 [Depot-news] Programm 14. Dezember
Von: depot-news at mailman.sil.at <depot-news at mailman.sil.at>
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06 15.12.2006 - Underdogfilmfest Soli Party
Von: Underdogfilmfest <info at underdogfilmfest.org>
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07 new ausgabe transversal: polture and culitics
Von: eipcp <contact at eipcp.net>
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INTERNATIONALE SOLIDARITÄT
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08 LehrerInnenstreik Griechenland
Von: agm <agm at agmarxismus.net>
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MELDUNGEN UND MEINUNGEN
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09 Folteropfer in Schubhaft
Von: office at asyl-in-not.org <office at asyl-in-not.org>
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10 Presseinformation der HOSI Linz: Gesetze
gelten auch für die Landesregierung
Von: HOSI Linz <ooe at hosilinz.at>
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11 Antisemitismus in Österreich / ÖGB neu?
/ Solidarität schenken / Lobau
Von: AL-Antifaschistische Linke <al at sozialismus.net>
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12 KPÖ/Mindestlohn/Einkommen
Von: KPÖ-Information <info at kpoe.at>
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B) TEXTE
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01 dringender aufruf, ZiB 1, proteste gegen Ilisu, Donnerstag 9:30am
Von: WADI Austria <wadi.wien at gmx.at>
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Liebe FreundInnen, wir leiten folgendes mail weiter und bitte euch, morgen zur Protestkundgebung zu kommen!
Das ist ein wichtiger Hilferuf.
Die Türkische Botschaft (Prinz-Eugen-Straße 40) wird am Donnerstag, also morgen, um 10am eine Pressekonferenz
machen, bei der dargestellt werden soll, dass die Menschen ohnehin für den Ilisu Staudamm sind.
Nachdem auch das Fernsehen (ZiB 1) anwesend ist, sollten wir in großer Zahl anwesend sein, und beweisen, dass die türkische Darstellung der Dinge unrichtig ist, und dass der Protest gegen das katastrophale Ilisu-Staudamm-Projekt in der Türkei auf breiter Basis steht.
Treffpunkt:
DONNERSTAG, 7 Dez. 9.30h. (pünktlich, wir gehen dann zusammen zur Botschaft)
Beim Denkmal (vor dem Springbrunnen) am Schwarzenbergplatz.
Bitte kommt unbedingt zum Treffpunkt, und nehmt im Idealfall möglichst viele Freundinnen und Freunde mit.
Wir bitten um Verbreitung dieses mails.
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Und hier nochmals die Einladung zur Veranstaltung morgen Abend, bei der es um das Ilisu-Staudammprojekt geht:
Entscheidung über weltweit umstrittenes Staudammprojekt fällt in Wien.
Betroffene und Verantwortliche stellen sich der Diskussion.
Zeit: 7. Dezember 2006 um 19.00 Uhr
Ort: Diplomatische Akademie, Favoritenstrasse 15a, 1040 Wien
In wenigen Wochen soll in Wien die Entscheidung über das derzeit wohl
umstrittenste Staudammprojekt der Welt fallen: In der Türkei könnte am
Tigris unter österreichischer Führung ein gigantischer Stausee entstehen.
Befürworter sprechen von einem wesentlichen Beitrag zur Energieerzeugung.
Kritiker warnen vor der Zerstörung eines der wichtigsten Täler der
Menschheitsgeschichte, sowie dramatischen menschenrechtlichen und
ökologischen Folgen.
Angesichts der bevorstehenden Entscheidung kommt Osman Baydemir,
Oberbürgermeister von Diyarbakir - der mit 1,3 Mio. Einwohnern größten
Stadt der Region - nach Wien, um über die Auswirkungen des Projekts und die
Sichtweise der lokalen Bevölkerung zu informieren.
Es diskutieren:
Osman Baydemir ? Bürgermeister von Diyarbakir
Ahmet Yaras ? Professor für Archäologie/Trakya Universität
Rudolf Scholten ? Vorstand Österreichische Kontrollbank (angefragt)
Alfred Finz ? Staatsekretär Finanzministerium (angefragt)
Wolfgang Leitner ? Vorstandsvorsitzender Andritz AG (angefragt)
Hildegard Aichberger ? Geschäftsführung WWF Österreich
Nonno Breuss ? Koordinator Eca Watch
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WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische
Entwicklungszusammenarbeit
e-mail: wadi.wien at gmx.atwebsite: www.wadinet.atTel.: 0699-11365509
Postfach 105
A-1181 Wien
Neues Spendenkonto in Österreich:
Knt. Nr.: 6.955.355
BLZ: 32.000 Raiffeisen Landesbank NÖ
IBAN AT4432 0000 0006 955355
BIC (SWIFT) RLNWATWW
Im Oktober 2006 erschien die zweite Ausgabe von: WADI-News,
Schwerpunkt: Minderheiten und Dominanzkultur im Nahen Osten.
Wird kostenlos per Post zugeschickt, schicken Sie uns Ihre Adresse!
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02 Unkenruf: Unterst ü tzung f ü r Marea Alta
Von: frauenhetz <office at frauenhetz.at>
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Liebe Frauen, Liebe Freundinnen,
Das Marea Alta braucht unsere Unterstützung!
In einer Auseinandersetzung mit dem Eigentümer werden kurzfristig Kosten für Rechtsbeistand und eine Mietzinsvorauszahlung fällig.
Wir schätzen das Marea Alta als einen Ort an dem sich verschiedene Szenen und Szenerien mischen können. Mit viel Liebe und wir wissen gar nicht wie, wurde das Lokal für vielfältige Zwecke hergerichtet und in den vergangenen Jahren bespielt.
Spenden an:
Verein Marea Alta
Bawag (Blz. 14000)
K.nr. 03910813248
herzliche Grüße,
für die Frauenhetz:
Miriam Wischer
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ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN
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03 Kauf!- und Wegwerfwahn Radio Stimme 7.12.2006
Von: Initiative Minderheiten Newsletter <news at initiative.minderheiten.at>
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RADIO STIMME - DIE SENDUNG DER INITIATIVE MINDERHEITEN
Donnerstag, 07. 12. 2006
13.00 Uhr, Orange 94.0 / Wien
Kauf!- und Wegwerfwahn
Radio Stimme berichtet über Projekte, die sich gegen den Konsum- und Wegwerfwahn
unserer Gesellschaft und gegen den besonders in der Vorweihnachtszeit
verstärkten Kaufzwang stellen. Am Samstag 25.11.2006 fand der interationale
„kauf nix“ Tag bereits das 9. Mal in Wien statt. In Liegestühlen faulenzende
Weihnachtsmänner riefen auf der Mariahilferstraße die PassantInnen zum
Nicht-Kaufen auf. Die Organisatoren der Aktion wollen auf die ungerechte
Güterverteilung aufmerksam machen und gerade in der vom Kaufwahn geplagten
Vorweihnachtszeit die Menschen zu bewussterem (Nicht)Kaufen bewegen.Vor mehr
als einem Jahr wurde der erste Kostnixladen in Wien eröffnet, in dem jedeR
gratis "einkaufen" kann. Initiator ist der Verein W.E.G., Wertkritische
Emanzipatorische Gegenbewegung, der damit eine grundsätzliche Kritik an dem
unreflektierten Wachstumsdogma des neoliberalen Kapitalismus und der
Wegwerfmentalität der Gesellschaft formulieren möchte. Die Wiener Tafel
wiederum sammelt überschüssige aber unverdorbene Lebensmittel und
Hygieneartikel aus Industrie und Handel und beliefert damit kostenlos soziale
Einrichtungen wie Obdachlosenherbergen und Flüchtlingshäuser.
-
Diese Sendung wird weiters ausgestrahlt auf:
FREIRAD (Innsbruck) Do, 14.12.2006, 12.00 Uhr
Radio AGORA (Kärnten) Do, 14.12.2006, 19.00 Uhr
Radio HELSINKI (Graz) Sa, 16.12.2006, 19.00 Uhr
Radio FRO (Linz) So, 17.12.2006, 11.00 Uhr
******
-> Sendung verpaßt? Das Internet-Archiv.
