widerst at nd mund: Dienstag, 19. Dezember 2006
MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
analle at no-racism.net
Di Dez 19 00:40:36 CET 2006
widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
Medieninhaberinnen & Medieninhaber seid Ihr
www.no-racism.net/mund
Dienstag, 19. Dezember 2006
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A) INHALT
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01 Kommunistisches Silvester
Von: Helmuth Fellner <helmut.fellner at chello.at>
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02 Morgen 19. 12.: HOSI Wien-Weihnachtsfeier
Von: Homosexuelle Initiative Wien
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ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN
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03 AUF 134, "Recht auf Faulheit" ist erschienen!
Von: AUF <auf at auf-einefrauenzeitschrift.at>
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04 unkenruf: Diskussionsabend 16.01.07, 18.30
Von: frauenhetz <office at frauenhetz.at>
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05 que[e]r am 20.12.: Geschichtspolitik und
nationale Identitaet
Von: Rosa Antifa Wien <raw at raw.at>
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06 Kanafani Newsletter Dez06
Von: Kulturverein Kanafani <kulturverein at kanafani.at>
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07 runde zahl, neue ausgabe: grundrisse #20
Von: redaktion grundrisse <grundrisse at gmx.net>
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08 Die Fritz-Man ö ver-Fassung online / ab 16. Dezember 2006
Von: Fritzpunkt / Stadt Theater Wien <buero at fritzpunkt.at>
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MELDUNGEN IN- UND AUSLAND
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09 AUSSENDUNG: NEONAZIS AM ULRICHSBERG
Von: kontakt at u-berg <kontakt at u-berg.at>
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10 GLB/Post/Liberalisierung/Privatisierung
Von: Gewerkschaftlicher Linksblock
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11 iz3w in Not - Abokampagne 1+1
Von: Oeffentlichkeitsarbeit iz3w-freiburg
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12 [Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm
Von: Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe
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13 ASt - Marxismus, Einheitsfronttaktik heute und
die Frage der Reformierbarkeit von SPÖ und SJ
Von: ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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14 PKK-Drohung gegen Ilisu-Damm
Von: WADI Austria <wadi.wien at gmx.at>
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15 [Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm
Von: Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe
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B) TEXTE
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01 Kommunistisches Silvester
Von: Helmuth Fellner <helmut.fellner at chello.at>
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Aus. Vorbei. Von vorn beginnen!
Kommunistisches Silvesterfest
31.12. 2006 / 01.01. 2007
Beginn (31.12.): 20.00 Uhr
Rankgasse 2
1160 Wien
Mit Lesungen (keine Messen, aber Herrn Karl und andere volkstümliche Schwänke) Musik, Speis und Trank
2006 ist aus. Vorbei. Wir müssen von vorn beginnen. 2007. Aufs neue: Widerstand, Kampf, Aufbau starker kommunistischer Organisationen der Gegenwehr. Gegen eine neue Regierung, gegen Kapital und Reaktion. Aber erst wird gefeiert! Und dann gehts los!
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02 Morgen 19. 12.: HOSI Wien-Weihnachtsfeier
Von: Homosexuelle Initiative Wien <office at hosiwien.at>
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Liebe Leute,
nicht vergessen: Morgen Dienstag, den 19. Dezember, ist ab 19 Uhr Weihnachtsfeier im HOSI-Zentrum: Gemütliches Zusammentreffen bei Punsch und leckerem Buffet, das von Ute organisiert wird, die an diesem Abend auch ihre Sponsion feiert.
Auf euer Kommen freuen sich im Namen des Vorstandes
Christian Bettina
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Christian Högl
Bettina Nemeth
Obleute
Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien
1. Lesben- und Schwulenverband Österreichs
Novaragasse 40, 1020 Wien
office at hosiwien.at• www.hosiwien.at
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ANKÜNDIGUNGEN UND VERANSTALTUNGEN
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03 AUF 134, "Recht auf Faulheit" ist erschienen!
Von: AUF <auf at auf-einefrauenzeitschrift.at>
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Liebe Frauen,
Die neue AUF ist erschienen!
Mit dem Schwerpunktthema Recht auf Faulheit gerade rechtzeitig für die kommenden Tage, und mit vielen Rezensionen.
"Arbeit, die nicht unmittelbar Geld bringt, ist sowieso keine Arbeit, ist Freizeitbeschäftigung, ist „Faulheit“. Nach einem Arbeitstag frönt frau dem Müßiggang, der Faulheit: sie spielt mit den Kindern, hilft ihnen bei den Hausaufgaben, kocht, wäscht, putzt die Wohnung und treibt sich am Wochenende in Frauenvereinen wie der AUF herum."
AUF-eine Frauenzeitschrift Nr. 134
Recht auf Faulheit
Traude Korosa: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen 4
Ines Eck: Bürgergeld statt Bürgerkrieg 10
Luise Gubitzer: Nachrichten aus Ökonomie an Demokratie 12
Luise F. Pusch: Über das Fraulenzen 19
Anna Kowalska: Generation Lazy 20
Petra Öllinger: Mein persönliches Recht auf Faulheit; Freiraum für Mütter 22
Ditha Brickwell: Lust auf Arbeit 23
Anna Guentcheva: Werdet faul! 28
Yvonne Czermak: Rapunzel – Über ein Kulturprojekt im Frauenstrafvollzug 31
Tove Soiland im Interview: Gendermainstream, ein zahnloser Tiger oder doch nicht? 35
Rezensionen
Eva Geber: Wien – Eine Stadt der Frauen 38
Lynni Løvetann: „Lusttext, der – nicht mein Genre„ 39
Eva Geber: Was für ein glücklicher Fund! Canetti-Briefe 40
Ilse Kilic: Hollview – ein interview mit erna holleis 42
Petra Öllinger: Wir gratulieren. Und jubilieren? Über Hedwig Dohm 43
Traude Korosa: Das Recht auf Faulheit durchgesetzt 44
Ruth Klüger: Eiseskälte am Luegerring – Über den guten Geist der Jüdin Käthe Leichter und die Ab- und Umwege nach Wien zu den Frauen an der Wiener Uni. 45
Als Beilage die AUF Infomit zwei Nachrufen - auf Gerburg Treusch Dieter von Gudrun Perko, und auf Anna Stepanowna Politkowakaja von Traude Korosa.
Einem Bericht zu Aktionen von Migrantinnen-Organisationen im Rahmen der 16 Tage gegen Gewalt an Frauen, einen Bericht der Schwedischen Initiative und weiteren Kurzberichten.
Die Frauen der AUF-Redaktion
Termine Termine
Erstes Openhouse im neuem Jahr am 6. Januar 2007, von 14 bis 19 Uhr
Das wunderschöne Buch
AUFbrüche, feministische Porträts und Lebensbilder
könnt ihr auch direkt bei uns bestellen, Euro 19,90
--
AUF EINE FRAUENZEITSCHRIFT & AUF INFO
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AUF Kultur
Mit einem ABO (Österreich 19 Euro, EU 23 Euro) und/oder EINER Spende
kann der AUF das Weiterbestehen ganz erheblich erleichtert werden:
Konto AUF-Eine Frauenzeitschrift, Nr.10010 670 522, BLZ 14000 BAWAG,
aus dem EU-Ausland: BIC BAWAATWW und IBAN AT69 14000 10010670522.
Kontakt: Kleeblattgasse 7, A-1010 Wien; T. 01/5339164, F. 0720/554161
auf at auf-einefrauenzeitschrift.at, www.auf-einefrauenzeitschrift.at
Sollten Sie keine weiteren Zusendungen wünschen, senden Sie uns bitte
eine kurze Mitteilung an: Auf at auf-einefrauenzeitschrift.at
If you do not want to receive our mailings please send an e-mail to:
Auf at auf-einefrauenzeitschrift.at
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04 unkenruf: Diskussionsabend 16.01.07, 18.30
Von: frauenhetz <office at frauenhetz.at>
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Diskussionsabend 16.01.07
Voraussetzungen, Bedingungen, Wünsche in Bezug auf Allianzen
zwischen "weißen" feministischen und "migrantischen" oder
"schwarzen" feministischen Organisationen.
Liebe Frauen,
anlässlich der aktuellen Diskussion um Ausschlüsse oder Nicht-
Anerkennung migrantischer feministischer Positionen einerseits und
andererseits um potenzielle Verwerfungen bestehender feministischer
Strukturen möchten wir zu einer möglichst sorgfältigen und
gewissermaßen verlangsamten Debatte einladen.
Wir empfinden die Art und Weise, in der jüngst gestritten wurde -
unabhängig von der jeweiligen Position - als polarisierend, verbittert und
moralisierend. In einer sachlich moderierten Runde möchten wir
deshalb versuchen, zu sortieren, welche Interessen und Ziele uns
konkrete Zusammenschlüsse wünschen lassen und welche
Voraussetzungen dafür notwendig erscheinen. Davon wollen wir
unterscheiden und zur Kenntnis nehmen, welche Fantasien und
Begehren oder auch Kränkungen uns mitunter leiten.
Wir wollen voneinander hören, welche Handlungen und
Rahmenbedingungen wir jeweils brauchen, um die nötige Anerkennung
zu empfinden, die Zusammenschlüsse und Kooperationen erst
ermöglichen.
Wir wollen darüber sprechen, was für jede die Grundlage für einen Streit
herstellt, in dem mehr als zwei Positionen sichtbar werden können, der
weder durch eine künstliche Harmonisierung, noch durch die
Totalisierung unübersetzbarer Positionen bedroht wäre.
- Weil uns eine vielstimmige und gemeinsame Politik wichtig ist.
Moderation: Aniko Kaposvari
Ort: Frauenhetz, Untere Weißgerberstr.41, 1030 Wien,
fon:01/7159888 e-mail: office at frauenhetz.at
Zeit: Dienstag 16.01.2007 18.30 Uhr
Kinderbetreuungswünsche bitte bis 09.01.07 bekanntgeben
mit feministischen Grüßen
Miriam Wischer
___________________
Anmerkung gemäß Mediengesetz: Bedingt durch die neue Gesetzeslage ab
1.3.2006 ersuchen wir Sie um Ihre Zustimmung, weiterhin elektronische Post
von unseren Aktivitäten zu erhalten. Wenn Sie kein weiteres Interesse haben,
senden Sie bitte diese Mail mit einem NEIN im Betreff zurück; sollten Sie
nicht antworten, dürfen wir dies als Bestätigung werten, dass Sie weiterhin
an unseren Informationen interessiert sind.