Diese und alle anderen Ausgaben von Radio Stimme sind in unserem digitalen
Sendungsarchiv jederzeit als Download und Stream abrufbar:
http://www.initiative.minderheiten.at/Radio
******
-> Sendung über's Internet hören.
Die Sendungen sind über den Internet-Livestream der Radiosender zur jeweils
angegebenen Sendezeit auch über das Internet zu hören.
Orange 94.0: http://streamintern.orange.or.at/live3.m3u
FREIRAD: http://www.freirad.at/live.m3u
Radio AGORA: http://www.cartwall.at/agora_mp3.m3u
Radio FRO: http://www.fro.at/livestream.php
HELSINKI: http://www.helsinki.at/live-stream.php
--
Radio Stimme – Die Sendung der Initiative Minderheiten
Das politische Magazin zu den Themen Minderheiten - Mehrheiten -
Machtverhältnisse
on air:
Wien - Do, 13.00 Uhr - Orange 94.0 - http://www.orange.or.at
Innsbruck - Do, 12.00 Uhr - FREIRAD - http://www.freirad.at
Kaernten - Do, 19.00 Uhr - Radio AGORA - http://www.agora.at
Graz - Sa, 19.00 Uhr - Radio Helsinki - http://www.helsinki.at
Linz - So, 11.00 Uhr - Radio FRO - http://www.fro.at
on line:
weltweit - jederzeit - http://www.initiative.minderheiten.at
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04 [SOSMM - Info] Ute Bock-Preis, Noment, Haut und Himmel
Von: SOS Mitmensch <info at sosmitmensch.at>
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*** Ute Bock-Preis an Ehe ohne Grenzen
*** Noment#6: Österreich heute
*** Haut und Himmel
*** UTE BOCK-PREIS AN EHE OHNE GRENZEN
Der Ute Bock-Preis für Zivilcourage geht heuer an die Initiative Ehe
ohne Grenzen. Die Verleihung findet auf Einladung von Präsidentin
Barbara Prammer am 13. Dezember 2006 im Österreichischen Parlament
statt. Da dort keine öffentlichen Veranstaltungen möglich sind, laden
SOS Mitmensch und die Initiative Ehe ohne Grenzen alle Interessierten zu
einem anschließenden Fest im "Dschungel" im Wiener Museumsquartier ein.
Die PreisträgerInnen kämpfen seit Beginn des Jahres um ihr Recht auf
Familienleben. Durch das neue Fremdenrecht hat sich die Rechtsstellung
von ausländischen Eheleuten dramatisch verschlechtert: Fehlende
Übergangsbestimmungen, Falschinformationen von Behörden und erschwerte
Zugangsvoraussetzungen haben bewirkt, dass nun viele von Schubhaft und
Abschiebung bedroht sind. Der Preis ist heuer ausnahmsweise mit 5.000
Euro dotiert, eine Spende der Western Union Financial Services. >>
http://www.sosmitmensch.at/stories/1247
*** NOMENT #6
Eine bereits eingestellte Zeitschrift hat die Markenrechte auf den
Namen "Moment" geltend gemacht. Da wir uns einen Rechtsstreit nicht
leisten können, heisst die nächste Nummer unserer Menschenrechtsgazette
"Noment". Sie erscheint am 13. Dezember 2006 und kann dann von der
Website von SOS Mitmensch und in der Strassenkolportage der Bunten
Zeitung bezogen werden. Schwerpunkt: Österreich Heute, eine
Bestandsaufnahme nach der Abwahl von Schwarzblau/orange. Raimund Löw hat
die Studenten-Bewegung noch nicht abgeschrieben, Marlene Streeruwitz
will die Sprachlosigkeit beenden und Andreas Görg Konflikte um die
richtigen Themen anheizen. Wir wünschen interessante Momente. >>
http://www.sosmitmensch.at/
*** HAUT UND HIMMEL
Veranstaltungstip: Noch bis 20. Jänner lauft „Haut und Himmel“, das
erste Theaterstück des aus Bulgarien stammenden Romanciers Dimitre Dinev
im Rabenhof Theater. Ein Stück über die Liebe in den Zeiten des Krieges,
die Möglichkeit in der Unmöglichkeit, den Sieg der Liebe über den Tod.
„Dinev variiert das Thema der Liebe zu einem Totentanz und beweist, dass
selbst am Ende der Hoffnung die Kraft der Liebe bestehen bleibt“, meint
Regisseur Hans Escher. >> http://www.rabenhof.at
*** Ende
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05 [Depot-news] Programm 14. Dezember
Von: depot-news at mailman.sil.at <depot-news at mailman.sil.at>
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Donnerstag, 14. Dezember, 19.00
Geschichtspolitik und Erinnerungskultur
Buchpräsentation mit Diskussion zu Herausforderungen und Strategien
Mit den rechtskonservativen Regierungsfeierlichkeiten 2005 hat auch die Anzahl
der NS-Verharmlosungen erneut zugenommen. 2007 werden für das "Haus der
Geschichte" wichtige Entscheidungen getroffen, schon ein Jahr später wird
Österreich der Auslöschung durch das NS-Terrorregime 1938 gedenken. Damit
stehen Geschichtspolitik und Erinnerungskultur vor neuen
Herausforderungen und strategischen Diskussionen. Der Anfang Dezember 2006
erscheinende Essay-Band rebranding images sucht aus verschiedenen streitbaren
Perspektiven die diskursive Konfrontation mit der Produktion von
Identitätsbildern und historischen Mythen und fördert damit die
Auseinandersetzung mit historischer Verantwortung, Wiedergutmachung und
politischem Neubeginn.
Die HerausgeberInnen Katharina Wegan und Martin Wassermair im Gespräch mit den
BuchautorInnen Marlene Streeruwitz und Vrääth Öhner.
Martin Wassermair, Katharina Wegan (Hg.): rebranding images. Ein streitbares
Lesebuch zu Geschichtspolitik und Erinnerungskultur in
Österreich. Wien: Studienverlag 2006.
http://oesterreich-2005.at/projekte/rebranding_images/vorschau.pdf
http://www.wassermair.net/texte/rebranding_images_editorial
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Depot
Breitegasse 3
A-1070 Wien
Tel: +43 1 522 76 13
www.depot.or.at
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06 15.12.2006 - Underdogfilmfest Soli Party
Von: Underdogfilmfest <info at underdogfilmfest.org>
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15.12.2006, 20:30: UNDERDOGFILMFEST SOLI PARTY
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Das erste underdog filmfest fand vom 9.- 12. März 2006, in Wien statt.
Prinzip des
Filmfestes ist es, alle eingesendeten Filme oder Kurzfilme zu zeigen.
Zugangsbeschränkung obliegt einzig auf Beiträge mit rassistischen,
sexistischen oder
homophoben Inhalten, diese sind automatisch von der Teilnahme
ausgeschlossen. Es
gibt keinen Wettbewerb auf dem Festival, es hat sich einzig zum Ziel
gesetzt,
Filmschaffenden die Möglichkeit bieten, aus dem Schatten der Anonymität zu
treten.
Das underdog filmfest soll im April 2007 wieder stattfinden, und um dies
gebührend
zu feiern laden wir schon jetzt zu einer Filmnacht mit anschließender
Feier.
Wir zeigen am , um als super special preview screening erstmalig
den Film "5 1/2 Roofs" von Sepp R. Brudermann.
(Trailer gibts auf http://www.youtube.com/watch?v=C6W0zB1j9aA
(Link: http://www.youtube.com/watch?v=C6W0zB1j9aA ))
Erzählt werden 6 Geschichten über Leute die in Squats leben und deren
politische
Überlebenskämpfe.
Die Musik zum Film lieferte Gustav, die nach dem Film auch mit ihrer Band
Gustav und
Friends spielen wird.
Wir freuen uns auf euer hoffentlich zahlreiches Kommen, das
underdogfilmfest kollektiv.
Ort: EKH, Wielandgasse 2-4, 1100 Wien (Nähe U1 Reumanplatz)
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07 new ausgabe transversal: polture and culitics
Von: eipcp <contact at eipcp.net>
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polture and culitics
transversal webjournal
Es ist nicht Aufgabe der (kulturellen) Übersetzung, eine sofortige Lösung für die Probleme der europäischen Integration zu liefern, sondern den allgemeinen Autismus des Projekts selbst radikal zu durchbrechen. Sie muss die am meisten gefürchteten und deshalb unterdrückten Wahrheiten in das Konzept von Europa einbringen: vor allem das verstörende Erbe seiner kolonialen Vergangenheit, die subversive Bedeutung seiner postkolonialen Gegenwart und die weitreichenden Konsequenzen seiner transnationalen Perspektive. Die Aufgabe liegt darin, den Größenwahn einer allmächtigen und selbstgenügsamen Kultur, die Europa zu sein vorgibt, in das zu übersetzen, was sie wirklich ist, nämlich eine arme, autistische Politik der Angst vor dem Neuen und Unbekannten – natürlich um diese radikal zu verändern.
http://translate.eipcp.net/transversal/1206
Boris Buden: Übersetzung ist unmöglich. Fangen wir also an.
Kien Nghi Ha: Die Grenze überqueren? Hybridität als spätkapitalistische Logik der kulturellen Übersetzung und der nationalen Modernisierung.
Rada Ivekovic: Die allgemeine Desemantisierung: Globale Sprache und Hegemonie
Suzana Milevska: Nicht ganz nacktes Leben: Ruinen der Repräsentation
Yann Moulier Boutang:Kultegration und Grenzverhängnis: Neue Grenzen der Demokratie in der EU
Anne Querrien: Übersetzen, verschieben, pflegen, erschaffen. Eine minoritäre Tätigkeit
Simon Sheikh: Krieg der Worte: Anmerkungen im Rückblick auf Muhammadgate
Françoise Vergès: Sklavenhandel und das System der Sklaverei. Blinde Flecken im französischen Denken
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translate. Beyond Culture: The Politics of Translation
http://translate.eipcp.net/
eipcp - european institute for progressive cultural policies
a-1060 vienna, gumpendorfer strasse 63b
a-4040 linz, harruckerstrasse 7
contact at eipcp.net
http://www.eipcp.net
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INTERNATIONALE SOLIDARITÄT
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08 LehrerInnenstreik Griechenland
Von: agm <agm at agmarxismus.net>
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L e h r e r I n n e n s t r e i k i n G r i e c h e n l a n d
Die griechischen VolkschullehrerInnen haben im September/Oktober 6 Wochen für höhere Löhne und gegen die Privatisierung der Bildungssysteme gestreikt – ohne Streikgeld wohlgemerkt (was den handzahmen österreichischen GewerkschaftsfunktionärInnen zeigt, dass mit dem nötigen Kampfgeist und Engagement auch ohne große Finanzmittel massive Arbeitskämpfe zu führen sind).
Folgende Analyse des Streiks haben wir von der griechischen trotzkistischen Organisation OKDE, die die Zeitung ErgatikiPali (Arbeiterkampf) herausgibt und von der zahlreiche Mitglieder am Streik beteiligt waren, bekommen:
D e r K a m p f
g e g e n d i e P r i v a t i s i e r u n g d e r B i l d u n g
g e h t w e i t e r !
Diesen Herbst streikten die Grundschul-LehrerInnen für 6 Wochen. Dieser Streik, unterstützt von den SchülerInnen, deren Eltern und den StudentInnen, war ein wichtiger Schritt vorwärts auf dem Weg zu einem kostenlosen, vereinheitlichten und staatlich getragenen Bildungswesen in Griechenland. Auch wenn der Streik nicht erfolgreich war, so schuf er doch die Vorraussetzungen für eine siegreiche Bewegung gegen die Bildungspolitik von EU und Regierung, die auf die Privatisierung der Bildung abzielen. Der LehrerInnen-Streik war eine Fortsetzung der siegreichen StudentInnen-Proteste im Mai/Juni dieses Jahres und kann vor allem in folgenden Punkten als erfolgreich betrachtet werden:
1. Aufdecken der Ergebnisse der neoliberalen Bildungspolitik. Die Politik von EU und Regierung, die eine völlige Privatisierung anstrebt, wird nun leichter von den Menschen auch als solche erkannt. Es gibt ein weit verbreitetes Gefühl dafür, dass die „Reformen“, die schon durchgeführt wurden oder erst angekündigt werden, die Probleme nicht lösen werden, sondern nur zur totalen Privatisierung und Auflösung jeder staatlichen Bildungsversorgung führen.
2. Formulieren von Forderungen, die die neoliberale Politik angreifen. Während die Forderungen der Vergangenheit eher defensiv waren (z.B. Abwehr eines bestimmten Gesetzesentwurfs der Regierung), so zielte dieser Streik darauf ab, die Lohnpolitik der Regierung anzugreifen und substantielle Loherhöhungen zu erreichen, den staatlichen Anteil am Bildungssystem zu erhöhen und die Privatisierung zu blockieren.
3. Die Schaffung eines Bündnisses aller Bildungssektoren (LehrerInnen, SchülerInnen, StudentInnen).
4. Gemeinsam mit der StudentInnenbewegung konnte eine Situation geschaffen werden, die, zumindest für kurze Zeit, die Umsetzung der „Regierungsreformen“ behindert. Sowohl die Regierung als auch die Bevölkerung weiß sehr genau, dass jeder neue Angriff der Regierung sehr viel schneller Reaktionen und Kampfmaßnahmen von LehrerInnen, SchülerInnen und StudentInnen auslösen kann als zuvor. Deshalb wurde etwa die parlamentarische Debatte um einen Zusatz zu Artikel 16 der Verfassung (der den Staat zur Finanzierung der öffentlichen Bildung verpflichtet und Privatuniversitäten verbietet) ebenso wie das neue Universitätsgesetz verschoben. Im Moment ruft die Regierung zu einem „offenen Dialog“ auf, um die Lage zu beruhigen.
Nichts desto trotz wird die rechtsgerichtete Regierung, unterstützt von der oppositionellen sozial-liberalen PASOK und der Gewerkschaftsbürokratie, versuchen, neue Angriffe auf die öffentliche Bildung zu organisieren. Schließlich ist die Privatisierung des Bildungssektors eines der zentralen Anliegen aller EU-Regierungen. Diese „Reformen“ werden aber nicht darauf beruhen, dass eine starke Regierung die Bevölkerung von dieser Politik überzeugt hätte! Die Reformen müssen mit autoritärer Politik und Polizeigewalt durchgesetzt werden und die Regierung wird versuchen, die Schwächen der Bewegung von LehrerInnen, SchülerInnen und StudentInnen auszunutzen.