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05 que[e]r am 20.12.: Geschichtspolitik und nationale Identitaet
Von: Rosa Antifa Wien <raw at raw.at>
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Mittwoch 20. Dezember:
Geschichtspolitik und nationale Identitaet
Buchpraesentation und Diskussion zu queeren Strategien
Mit den rechtskonservativen Regierungsfeierlichkeiten 2005, mit der
Debatte um das Haus der Geschichte sowie angesichts der nicht enden
wollender NS-Verharmlosungen hat die Diskussion zur Geschichtspolitik
und Erinnerungskultur neue strategische Herausforderungen erfahren. Der
im Dezember 2006 erscheinende Essay-Band "rebranding images" sucht aus
verschiedenen streitbaren Perspektiven die diskursive Konfrontation mit
der Produktion von Identitaetsbildern und historischen Mythen und
foerdert damit die Auseinandersetzung mit historischer Verantwortung,
Wiedergutmachung und politischem Neubeginn.
Die HerausgeberInnen Katharina Wegan und Martin Wassermair im Gespraech
mit Buchautorin Ines Rieder und Marty Huber (Aktivistin)
weitere Infos:
http://www.wassermair.net/texte/rebranding_images_editorial
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Naechste Woche: Winterpause, weiter geht's am 10.1 mit Vortrag und
Diskussion zum Thema Grundeinkommen
Weitere Infos siehe: http://raw.at/queer/
--
############ RAW #############
Rosa Antifa Wien
c/o Rosa Lila Tip
Linke Wienzeile 102
A-1060 Wien
AUSTRIA
-------------------------
E-Mail: raw at raw.at
Web: http://www.raw.at
Board: http://www.n3tw0rk.org
-------------------------
PGP-Key available here:
http://www.raw.at/sub/kontakt/raw.asc
############ RAW #############
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06 Kanafani Newsletter Dez06
Von: Kulturverein Kanafani <kulturverein at kanafani.at>
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Kanafani - Newsletter
1) Heute, ab 17.00: Frauentanzfest im Barada
2) 28.12.: ab 18.00: Abschiedsfest von 2006
3) Eltern-Kind-Nachmittage in der Sense
4) Clubabende in der Sense
5) Spenden und Fördermitgliedschaften
Liebe Freundinnen und Freunde,
Das ist der nunmehr letzte Newsletter in diesem
Kalenderjahr. Bitte denkt daran: der.wisch 04 ist
nicht nur eine wunderbare Zeitschrift sondern auch
ein tolles Geschenk! :-) Und falls ihr noch in
Spendierlaune seid, so freuen auch wir uns über
Zuwendungen. Denn die Basiskosten des Kulturverein
Kanafani werden bis dato nicht gefördert und daher
ist nicht nur alle Arbeit ehrenamtlich sondern
kostet uns sogar was. Im letzten Jahr mussten wir
etwa 10.000 EUR aus eigener Tasche zahlen und das
fällt uns nicht besonders leicht. An dieser Stelle
einen herzlichen Dank an die Wenigen, die uns immer
wieder finanziell unterstützen. Wir hoffen, wir
sehen uns noch in diesem Jahr und wünschen Euch
allen ein gesegnetes Opferfest, frohe Weihnachten
bzw. schöne Feiertage.
Eure Kanafanis
P.S.: Der nächste Newsletter erscheint am 1.1.2007.
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1) Zur Erinnerung:
Kanafani - Frauentanzfest
Für alle, die dem trostlosen Wetter entfliehen wollen!
Heute, Samstag 16. Dezember 2006
von 19:00 bis 24:00 im Barada
Robert Hammerling Gasse 1, 1150 Wien
(unmittelbar am Westbahnhof)
wieder mit Gratis-Halay-Kurs
unmittelbar vor dem Fest
von 17:00 bis 19:00 im Barada
Hafla nur für Frauen!
Wie immer gibt es traditionelle und moderne Musik aus dem
Süden, einen großen Tanzsaal, rauchfreie Zonen, Spiele,
Getränke zum Selbstkostenpreis (Kein Alkohol), ein
Gratisbuffet und jede Menge Spass. Wer in den tradit. türk.
Tanz schnuppern und ein paar Schritte lernen möchte ist
herzlich zum kostenlosen Halay-Workshop vor dem Fest ein-
geladen. Mehr Infos gibt es unter www.kanafani.at. Ihr
könnt uns auch telefonisch erreichen unter 0699/81481699.
Unkostenbeitrag: 4,- Euro. Sozial benachteiligte Frauen
kommen gratis rein. Auf Musikwünsche wird eingegangen. Ihr
könnt auch eure eigene Musik mitnehmen.
Mit freundlicher Unterstützung d Frauenreferates der ÖH Wien.
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2) Abschiedsfest 2006
Der Kulturverein Kanafani lädt alle Freundinnen und Freunde
des Vereines zum zwanglosen Abschiednehmen von 2006 in die
Sense. Es erwartet euch kein besonderes Programm, bloß Speis
und Trank und eine gemütliche Atmosphäre. Wir hoffen, wir
sehen uns bei der Gelegenheit!
Donnerstag 28.12. ab 18:00 in der Sense!
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3) Kanafani-Eltern-Kind-Nachmittage
Achtung: Dieses Jahr nur mehr am Dienstag den 19.12.,
ab Dienstag dem 2.1. wieder wöchentlich.
Auf Wunsch schon ab 14:00 Uhr (bis ca. 18:00)!
In der Sense. Das Lokal zum Verein.
Sensengasse 5/3, 1090 Wien
In der kalten Jahreszeit sind kinderfreundliche Räume
abseits der eigenenen Wohnung Mangelware. Beim
Eltern/Kind-Nachmittag könnt ihr in Austausch treten
mit anderen Menschen mit Kindern und ohne Konsum-
zwang mit euren und anderen Kindern gemeinsam Zeit
verbringen.
Ihr findet vor:
Einen freundlichen Raum, schuhfreie Zonen (Bitte um
Hausschuhe), jede Menge Spielzeug, Kinderbücher,
Wickeltisch, Obst gratis, Toasts und andere Snacks
sowie Warm- und Kaltgetränke zum Selbstkosten-
preis und ein abwechslungsreiches Programm
(Gemeinsames Singen von Liedern aus aller
Kinder Länder, Screenings von Kinderfilmen,
Lesungen, gemeinsame Spiele,
)
Eintritt frei.
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4)
Kanafani - Clubabende in der Sense
Jeden Donnerstag immer ab 18:00 (open end)
Achtung: Letzter regulärer Clubabend am 21.12.,
28.12. siehe 2), ab DO 4.1. wieder wöchentlich.
Die Sense. Das Lokal zum Verein.
Sensengasse 5/3, 1090 Wien.
Wer in zwangloser Atmosphäre AktivistInnen und
FreundInnen des Vereines kennenlernen möchte,
Lust auf Diskussionen, Back Gammon und Schach-
spiele hat oder einfach in der Bibiothek schmökern
und Wasserpfeife rauchen möchte ist herzlich dazu
eingeladen.
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5)
Als unabhängiges Projekt stehen wir permanent am Rande
des finanziellen Abgrundes. Alle Arbeit im Verein ist
ehrenamtlich. Die Kanafanis leben zum überwiegenden
Teil weit unter der Armutsgrenze. Also ist genau deine
Hilfe gefragt.
Der Kulturverein Kanafani sucht wohltätige SpenderInnen
und UnterstützerInnen. Eine Fördermitgliedschaft im
Verein kostet 100,- EUr im Jahr oder 25,- EUR viertel-
jährlich. Inkludiert ist ein Abonnement des der.wisch,
freien Eintritt zu unseren Veranstaltungen gibt es
ohnehin immer.
Kontonummer: 50363873101, BLZ 12000, BA-CA
----------
Zum Abbestellen des Newsletters: Mail mit Betreff
"Unsubscribe" an kulturverein at kanafani.at.
____________________
Kulturverein Kanafani
Redaktion der.wisch
Sensengasse 5/3, 1090 Wien
0043/69981922556
kulturverein at kanafani.at
frauen at kanafani.at
der.wisch at kanafani.at
al alamu baituna - die welt ist unser zuhause
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07 runde zahl, neue ausgabe: grundrisse #20
Von: redaktion grundrisse <grundrisse at gmx.net>
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liebe leserInnen, liebe freundInnen,
wir freuen uns, euch die - bereits erschienene - zwanzigste ausgabe der grundrisse präsentieren zu dürfen. gefeiert muss dieses 5-jahres-jubiläum natürlich auch werden, mehr dazu in kürze und wohl auch hier: www.grundrisse.net
im anschliessenden editorial findet ihr u.a kommentare zum inhalt der aktuellen ausgabe, ansonsten wünschen wir den guten rutsch, möglichst wenig arbeit & viel essen und vielleicht das ein oder andere abo.
beste gruesse
die grundrisse-redaktion
ps: eine weitere tolle geschenksidee ist natürlich auch: http://www.alive-auslieferung.de/theorie_org/indexx.php?p=2&isbn=3-89657-597-X
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Editorial:
Liebe LeserInnen,
Jubeljubeljubel - 5 Jahre und 20 Ausgaben grundrisse sind vollbracht! In dieser Zeit hat sich Redaktion wie Zeitschrift gewandelt: von einer rein männlich zusammengesetzten Theorieproduktionsrunde hin zu einem geschlechtermässig gemischten, jüngeren und politischeren Zusammenhang. Redaktionsmitglieder sind in verschiedensten politischen Zusammenhängen aktiv (Euromayday, Arbeitslosenselbstorganisation, Antirassismus, feministische Zusammenhänge, Runder Tisch Grundeinkommen, www.chefduzen.at, etc.); diese verschiedenartigen Erfahrungen und nicht zuletzt auch die quantitative Vergrößerung waren und sind zentrale Aspekte der Dynamisierung der Redaktion. Die Möglichkeit der Überwindung des Kapitalismus und der staatskritische Zugang zu Fragen von politischer Organisation und Aktion sind dabei ebenso geteilte Eckpunkte wie die Uneinheitlichkeit der methodischen und thematischen Zugänge. Die grundrisse sind keine Strömungszeitschrift und das ist gut so.