Die Schwächen des Streiks
Die Debatte über die Schwächen des LehrerInnen-Streiks ist notwendig, um diese Schwächen zu überwinden, damit zukünftige Kämpfe effektiver sein können und zum Sieg führen. Unserer Ansicht nach gab es drei zentrale Schwächen:
1. Der Streik begann zu früh, ohne ausreichende Vorbereitung, ohne breite Informationskampagnen unter gewerkschaftlich organisierten LehrerInnen und ohne Beteiligung dieser LehrerInnen an den wesentlichen Entscheidungen im Verlauf des Streiks. Zeitpunkt und Forderungen wurden im Rahmen des DOE Kongresses (der Gewerkschaft der Grundschul-LehrerInnen) im Juni festgelegt. Das Ergebnis war, dass der Streik nur eine Woche nach Ferien-Ende begann, eine ausreichende Vorbereitung war deshalb unmöglich. Die Hauptverantwortung für dieses Vorgehen trifft die PASK (GewerkschafterInnen, die von der PASOK unterstützt werden). Ihr Ziel war ein Streik, der sich auf die Grundschul-LehrerInnen beschränkte und nur kleine Lohnforderungen durchsetzen wollte. PASK versuchte jede Diskussion der LehrerInnen über die neoliberalen Reformen und die Privatisierung der Bildung abzuwürgen, weil PASOK diese Politik unterstützte und als frühere Regierungspartei selbst solche Gesetze gefordert hatte. Aus dem gleichen Grund unterdrückte PASK die Instrumente der Gewerkschaftsbasis (Streikentscheidungen durch Generalversammlungen, Direktwahl von Streik-Komitees etc.), um nicht die bürokratische Kontrolle über die Bewegung zu verlieren. Diese Politik der PASK führte schon 1997 zur Niederlage eines militanten Streiks des Mittelschulsektors. Paremvaseis (GewerkschafterInnen der radikalen Linken, hauptsächlich stalinistischen oder maoistischen Ursprungs) sind ebenso verantwortlich für die Schwäche des Streiks, weil sie mit der PASK zusammengearbeitet haben, aber nichts taten, um den Streik vor der Kotrolle durch die Bürokratie zu schützen. Die Führung der Paremvaseis behauptet, die Zusammenarbeit mit PASK während des DOE Kongresses und der Beginn des Streiks im September wären unausweichlich gewesen, da es keine andere Möglichkeit gegeben hätte einen andauernden Streik im Bildungswesen zu initiieren. Der Prozentsatz der Streik- Beteiligung und die kämpferische Einstellung der Mehrheit der LehrerInnen zeigt klar, dass diese Behauptung falsch ist. Es gab weit verbreitete Wut über die neoliberale Politik unter den LehrerInnen und der Ausbruch eines kämpferischen Streiks wäre bei ausreichender Vorbereitung jederzeit möglich gewesen. Entscheidungen durch die Generalversammlungen, Vorbereitung und Organisation des Streiks durch offene Komitees und das Aufstellen der Hauptforderungen durch die LehrerInnen hätten den Kampf verstärkt und zu besseren Ergebnissen geführt.
2. Eine zweite Schwäche war die geringe Beteiligung an Versammlungen und Komitees. Der Grund dafür war die (richtige) Überzeugung der meisten LehrerInnen, dass der DOE ohnehin die wichtigen Entscheidungen selbst treffen würde. Es wurden zwar eine Reihe von Streik-Komitees gegründet, diese wurden aber weder durch General-Versammlungen gewählt noch durch sie kontrolliert und verlangten auch nicht von der DOE-Führung in die Verhandlungen mit der Regierung eingebunden zu werden. Dieses Vorgehen verringerte den Druck auf die Regierung und entzog die Gewerkschaftsführung während der Verhandlungen jeder Kontrolle durch die Basis. Nur die Dynamik und der Einsatz der kämpferischen LehrerInnen verhinderten einen Ausverkauf des Streiks! Der Präsident der DOE (Mitglied von PASOK und PASK) verwendete zwar radikale Rhetorik, bettelte aber gleichzeitig die Regierung um kleine Zugeständnisse an, um den Druck der Basis zu verringern. Niemals sprach er die Probleme an, die eine Mehrheit der LehrerInnen sehr konkret betraf. Unter diesen Vorraussetzungen konnte die Regierung eine Medienkampagne gegen den Streik lancieren. Dass es der Regierung nicht gelang den Streik zu diskreditieren, lag daran, dass die streikenden LehrerInnen für die Lösung der tatsächlichen Probleme kämpften (niedrige Löhne, Privatisierung etc.) und dafür viel Unterstützung der Mehrheit der Gesellschaft erhielten. In der Zwischenzeit dachte Paremvaseis nicht daran die General-Versammlungen zu ermutigen, die zentralen Entscheidungen zu kontrollieren, und arbeitete auch nicht für die Bildung von Streikkomitees. Als sich solche Komitees von selbst bildeten, wurden sie auf eine beratende Rolle beschränkt. Paremvaseis versuchte auch nicht die Koordination der Streikkomitees auf städtischer, regionaler und landesweiter Ebene zu fördern und die Unabhängigkeit dieser Strukturen gegenüber der Führung lokaler LehrerInnen-Gewerkschaften und der DOE zu stärken. Aufgrund dieser Fehler gelang es Paremvaseis auch nicht, die führende Rolle von DOE und PASK anzugreifen. Durch eine solche Koordination und ihr unabhängiges Funktionieren wären die Komitees in der Lage gewesen, dem Streik eine politische Richtung zu geben und ihre Forderungen gegen die abstrakten Positionen der PASK einzubringen. Die PAME (GewerkschafterInnen, die von der stalinistischen KKE unterstützt werden) versuchte den Streik zu nutzen, um ihren Einfluss zu vergrößern und wendete dazu Taktiken an um den gemeinsamen Kampf zu spalten. Während der Demonstrationen gingen PAME Mitglieder in separaten Blöcken und waren ganz darauf konzentriert Propaganda für die politischen Positionen der KKE zu vertreiben. Sie kümmerten sich kaum darum, wie die LehrerInnen den Streik gewinnen könnten oder um demokratische Strukturen und die Gründung von Streikkomitees.
3. Schließlich bemühten sich die BürokratInnen von PASK und DAKE (Gewerkschaftsfraktion der rechts-gerichteten Regierungspartei) die Einheit zwischen Grund- und Mittelschul-LehrerInnen, zwischen SchülerInnen und StudentInnen unter allen Umständen zu verhindern. Eine einheitliche Front des gesamten Bildungssektors hätte einen sehr wesentlichen Sieg erringen können. Die PASK wollte die Ausweitung des Streiks in den Mittelschulbereich jedoch verhindern und deshalb blieb es auch bei einzelnen Demonstrationen der OLME (Gewerkschaft der Mittelschul-LehrerInnen), die aber nicht eingebunden werden konnten.
Unsere Vorschläge
Antepithesi, die Gewerkschaftsfraktion, die von OKDE unterstützt wird, versuchte während des gesamten Streiks auf die genannten Schwächen hinzuweisen und Vorschläge zur Beseitigung dieser Probleme einzubringen. Wir unterstützen die Streik-Komitees in jeder uns möglichen Art und betonten die Notwendigkeit, dass die wesentlichen Forderungen des Streiks in den Generalversammlungen diskutiert, definiert und abgestimmt werden müssen. Folgende Forderungen sollten eingebracht werden:
- Keine Aufspaltung des vereinheitlichten Lehrplans
- Keine Privatisierung des Schulbuch-Verlages
- Keine Joint Ventures von Staat und privatem Kapital
- Abschaffung des Gesetzes zur Privatisierung der der technischen Mittelschulen
- Abschaffung der Notenbestimmungen, die SchülerInnen vom Besuch der Universität abhalten
- Sofortige Anhebung der LehrerInnen-Gehälter um 200€ und schrittweise Anhebung des Einstiegsgehalts auf 1400€
Antepithesi betonte die Wichtigkeit der Koordination der Bewegungen der Grund- und Mittelschul-LehrerInnen, der SchülerInnen und der StudentInnen. Wir kämpften dafür, dass die Generalversammlung der Mittelschul-LehrerInnen einen gemeinsamen Streik mit den Grundschul-LehrerInnen beschließen sollte. Wir waren für die Einrichtung von Komitees, die alle Sektoren des Bildungswesens vereinen sollten, um gegen die neoliberalen Angriffe und für einen 15% Anteil des Staatshaushaltes für Bildung zu kämpfen. Ab jetzt ist es von größter Wichtigkeit eine gemeinsame „Bildungs-Front“ zu errichten und eine Wiederherstellung der LehrerInnen-Gewerkschaften zu erreichen. Folgende Schritte führen unserer Meinung nach in diese Richtung:
- Eine breite, offene Diskussion unter den LehrerInnen über die Natur der neoliberalen Angriffe und der Maßnahmen der Regierung muss gefördert werden.
- In dieser Diskussion sollte klar werden, dass die weiteren Angriffe der Regierung uns wieder zu einem Streik zwingen werden. Der letzte Streik war vielleicht der erste, mit Sicherheit aber nicht der letzte.
- Die Formierung von Gruppen oder Komitees in allen lokalen LehrerInnen-Gewerkschaften. Diese Komitees werden den nächsten Streik vorbereiten, indem sie die LehrerInnen über die Konsequenzen der neoliberalen „Reformen“ informieren und sie davon zu überzeugen versuchen an den öffentlichen Versammlungen teilzunehmen. Diese Gruppen werden auch dafür kämpfen, dass alle Entscheidungen, die den Streik betreffen, von diesen Versammlungen getroffen werden.