Die Auseinandersetzungen auf unseren Sommerseminaren haben in der redaktionellen ebenso ihre Spuren hinterlassen wie die verstärkte Arbeit an der Bildpolitik und die Bestrebungen, über den deutschsprachigen Raum hinaus internationale theoretische Diskussionen aber auch politische Bewegungen zu reflektieren und in die grundrisse einzubeziehen.
Dem soll auch in dieser Jubiläumsnummer Rechnung getragen werden: nach mehreren Anläufen (die letztlich jedoch immer im Sande verlaufen sind) soll der Lateinamerika-Schwerpunkt dieser Ausgabe Auftakt zu einer stärker themenorientierten Arbeit der Redaktion sein. Wir versprechen nix, werden uns aber dahingehend bemühen.
Zuvor aber muss gefeiert werden, und zwar kräftig. Im Moment steht zwar Ort (der ungefähre ist Wien), genaues Datum (das ungefähre ist Ende Jänner) und Programm (es wird nicht nur ungefähr toll!) der 5-Jahres-Gala noch nicht fest, über www.grundrisse.net ist dies aber in Kürze abrufbar. Auf unserer Webseite auch hier stehen in Bälde Veränderungen an gibtŽs darüber hinaus sämtliche Nummern der grundrisse zur freien Verfügung. Dennoch sind wir zur finanziellen Absicherung der Produktion auf eure Abos angewiesen und weisen hiermit ausdrücklich auf eine konservative Tendenz der grundrisse hin: Seit 5 Jahren kosten diese nämlich gleich viel, was angesichts horrender Posttarife und steigender Produktionskosten gerade noch kostendeckend ist. Also: Abo auf den Gabentisch, solange das Christkind noch nicht verboten ist. Auch ältere Ausgaben schicken wir gerne zu!
Schwerpunktthema dieser Ausgabe ist Lateinamerika. Den Auftakt macht ein Gespräch zwischen dem Colectivo Situaciones aus Buenos Aires und Paolo Virno. Das Colectivo Situaciones versteht sich als Kollektiv militanter ForscherInnen, bekannt vor allem für seine Analysen der argentinischen Aufstände vom Dezember 2001. Neben der Philosophie von Alain Badiou – darauf wird weiter unten noch zurückzukommen sein – arbeitet das Colectivo mit Theorien von John Holloway, Hardt/Negri oder eben Paolo Virno. Das vorliegende Gespräch ermöglicht einen Blick über die in der „Grammatik der Multitude“ behandelten Themen hinaus auf andere, noch nicht ins Deutsche übersetzte Teile von Virnos Denken.
Modifizierte Stärke von Jens Petz Kastner gibt einen Überblick über die sozialen Bewegungen in Lateinamerika in jüngster Vergangenheit, darunter auch eine Einleitung zu den Mujeres Creando. Komplettiert wird der Überblick durch den manifestartigen und selbstreflexiven Text der Gruppe: „Öffentlichkeiten der Mujeres Creando“, in dem die Autorinnen über Praxis, Selbstverständnis und Organisationsformen einer feministischen Gruppe schreiben.
Die „traurige Ratlosigkeit“ mancher linker KritikerInnen des garantierten Grundeinkommens bemerkt Karl Reitter. Traurig, weil die Vergesellschaftung über die Lohnarbeit den Horizont von sich als links verstehenden Menschen nicht verlassen hat, ratlos, weil die alternativen Vorschläge möglicher systemüberwindender Politiken so altbekannt wie unwirksam daherkommen.
Altbekannt ist auch die Debatte um „sexuelle Befreiung“, diskutiert wurde sie hingegen in den letzten Jahren kaum. Erst die Auseinandersetzungen um und mit dem Begriff „queer“ scheint daran etwas zu verändern. Paul Pop zeichnet im ersten Teil seines Artikels die Theorien der sexuellen Befreiung von der Russischen Revolution bis in etwa 1968 nach, in der nächsten Ausgabe wird dann fortgesetzt.
Den Abschluss macht ein längerer Text von Franz Naetar, welcher der Thematik des heurigen Sommerseminars entsprungen ist: „Wie hältst Du es mit der Demokratie“ lautet die Frage, der unter Zuhilfenahme von Negri, Badiou und einer Analyse der „free software“- Bewegung nachgegangen wird. Der im Text von Naetar behandelte französische Philosoph Alain Badiou ist nicht nur in Sachen Demokratietheorie und –kritik aktiv sondern auch in der von ihm mitbegründeten „Organisation politique“. Nicht zuletzt deshalb präsentieren wir „MIT NACHDRUCK“ den von Birgit Mennel übersetzten Text „Was ist die Organisation politique?“
Die Buchbesprechung von Paul Pop behandelt einen Klassiker – „The Great Transformation“ von Karl Polanyi bereits 1944 erschienen – seine analytische Schärfe hat das Buch jedoch bis heute nicht eingebüßt. Wir wünschen einen wilden Jahreswechsel und eure Anwesenheit bei der Jubiläums-Gala. Zudem danken wir allen, die direkt oder indirekt an Zustandekommen dieser Ausgabe beteiligt waren, insbesondere Lisbeth Kovacic für die Bildstreifen, die diesmal aus dem Film „Backyard“ von Nicole Szolga, produziert 2006, stammen.
die grundrisse-redaktion
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____________________________|_________________________
imperator: "ich verspüre eine erschütterung der macht!"
darth vader: "auch ich fühle so."
"Ein Herz für Kinder" - Ihre Spende hilft! Aktion: www.deutschlandsegelt.de
Unser Dankeschön: Ihr Name auf dem Segel der 1. deutschen America's Cup-Yacht!
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08 Die Fritz-Man ö ver-Fassung online / ab 16. Dezember 2006
Von: Fritzpunkt / Stadt Theater Wien <buero at fritzpunkt.at>
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Fritzpunkt
http://www.fritzmanoever.at
Büro für theatralische Sofortmaßnahmen
präsentiert
Die Fritz-Manöver-Fassung: Unter http://www.fritzmanoever.at finden Sie ab heute die am 11. September 2006 im Laufe des Fritz-Manövers gelesenen 702 Seiten aus dem Roman Naturgemäß II der österreichischen Autorin Marianne Fritz.
Unter Die Fritz-Manöver-Kartesind die von den Leserinnen und Lesern freundlicherweise rückgemeldeten Seiten mit ihren Bezirks-, Dorf-, Kloster- und Stadtstandorten samt Seitenstichworten eingetragen.
Das Fritz-Manöverschließlich erinnert die Parameter und Interpretationsvorschläge dieser Marianne Fritz-Maßnahme.
Die Manöver-Leitung wünscht erlesene Feste und dankt für weitreichende Hilfe!
http://www.fritzmanoever.at
online ab Samstag, den 16. Dezember 2006
Näheres und Weiteres:
Fritzpunkt
Büro für theatralische Sofortmaßnahmen
Fred Büchel
Susanne Hahnl
Anne Mertin
+43 (0)699 11685616
buero at fritzpunkt.at
http://www.fritzpunkt.at
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MELDUNGEN IN- UND AUSLAND
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09 AUSSENDUNG: NEONAZIS AM ULRICHSBERG
Von: kontakt at u-berg <kontakt at u-berg.at>
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Neonazis am Ulrichberg - Auch dieses Jahr kein "Einzelfall"
Ulrichsberggemeinschaft und Exekutive sprachen im Vorfeld des letzten
Ulrichsbergtreffens von einem "Filter", den sie einsetzen wollten um
RechtsextremistInnen die Teilnahme an der Feier zu verunmöglichen.
Ulrichsberggemeinschafts-Obmann Peter Steinkellner sprach sogar von
"keinen politischen Berührungspunkten mit der Rechten Seite". Trotzdem
beteiligten sich auch dieses Jahr Neonazis an der Feier und den
Veranstaltungen im Vorfeld. In der Novemberausgabe der Parteizeitung der
rechtsextremen deutschen NPD, "Deutsche Stimme" findet sich ein Bericht
über die Ulrichsbergfeier, in dem unter anderem über "freundschaftliche
Miteinander der Anwesenden" die Rede ist. Dass sich die Neonazis auch in
den Tagen vor der Feier ungestört in Kärnten bewegen konnten, zeugt auch
das Geschreibe über das "Umfangreiche Festprogramm für das gesamte
Wochenende", zu dem u.a. auch eine Bootsfahrt auf dem Wörthersee
gehörte. Autor des Artikels ist der Bremer Neonazi Henrik Ostendorf,
laut Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) "einer
der maßgeblichen Drahtzieher im überregionalen Netzwerk zwischen NPD,
NS-Skin-Milieu ("Kameradschaften") und Hooligan-Szene". Im Anschluß an
den Artikel ist noch die gesamte Rede des Präsidiumsmitglieds der
Ulrichsberggemeinschaft, Paul Rösch, die er am Vorabend der
Ulrichsbergfeier in Krumpendorf/Kriva Vrba hielt, abgedruckt.
"Dass es sich in Sachen Nazis am Ulrichsberg nicht um Einzelfälle oder
"Ausrutscher" handelt, beweist sowohl der diesjährige
Verfassungsschutzbericht, in dem von Rechtsextremen auf dem Ulrichsberg
die Rede ist, als auch die alljährliche Teilnahme der laut DÖW
rechtsextremen SS-Kameradschaft IV", sagt Josephine Broz vom AK gegen
den Kärntner Konsens und ergänzt: "Es ist ein Skandal, dass die Kärntner
Politik Alt- und Neonazis nicht nur ein Forum bietet, sondern ihre
Veranstaltungen auch fördert und sich daran beteiligt!"
Im Anhang finden Sie den erwähnten Artikel aus der "Deutschen Stimme"
Rückfragehinweis: kontakt at u-berg.at
http://www.deutsche-stimme.de/Ausgaben2006/Sites/11-06-Thema.html
Komm doch mit auf den Ulrichsberg!