Antepithesi fordert alle LehrerInnen auf, uns in unserem Kampf zu unterstützen, damit wir das Kräfteverhältnis in unserer Gewerkschaften verändern und so den Sieg in den nächsten Kämpfen vorbereiten können.
Sofia Karasarlidou (OKDE-ErgatikiPali), Thessaloniki
(Übersetzung aus dem Englischen: Alexander Roedel)
Im Anschluss ein Artikel aus der letzten Nummer unserer Flugschriftzeitung roter stern, der über den erfolgreichen Streik der griechischen StudentInnen im Frühsommer berichtet:
S i e g f ü r g r i e c h i s c h e S t d u e n t I n n e n
Im vergangenen Frühsommer brachten die griechischen StudentInnen mit einer Reihe von radikalen Protesten die, von der Regierung geplanten, neoliberalen Umstrukturierungsmaßnahmen für die Universitäten zu Fall. Die Gründe für die Entstehung dieser Bewegung waren unter anderem die ständig stärker werdenden Angriffe von EU und griechischer Regierung.
Einerseits hatte sich sowohl der individuelle Kampf gegen die Probleme, als auch der Versuch aller Parteien – von neoliberal bis reformistisch – die tausenden Proteste zu kanalisieren als ineffektiv erwiesen, andererseits haben verschiedenste Mobilisierungen wie etwa am ESF (Europäisches Sozialforum) in Athen und die ersten gelungenen Besetzungen im Mai 2006 gezeigt, dass kollektive Aktion zu Erfolgen führt.
Der wahrscheinlich wichtigste Grund für die Entstehung und das Wachstum der Bewegung war aber die drohende Abstimmung des neuen Bildungsgesetzes. Dieser Gesetzesentwurf machte klar, dass die EU nur eines im Sinn hat, wenn sie von Bildung spricht: den Umbau von Universitäten zu Unternehmen durch massive Einsparungsmaßnahmen der Regierung und die neoliberale Umstrukturierung des Bildungsbereichs. Durch dieses Gesetz sollte Wissen zur Ware und Bildung zur Privatsache mit Klassencharakter gemacht werden.
Die Bewegung der StudentInnen entwickelte sich in 3 Phasen: In der ersten Phase (im Mai) weiteten sich die Besetzungen, die bisher nur in den wichtigsten Zentren erfolgreich waren, auf den Rest des Landes aus. Die Regierung blieb unnachgiebig und erklärte den „Dialog“ für beendet. Am 1. Juli sollte der Entwurf abgestimmt werden.
In der zweiten Phase von 1.-13. Juni befand sich die Bewegung auf ihrem Höhepunkt, Versammlungen und Demonstrationen wurden immer größer (30.000 StudentInnen am 8. Juni) und das Thema wurde in die Gesellschaft hineingetragen. Die Regierung reagierte mit Repression, besonders deutlich am 8. Juni in Athen, wo Sondereinheiten brutal vorgingen. Zur gleichen Zeit machte eine große Demonstration in Thessaloniki klar, dass die Bewegung nicht zurückweichen würde.
In der dritten Phase ab dem 13. Juni konnten die StudentInnen die Auseinandersetzung für sich entscheiden. Nach einer Regierungssitzung erklärt der Bildungsminister, dass der Gesetzesentwurf nur vorläufig gewesen wäre und natürlich noch besprochen werden müsse. Daraufhin zogen sich viele StudentInnen aus den Demonstrationen und Besetzungen zurück, die Niederlage der Regierung war aber besiegelt.
Der Sieg der StudentInnen konnte die Privatisierung der Hochschulbildung und die Attacken von EU und griechischer Regierung gegen die Universitäten stoppen. Damit gelang der erste klare Erfolg gegen die neoliberale Umwandlung der Hochschulen in Europa. Die Regierung wurde in einer kritischen Phase geschlagen, gerade als sie dabei war zu einem heftigen Schlag gegen die ArbeiterInnenklasse auszuholen.
Dieser Erfolg der griechischen StudentInnenbewegung ist nicht nur Vorbild für die griechische Bevölkerung, sondern für alle europäischen ArbeiterInnen. Die StudentInnen haben in der Praxis gezeigt, dass kollektive Aktion gegen die neoliberale Politik, unter der Kontrolle von StudentInnen oder ArbeiterInnen, den Herrschenden eine vernichtende Niederlage beibringen kann.
KonstantinosPapathanasiou (OKDE-ErgatikiPali), Ioannina/Ipiros
www.agmarxismus.net
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MELDUNGEN UND MEINUNGEN
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09 Folteropfer in Schubhaft
Von: office at asyl-in-not.org <office at asyl-in-not.org>
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Kein gutes Land
Herr Romzan ist aus Tschetschenien nach Österreich geflüchtet, wo sein Bruder als anerkannter Flüchtling lebt. Zwischendurch war er in Polen, aber er fühlte sich dort nicht sicher, weil ihm im Flüchtlingslager Agenten des prorussischen Kadirov-Regimes begegnet waren.
Bevor er nach Traiskirchen ging, suchte er meinen Rat. Ich schickte ihn zunächst zu Herrn Klasek (Verein Hemayat), einem Psychotherapeuten und Experten für Folteropfer, der eine hochgradige posttraumatische Belastungsstörung zu Folge serieller Traumatisierung feststellte.
Aus dem Befundbericht: „Kein Tag ohne Kopfschmerzen. Er sage sich ‚nicht daran denken’, aber es komme von selbst wieder. ‚Es’ stehe immer vor den Augen. Er wisse nicht, was sie mit ihm gemacht hätten. Es habe alles gegeben, auch E-Schock, aber er erinnere sich so schlecht. Er verstehe die, die ihn gefoltert hätten; sie täten nur ihren Dienst. Deshalb sei Rache kein Thema für ihn. Eigentlich wolle er sterben, ‚zack, Messer hinein’, aber die Religion lasse das nicht zu. Von der Folter könne man Krebs bekommen, das sei das Ende seiner Leiden.“
Ich konnte Herrn Romzan nicht guten Gewissens raten, nach Traiskirchen zu gehen. Ich sagte ihm, er werde dort mit Sicherheit verhaftet werden. Er solle lieber untertauchen, vielleicht käme irgendwann eine andere Regierung, in Österreich oder in Russland – aber seine Frau war mit ihm geflüchtet, sie ist schwer krank, sie braucht ärztliche Behandlung, und allein wollte er sie nicht nach Traiskirchen lassen. Was ich gut verstehen kann.
Also sind sie zusammen nach Traiskirchen gegangen. Herr Romzan sitzt seither in Schubhaft. Gemäß § 76 Fremdenpolizeigesetz. Weil die „Annahme“ nahe liegt, Polen und nicht Österreich könnte für sein Asylverfahren zuständig sein. Die Haft hat ihn schwer mitgenommen. Folteropfer einzusperren, ist neuerliche Folter und führt stets zur Retraumatisierung; Frau Prokop Liese, Ministerin für Folter und Deportation, trägt die volle persönliche Verantwortung dafür.
Der Unabhängige Bundesasylsenat (UBAS) hat meiner Berufung stattgegeben. Herr Romzan wird zum Asylverfahren in Österreich zugelassen. Trotzdem sitzt er noch in Schubhaft. Eine Haftbeschwerde ist eingebracht.
Das ist Österreich, in der Vorweihnachtszeit 2006. Kein gutes Land für Fremde auf der Flucht. Kein gutes Land für Menschen guten Willens – solange diese Regierung besteht.
Michael Genner
Asyl in Not
Währingerstraße 59
1090 Wien
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10 Presseinformation der HOSI Linz: Gesetze gelten auch für die Landesregierung
Von: HOSI Linz <ooe at hosilinz.at>
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Gesetze gelten auch für die Landesregierung
Familienkartenregelung ist Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz. HOSI Linz plant Klage.