Nachdem man in den vergangenen Jahren schon von so vielen Kameraden
gehört hatte, wie eindrucksvoll und kameradschaftlich es bei dem
traditionellen Treffen europäischer Patrioten auf dem Ulrichsberg
zugeht, entschlossen auch wir uns, dem Ruf aus dem schönen Kärnten zu
folgen. Unser Reiseleiter war der beliebte Autor und ehemalige
Freiwillige Karl Heinz Mathias, der uns während der Hinfahrt mit
Geschichten aus seiner Jugendzeit bestens unterhielt. So wie unsere
Autobesatzung, so sah es von den Altersjahrgängen auch auf den Treffen
rund um dem Ulrichsberg aus. Es waren viele Vertreter der
Erlebnisgeneration und viele ihrer Enkel zugegen. Die fast komplett
umerzogene und desorientierte Nachkriegsgeneration der 45 bis 65jährigen
war nur sehr spärlich vertreten. Das umfangreiche Festprogramm war für
das ganze Wochenende angelegt und bestand aus gemeinschaftlicher
Bootsfahrt, Volkstanz, Liederabend, Vorträgen und v.a.m.. Die
Gedenkfeier am Sonntagmorgen auf dem heiligen Berg war perfekt geplant
und durchorganisiert. An alles, wie z.B. Buspendeldienst oder Essen- und
Getränkestände, war gedacht worden, und alles wurde aber auch durch
eine große Anzahl von Staatsschutzbeamten überwacht. Hier seien
zukünftige Besucher vorgewarnt, militärische Kleidung oder Uniformen
lieber daheim zu lassen, denn ansonsten laufen sie Gefahr, daß ihnen der
Zugang zur Feier von der Polizei verwehrt wird.
Die Gedenkstätte, zu der auch ein großes stählernes Kreuz gehört, wurde
von Kriegsteilnehmern und ihren Angehörigen aus Dankbarkeit für die
glückliche Heimkehr – oft aus jahrelanger Gefangenschaft und im Gedenken
an die gefallenen und vermißten Kameraden – gestiftet und errichtet.
Etwas besonders Schöne und Hervorzuhebenes war das freundschaftliche
Miteinander der Anwesenden. Die interessanten, ehrlichen Gespräche, die
wir jungen Aktivisten mit den alten jung gebliebenen Soldaten, davon
viele ehemalige Europäische Freiwillige, führen konnten, der Austausch
von unverfälschten Informationen machte dieses Wochenende zu einem
Erlebniswochenende der besonderen Art.
Es ist ratsam, die Ulrichsbergfeier in einen Kurzurlaub zu integrieren,
denn das Kärntnerland um Klagenfurt bietet eine Vielzahl von
touristischen Attraktionen und Ausflugs- wie auch Sportmöglichkeiten,
die wir im nächsten Jahr garantiert nutzen und genießen werden.
Henrik Ostendorf
Das Treffen im Jahr 2007 wird am 23. September stattfinden.
Paul Rösch
Rede von Paul Rösch (Mitglied des Präsidiums der
Ulrichsberggemeinschaft) in Krumpendorf anläßlich des Ulrichsbergtreffens
Voll innerer Bewegung gedenken wir alljährlich auf dem Ulrichsberg
unserer Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges, des Kärntner
Abwehrkampfes, aber auch der vielen Opfer durch Gewalt.
Wir gedenken unserer Frauen, Kinder und Alten, die in der Heimat den
grausamen Tod im Bombenhagel auf unsere Städte erdulden mußten.
Wir gedenken auf diesem Götterberg in Europa der unzähligen
Verschleppten und Erschlagenen in der Zeit nach dem Kriege und der durch
Partisanenhand Ermordeten.
Im gleichen Geiste gedenken wir dort oben auch der österreichischen
UNO-Soldaten und Exekutivangehörigen, die im Einsatz für Frieden und
Sicherheit in unserer Welt ihr Leben verloren haben.
Wenn die grünen Protestierer gegen die morgige Feier auf dem Ulrichsberg
mediale Hebel in Bewegung setzen, so antworten wir ihnen mit einem
Sinnspruch des gefallenen Kriegsberichterstatters Kurt Eggers:
»In der Kameradschaft leben heißt, keiner wird vergessen, solange wir
leben.«
Davon werden auch über unseren Tod hinaus die in der Gedenkstätte auf
dem Ulrichsberg befindlichen marmornen Zeitzeugen künden.
Unsere Gedenkstätte auf dem Ulrichsberg war schon ein Opfer einer
gewaltsamen Zerstörung seitens ehrloser Gesellen, die bekannt sind durch
ihre fragwürdige, von gewissen Medien gefütterte Geisteshaltung.
Wir erkennen, diese Geisteshaltung stellt sich gegen die Liebe zur
Heimat, gegen Dankbarkeit für die vorangegangenen Generationen.
Kameraden, wir bleiben niemandem die Antwort schuldig, daher auch nicht
den grünen Parlamentariern, die mittels ihrer Anfragen an die Innen-,
Landesverteidigungs- und Justizminister versuchen, die Beseitigung der
Ulrichsberg-Gedenkstätte zu erreichen.
Wir erwarten von den verantwortlichen Politikern unserer Heimat die
unmißverständliche Beurteilung solcher Machenschaften und unterstützen
unseren Anspruch mit der Beantwortung der Frage:
Warum entstanden unsere soldatenkameradschaftlichen Gemeinschaften, die
nun von diesen ehrlosen Gesellen besudelt werden?
Unsere Antwort ist klar!
Es waren die Aufgaben der sofort notwendigen umfassenden Hilfe für die
Kriegswitwen, -waisen und -eltern, für die handlungsunfähigen
kriegsversehrten Kameraden, die Vermißtensuche, Arbeitsvermittlung,
Rechtsberatung, finanzieller Beistand udgl. Auf basis soldatischer
Kameradschaft.