„Wir arbeiten gerade an einer Klage gegen LH-Stv. Franz Hiesl und das Familienreferat des Landes OÖ. Dass die Familienkarte des Landes lesbischen und schwulen Paaren vorenthalten wird, ist eindeutig ein Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz,“ erklärt Vereinssprecher Gerhard Labacher. „Gerade zum Internationalen Tag der Menschenrechte erscheint es uns angebracht, festzuhalten, dass diese Diskriminierung nicht nur eine Missachtung des Willens des Oö. Landtags darstellt, sondern auch eine Menschenrechtsverletzung!“
Es könne ja nicht angehen, so der Vereinssprecher der HOSI Linz weiter, dass der Landtag – auch mit Stimmen der ÖVP – vor einem Jahr ein Antidiskriminierungsgesetz beschließe und jetzt einzelne Ressortverantwortliche glauben, sich nicht daran halten zu brauchen. Aus Sicht der HOSI Linz stelle dies einen demokratiepolitischen Misstand dar, der weder zeitgemäß noch menschenrechtskonform wäre.
„Wir fordern die Abgeordneten des Oö. Landtags auf, sich die Missachtung ihres politischen Willens nicht gefallen zu lassen und LH-Stv. Hiesl in die Schranken zu weisen. Auch Herr Hiesl muss endlich einsehen, dass Landesgesetze auch dann für Mitglieder der Landesregierung gelten, wenn ihm diese ideologisch nicht gefallen. Diskriminierung ist kein Kavaliersdelikt und passt nicht mehr in eine pluralistische und weltoffene Gesellschaft!“ Die HOSI Linz werde nötigen Falls dagegen auch mit juristischen Mitteln ankämpfen, hoffe aber immer noch, dass der Oö. Landtag in dieser Angelegenheit eine politische Lösung herbeiführe, erklärt Labacher. „Immerhin sollten die Abgeordneten ja auch ein nicht kleines Interesse daran haben, dass ihre Gesetze auch umgesetzt werden,“ so Labacher abschließend.
Für allfällige Rückfragen stehen wir Ihnen unter der Linzer Telefonnummer 0732/60 98 98 bzw. 0664/25 36 701 (Hr. Wartner) oder über E-Mail jederzeit gerne zur Verfügung.
Für die HOSI Linz
gez. Mag. Gerhard Labacher, Vereinssprecher
Linz, den 06.12.2006
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Homosexuelle Initiative Linz (HOSI Linz)
The Lesbian and Gay Movement in Upper Austria
Schubertstrasse 36/1, A-4020 Linz
Phone/Fax: ++43/732-60 98 981
E-Mail: ooe at hosilinz.at
http://www.hosilinz.at
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11 [al_news] Antisemitismus in Österreich / ÖGB neu? / Solidarität schenken / Lobau
Von: AL-Antifaschistische Linke <al at sozialismus.net>
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AL-Newsletter Nr. 182
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1. Hitler lässt grüßen. Zur Schändung der jüdischen Schule in Wien
2. Nach dem "Reformprozess": ÖGB neu?
3. Weihnachten: Solidarität schenken!
4. Kommt die Lobau unter die Räder?
5. Veranstaltungen von AL & AGM am 8.12.
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1.
Hitler lässt grüßen
Zur Schändung der jüdischen Schule in Wien
Nach einem ungeheuren Vandalenakt an einer jüdischen Schule in Wien,
bei dem nahezu 100 Fenster und Vitrinen sowie Waschbecken und WCs im
3stöckigen Schulgebäude zertrümmert wurden, wurde gleich versucht,
den Vorfall zu verharmlosen, in dem man den Täter als einen
gestörten Sonderling hinstellt, der ja ohnehin kroatischer
Staatsangehöriger ist - mit Antisemitismus und Österreich also
nichts zu tun hat!?
In der Nacht auf den 26. November ist der Vandale, der sich der
Polizei später als Adolf Hitler vorgestellt haben soll, mit einer
Eisenstange bewaffnet in die Lauder Chabad Schule im 2. Wiener
Gemeindebezirk eingebrochen und hat auf Fensterscheiben, Vitrinen
und andere Einrichtungsgegenstände eingeschlagen. Nach einer
dreiviertel Stunde wurde er dann von der Polizei gestellt, was aber
die Frage aufwirft, wie ein Einzelner einen derartigen
Verwüstungsakt alleine vollbringen konnte. Obwohl sich der Täter bei
der ersten Einvernahme deutlich antisemitisch gezeigt hatte ("Ich
kann die Juden nicht leiden.", auf die Frage weshalb, meinte dieser
nur das sei eine "zu lange Geschichte"), verkündete das Landesamt
für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT), welches die
Ermittlungen führt, dass hinsichtlich des Motivs "in alle Richtungen
gedacht wird".
Nicht unbegründet hat die Jüdische Glaubensgemeinschaft, die diese
Tat als Warnsignal versteht, große Besorgnis ausgedrückt. Nach einer
Umfrage aus dem Jahr 2001 haben 57% der ÖsterreicherInnen eher und
11% sehr "negative Gefühle gegenüber Juden". Allein im Jahr 2005
wurden 143 antisemitische Übergriffe in Österreich registriert,
davon 4 körperliche. Kein Wunder, wird doch der Antisemitismus
hierzulande kräftig von rechten Medien und den rechtextremen
Parteien FPÖ und BZÖ, die mit eindeutigen Codes wie "Ostküste"
(steht für das angeblich "mächtige Weltjudentum") operieren
angeheizt. Und die SPÖ? Anstatt als größte Kraft der
österreichischen ArbeiterInnenbewegung jedweden Rassismus und
Antisemitismus entschieden zu bekämpfen, paktiert diese Partei auch
noch mit der extremen Rechten. (Wir erinnern an die Koalition der
SPÖ mit der Haider-FPÖ (heute BZÖ) in Kärnten.)
Leon Zelman vom Jewish Welcome Service erinnert daran, dass erst vor
kurzer Zeit des Novemberpogrom gedacht wurde, wo von den Nazis am
9.11.1938 jüdische Einrichtungen verwüstet, und zahlreiche
Juden/Jüdinnen ermordet wurden. Ephraim Zuroff vom Simon Wiesenthal
Center in Israel ist nicht überrascht, dass "solche Dinge in einem
Land passieren, das einen kroatischen Nazi-Kriegsverbrecher
schützt." Zuroff spielt damit auf Milivoj Asner an, dem in Kroatien
ein Prozess gemacht werden sollte, jedoch wurde von österreichischen
Behörden die Auslieferung verweigert.
Unter dessen wurde am 1. Dezember bekannt, dass bereits vor einigen
Wochen auch der in Bau befindliche islamische Friedhof durch das
Aufmalen von 23 großen schwarzen christlichen Kreuzen geschändet
wurde. Nach einem Brandanschlag unmittelbar nach einer Imame-
Konferenz im Frühjahr ist dies bereits die zweite Schändung in
diesem Jahr. Dies ist kein Zufall, nimmt doch auch der Rassismus
gegen Menschen aus dem arabischen Raum immer mehr zu.
Die Gefahr des Antisemitismus und des Rassismus wird durch dessen
Leugnung und Verharmlosung nur noch größer. Es darf nicht sein, dass
solche Anschläge in der Öffentlichkeit ignoriert werden und einfach
einzelnen "durchgedrehten Spinnern" in die Schuhe geschoben werden,
die mit der österreichischen Realität bzw. der politischen Stimmung
in Österreich nichts zu tun haben sollen.
05.12.2006, Branka Kozomara
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2.
Nach dem "Reformprozess": ÖGB neu?
Eine Stellungnahme der Arbeitsgruppe Marxismus (www.agmarxismus.net)
Erich Foglar, Vorsitzender der Metallergewerkschaft, meint, dass die
ÖGB-Spitze mit der präsentierten Reform „einen Meilenstein aus der
Taufe gehoben" habe. Tatsächlich sind die geplanten Änderungen
ausgesprochen unspektakuläre kosmetische Maßnahmen, mit denen die
bürokratische Führungsschicht ihre Kontrolle über die Gewerkschaften
wieder festigen will.
Die konkreten Ergebnisse der „Reformklausur": Das Maximaleinkommen
für Funktionäre wurde mit 5800 Euro netto festgelegt, wobei nur noch
zwei bezahlte Funktionen erlaubt sind. In den Spitzengremien wird
eine Frauenquote von 33% eingeführt. Die Teilgewerkschaften bleiben
bestehen, die Mitgliedsbeiträge bleiben gleich hoch. Bezüglich der
viel diskutierten Ausweitung der direkten Demokratie im ÖGB ist
lediglich diffus von Experimenten in den Regionen die Rede. Die
wesentlichen Entscheidungen werden also weiterhin im zentralen
Apparat hinter verschlossenen Türen fallen. Eine Direktwahl des
Vorsitzenden verwies ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer in der ORF-
Pressestunde in eine unbestimmte Zukunft.
Was die ÖGB-Spitze unter stärkerer demokratischer Beteiligung
versteht, zeigte ja schon der „Reformprozess" selbst, nämlich der
Ablauf der Mitgliederbefragung und der Regionalkonferenzen. Die
Arbeit der von der Bürokratie eingesetzten „Reformkommissionen" war
schon abgeschlossen, bevor die Ergebnisse der Befragung und der
Konferenzen vorlagen. Die von den Kommissionen erarbeiteten
Vorschläge konnten deshalb, wie schließlich offen eingestanden
wurde, mit dem Mitgliederwillen „nur noch abgeglichen" werden.
Dass es sich bei Befragung wie Konferenzen um Alibiaktionen der
Bürokratie handelte, zeigen auch die Interpretation und der Umgang
der ÖGB-Spitze. Laut der November-Ausgabe der ÖGB-
Zeitschrift „Solidarität" haben 4000 Personen an den 27 Regional-
und dutzenden Betriebsratskonferenzen teilgenommen und sind 58328
Fragebögen eingelangt. Angesichts der ÖGB-Mitgliedschaft von über
1,3 Millionen ist das eine ziemlich magere Beteiligung, die zeigt,
wie sehr ein großer Teil der Gewerkschaftsmitglieder von der
Bürokratie an die Passivität gewöhnt wurde beziehungsweise sich mit
dem Zustand des ÖGB abgefunden hat.
Laut Solidarität-Bericht haben sich in den Fragebögen 72% für die
Abschaffung bezahlter Mehrfachfunktionen von Spitzenfunktionären
ausgesprochen. Die Fragestellung war ja auch schon wunderbar den
Plänen der ÖGB-Spitze angepasst, denn die Option, für eine massive
Absenkung der Funktionärseinkommen (etwa auf Facharbeiter/innen-
oder Durchschnittslohn) zu votieren, war erst gar nicht gegeben. 70%
forderten in den Fragenbögen eine kämpferische Gewerkschaft; was die
ÖGB-Spitze daraus machen wird, zeigt schon die Aussage von
Hundstorfer, dass er sich selbst zu denen zähle, die für eine
kämpferische Gewerkschaft sind – ausgerechnet Hundstorfer, der in
der Doppelfunktion als führender SPÖ-Gemeindepolitiker in Wien und
Vorsitzender der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG) in den
letzten Jahren diverse Ausgliederungen der Gemeinde Wien gegen die
Interessen seiner Mitglieder über die Bühne brachte. 61% sprachen
sich in den Fragebögen dafür aus, dass die direkte Demokratie
(Urabstimmungen, Mitgliederbefragungen) im ÖGB gestärkt werden soll.
Dass die „Reformklausur" dazu nichts Konkretes anzubieten hat, zeigt
sehr klar, was die ÖGB-Spitze von Entscheidungen durch die Basis
hält.
Die Vorstellungen einer gelenkten „Demokratie" á la Hundstorfer
wurden auch auf den Regionalkonferenzen mehr als deutlich. Das so
genannte „Design" der Veranstaltungen bedeutete eine Zersplitterung
in Arbeitsgruppen, die jeweils von ÖGB-Funktionär/innen geleitet
wurden. Ein großer Teil der Fragen waren entweder nichts sagende
Banalitäten (etwa, ob die Globalisierung weitere soziale
Verschlechterungen bringen werde – als ob das ein von den
Gewerkschaften unbeeinflussbares Naturphänomen sei) oder genau in
dem von der Bürokratie geplanten Rahmen (für Abschaffung von
bezahlten Mehrfachfunktionen? – massive Absenkung der Bezüge nicht
zur Debatte). Die so genannten „offenen Fragen" waren offensichtlich
zum unverbindlichen Dampfablassen gedacht. Sämtliche Wortmeldungen
wurden von ÖGB-Angestellten auf „Flip-Charts" notiert, die dann
angeblich an die so genannte Steuerungsgruppe weitergeleitet werden
sollten. Häufig gab es dann so absurde „Ergebnisse", dass auf einem
Bogen stand „Schluss mit der Sozialpartnerschaft" und drei Zeilen
weiter unten „Für die Stärkung der Sozialpartnerschaft" – unabhängig
davon, dass ersteres von 15 Leuten im Arbeitskreis unterstützt
wurde, letzteres nur von zwei Leuten. Die „gesammelten Ergebnisse"
waren damit Null-Aussagen, die die Funktionär/innen der
Steuerungsgruppe nach Lust und Laune interpretieren konnten (wenn
sie nicht schon vorher beim Altpapier gelandet sind).
Die Regionalkonferenzen in Wien liefen allerdings nicht nach dem
Geschmack der ÖGB-Spitze; sie war mit teilweise massivem Unmut und
Widerstand der Basis konfrontiert. An den fünf Regionalkonferenzen
in Wien nahmen zwischen 50 und 100 Gewerkschaftsmitglieder teil,
darunter im Durchschnitt der fünf Konferenzen in etwa 25-30%
führungsloyale (Ex-) Funktionäre, 15-20% kritische
Betriebsrät/innen, 35-40% einfache Basismitglieder und 15-20% von
linken Organisationen. Genoss/inn/en von AGM-Betrieb haben sich an
allen fünf Regionalkonferenzen in Wien beteiligt, gemeinsam mit der
AL-Antifaschistische Linke. Außer AGM/AL haben, zumindest auf
einigen der Konferenzen, auch die Sozialistische Linkspartei (SLP),
der Funke und die KPÖ-Abspaltung Kommunistische Initiative (KI)
koordinierte Interventionen durchgeführt.
Die Regionalkonferenzen in Wien West, Wien Ost und Wien Mitte sind
der Bürokratie zu guten Teilen entglitten. In Wien West gab es in
den Arbeitskreisen durch organisierte Linke, kritische
Betriebsrät/innen und Basismitglieder bereits großen Unmut gegen die
Art der Fragestellung und den Ablauf der Veranstaltung; in der
Schlussrunde war Gerhard Fritz, der Vorsitzende der
Postgewerkschaft, dann massiver Kritik ausgesetzt und in einem
Stimmungsbild zur Veranstaltung fast völlig isoliert. In Wien Ost
setzten kritische Gewerkschafter/innen (Basismitglieder gemeinsam
mit organisierten Linken) eine Verkürzung des geplanten „Designs"
durch und nach einer offenen Plenardiskussion wurde eine Resolution
gegen Sozialpartnerschaft, für Demokratisierung und für
Durchschnittslöhne für Funktionär/innen mehrheitlich angenommen. In
Wien Mitte schaffte es die Konferenzregie nicht einmal, einen Start
des geplanten Ablaufs durchzusetzen, es fand von Anfang an im Plenum
eine offene, kritische und kontroversielle Diskussion statt; am Ende
wurde dieselbe Resolution wie in Wien Ost angenommen (allerdings
waren zu der mittlerweile späten Stunde nicht mehr viele Leute
anwesend).
Bei den Regionalkonferenzen in Wien Nord und Wien Süd hatte die
Bürokratie, nach den Erfahrungen der anderen drei Konferenzen, die
Sache wieder relativ fest im Griff. Die Botschaft war von Anfang
an: „Wem der Ablauf nicht passt, der kann ja gehen." Offensichtlich
hatte die Bürokratie diesmal ausreichend führungsloyale
Funktionär/innen mobilisiert und diese auch hinlänglich auf ein
Durchziehen der Veranstaltung in ihrem Alibicharakter eingeschworen.
Das Gewicht von kritischen Basismitgliedern und organisierten Linken
war auf diesen beiden Konferenzen zu gering, um die Veranstaltungen
zu dominieren. Dennoch konnten wir auch hier unsere wesentlichen
politischen Botschaften deutlich wahrnehmbar verbreiten.
Insgesamt kann gesagt werden, dass von vornherein klar war, dass
angesichts fehlenden Klassenkämpfe, kämpferischer Basisstrukturen in
den Gewerkschaften und Verankerung von linksradikalen Organisationen
in den Betrieben die meisten Konferenzen in Österreich unter der
Kontrolle der Bürokratie bleiben würden. Einzelne lokale
Ausnahmesituationen ändern daran nichts, ihre Ergebnisse wird die
ÖGB-Bürokratie einfach im Sand verlaufen lassen. Der „Reformprozess"
des ÖGB bleibt unter dem eisernen Griff der Spitzenfunktionäre, die
Änderungen werden unter der Leitung dieser Leute kosmetisch bleiben.
Trotz all dieser Dinge waren die Interventionen von AGM/AL sinnvoll.
Wir konnten nicht nur einen Einblick in die Diskussionen im ÖGB
gewinnen und zahlreiche Broschüren verkaufen, sondern auch Kontakte
mit etlichen kritischen Basismitgliedern und Betriebsrät/inn/en
herstellen; Kontakte, die für zukünftige Vernetzungen und gemeinsame
Kämpfe interessant sein können.
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3.
Weihnachten: Solidarität schenken!
Rechtzeitig zu Beginn des Weihnachtstrubels stellen wir auf unserer
Homepage www.sozialismus.at eine neue Rubrik online: "Solidarität
muss praktisch sein". In vielen Ländern der Welt führen
revolutionäre AktivistInnen unter fast unerträglichen Bedingungen
den Kampf für eine bessere Welt. Weihnachten ist ein wunderbarer
Anlass, auch ihnen etwas zu schenken!
---> Mehr dazu auf www.sozialismus.at
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4.
Wir drücken hiermit unsere Solidarität mit dem derzeit
stattfindenden Protest gegen den Bau einer Autobahn durch die Wiener
Lobau aus. Aus diesem Anlass weisen wir auch auf einen kurzen
Artikel aus dem Jahr 2005 zu diesem Thema hin:
http://www.sozialismus.net/zeitung/mr31/lobau.html
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5.
Veranstaltung von AL/AGM-Betrieb:
Wir wollen euch herzlich einladen zur nächsten Veranstaltung der
gemeinsamen Betriebsgruppe von AL und AGM am Freitag, dem 08.12.,
diesmal ab 19.30h.
Thema: Situation im Gesundheitswesen
Arbeitsdruck, Flexibilisierungen, Ausgliederungen für die
Arbeitenden im Gesundheitswesen und eine immer schlechtere Situation
für die PatientInnen ... was tun?
Ein Kollege aus dem Krankenpflegebereich wird einen kurzen Überblick
geben, anschließend Diskussion
Berfin, Siebensterng. 46, Extrazimmer
(direkt neben dem Cosmos-Kino)
U3 Neubaugasse, 49, 13A
Wir freuen uns, Dich zu sehen!
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Veranstaltung von AL/AGM-Jugend:
"Die deutsche Revolution 1918-1923"
1918 fahren deutsche Kriegsschiffe unter roter Flagge in den Häfen
von Hamburg und Kiel ein. ArbeiterInnen- und Soldatenräte breiten
sich über das ganze Land aus und bringen den Kapitalismus gehörig
ins Wanken. Karl Liebknecht ruft die "freie sozialistische Republik"
aus. In München entsteht die "bayrische Räterepublik". Der
bürgerliche Staat scheint am Ende zu sein.
1933 kommt die NSDAP unter Hitler an die Macht und errichtet das
grausamste aller faschistische Regime. Wie konnte es - nur 16 Jahre
nach der Novemberrevolution - dazu kommen? Nicht nur diese Frage
wollen wir bei unserer Veranstaltung diskutieren.
Wann: Freitag, 8.12., 19:30 Uhr
Wo: Im "Amerlinghaus", Stiftgasse 8, 1070 Wien (U3 Neubaugasse,
Ausgang Stiftgasse)
Wir freuen uns auf euer Kommen!
__._,_.___
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Messages
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AL-Antifaschistische Linke
Gegen Rassismus, Sexismus, Sozialabbau!
Für Solidarität und Sozialismus!
mail: al at sozialismus.net
web: www.sozialismus.at
phon: ++43 (0) 699 817 15 915
post: AL c/o Amerlinghaus, Stiftgasse 8, A-1070 Wien
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12 KPÖ/Mindestlohn/Einkommen
Von: KPÖ-Information <info at kpoe.at>
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KPÖ-Pressedienst – Drechslergasse 42, 1140 Wien – Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 – Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 - Mail info at kpoe.at –
Web www.kpoe.at - News www.kpoe.at/lpd - Ausgabe vom 6. Dezember 2006
In 18 EU-Ländern gibt es bereits gesetzliche Mindestlöhne
KPÖ fordert 1.300 Euro Mindestlohn
Für einen gesetzlichen Mindestlohn von 1.300 Euro brutto für alle Vollzeitarbeitsverhältnisse bzw. acht Euro pro Stunde bei
Teilzeitarbeit spricht sich die KPÖ aus. Bundessprecher Mirko Messner verweist darauf, dass es bereits in 18 der 25 EU-Länder solche
gesetzliche Mindestlöhne gibt. Von vergleichbaren Ländern gibt es in Luxemburg (8,69 Euro pro Stunde), Frankreich (8,03), den
Niederlanden (7,96), Großbritannien (7,80), Irland (7,65) und Belgien (7,48) solche Mindestlöhne. In Deutschland wird von
Gewerkschaften und der Linkspartei.PDS ein Mindestlohn von acht Euro pro Stunde gefordert.
Österreich als eines der reichsten EU-Länder – das mittlerweile beim Bruttoinlandsprodukt auch die Schweiz überholt hat – ist
hingegen trotz seit Jahren anhaltender Diskussionen von Bundesregierung und Sozialpartnern noch weit von einem vergleichbaren
Mindestlohn entfernt. Derzeit gibt es in 49 Branchen in Österreich kollektivvertragliche Mindestlöhne unter tausend Euro brutto, in
zwanzig davon sogar unter 900 Euro. Die niedrigsten Mindestlöhne gibt es für FriseurInnen (600), ZeitungszustellerInnen (670),
SkilehrerInnen (683) und FußpflegerInnen (705). Hingegen gibt es in der Metallindustrie bereits einen Mindestlohn von mehr als 1.300
Euro.
Laut Wirtschaftskammer verdienten im Jahre 2003 zwischen 90.000 und 110.000 Vollzeitbeschäftigte weniger als tausend Euro im Monat.
Inklusive jener Teilzeitbeschäftigten, die anteilsmäßig ebenfalls unter diesen Wert fallen, waren es rund 200.000 Beschäftigte. Bei
Einreichung der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse verdienen sogar rund 600.000 Beschäftigte weniger als tausend Euro.
Die Forderung von SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures für einen Mindestlohn von tausend Euro brutto bleibt angesichts dieser
Fakten weit hinter den Erfordernissen zurück: Tausend Euro brutto sind nämlich gerade 820 Euro, also weniger als die offizielle
Armutsgrenze von 848 Euro und nur wenig mehr als die jetzt diskutierte Grundsicherung von 726 Euro.
„Angesichts der realen Einkommensverhältnisse in vielen Branchen, der schwachen Inlandsnachfrage durch seit Jahren stagnierende
Löhne, der gestiegenen Produktivität und dem anhaltenden Teuerungsschub seit der Einführung des Euro ist ein gesetzlicher
Mindestlohn von acht Euro pro Stunde voll gerechtfertigt“, meint Mirko Messner abschließend.
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C) EDITORIAL
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Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage:
* Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr *
* Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" *
* Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf *
* Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie.
Aber kurz und prägnant.*
Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine
Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und
rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch
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