Diese freiwillige Tätigkeit ergab sich einfach aus den
Tagesnotwendigkeiten in Form der österreichweit organisierten
Selbsthilfe namens Heimkehrer-, Hilfs- und Betreuungsstellen, – fernab
jeglicher politischer Reminiszenzen.
Selbstverständlich gehörte dazu unsere ethische Aufgabe, nämlich das
Andenken an Ahnen und Tote als Bestandteil aller Kulturen dieser Welt zu
pflegen.
In diesem Geiste entstanden die Vororganisationen bis hin zur UBG, die
die Errichtung der Ulrichsberg-Gedenkstätte in den Jahren 1958/59
erwirkte bzw. die seither die alljährlich stattfindenden U-Gedenkfeiern
durchführt.
Diese sind verbunden mit dem Ruf vom Ulrichsberg: »Haltet Frieden in
einem freien Europa!« – schon lange bevor der Eiserne Vorhang fiel.
Dieser Ruf bekräftigt unsere Haltung zu den dem Zeitgeist entspringenden
Fragen dieser gewissen ehrlosen Gesellen.
»Wozu gibt es Kriegerdenkmäler?« fragen sie, die sie beschmieren, ja
zerstören oder schreien, wie derzeit vor unserer U-Feier – »Weg damit!«.
Wir bekennen: Wir beachten die traditionellen Werte unseres Volkes, dazu
gehört das Gedenken. Wir bewahren unsere Prinzipien und
Wertvorstellungen, die begleitet sind von soldatischen Tugenden wie
Freiheitsliebe, Schutz des Volkes, der Familie und damit verbunden die
Treue, – schlußendlich Bewahrung des Friedens.
Daher hier in Krumppendorf am Vorabend der morgigen U-Feier, sei im
alten Landserdeutsch gesagt: Hört zu, ihr Beobachter der anderen
Feldpostnummer!
Wir schaffen keine Feindbilder, wir irritieren nicht unsere Jugend!
Wir haben mit Charakterstärke und Grundsatztreue zu unserer Republik
Österreich die zerstörte Heimat wieder aufgebaut und der Jugend einen
glücklicheren Weg vorbereitet.
Ihr von der anderen Feldpostnummer, ihr grünen Parlamentarier, merkt
euch: Für uns ist Tradition nicht leerer Inhalt, nicht leere Hülse.
Wer an U-Feiern teilnimmt, bekennt sich zum Beständigen, war nie
Spielball noch Treibsand, – hat aber durch seine Teilnahme sehr wohl
einen beachtlichen Anteil an einer gesicherten Zukunft für die
nachfolgenden Generationen in einem demokratischen Gemeinwesen.
Wir rufen ihnen offen zu, wir wollen auch in Zukunft alles gemeinsam tun
– trotz der von ihnen gestreuten Mißdeutungen gegen unsere U-Feiern, um
unsere Wertvorstellungen vom Opfertod des Soldaten im Rahmen der von ihm
erwarteten Pflichterfüllung zu bewahren.
Schon der griechische Staatsmann Perikles sagte:
»Es ist nicht genug, für die Gefallenen öffentlich zu reden, – sondern
zu handeln«. Wir von der UBG haben das getan und tun es!
Laßt mich schließen:
Die europäische Gedenkstätte auf dem U-Berg versinnbildlicht den Ruf
unserer toten Kameraden, der lautet: Vergeßt uns nicht! Laßt euch durch
uns mahnen, euch und eure Entscheidungen helfen. Hören wir daher noch
einmal Perikles, der vor rund zwei Jahrtausenden sagte:
Ich rede nicht dem Wahn das Wort,
daß der Tod vor dem Feind köstlich sei.
Ich rede einer Wahrheit das Wort,
daß es zu allen Zeiten ein
unentrinnbarer Zwang ist,
das, was man liebt,
verteidigen zu müssen –
verteidigen zu müssen, auch mit dem Leben!
n
Verweise
>> www.npd.de
>> www.jn-buvo.de
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Widerstand mailing list
Widerstand at no-racism.net
http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/widerstand
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10 GLB/Post/Liberalisierung/Privatisierung
Von: Gewerkschaftlicher Linksblock <office at glb.at>
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Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse 8, A-1110 Wien - Telefon +43 664 61 45 012 oder +43 1 53 444-308 -
Mail office at glb.at – Web www.glb.at – Ausgabe vom 18. Dezember 2006
EU-Kommission bringt Post-Liberalisierung in die Endrunde
Profit privater Post-Aktionäre als neuer Maßstab
„Einen Kahlschlag wichtiger öffentlicher Dienstleistungen plant die EU-Kommission mit der völligen Liberalisierung der
Postdienstleistungen“, kritisiert Robert Hobek, Sprecher der Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) in der Gewerkschaft
der Post- und Fernmeldebediensteten (GPF) und VPA-Vorsitzender am Postamt 1230 Wien.
Obwohl zwölf (darunter Österreich) der 16 EU-Länder die sich am 11. Dezember 2006 im Rat für Telekommunikation dazu äußerten starke
Bedenken zu den Vorschlägen der Kommission äußern und nur vier (Großbritannien, Schweden, Deutschland, Frankreich) zustimmen zeigt
sich Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy unbeeindruckt.
Die Postdienste wurden bereits mit zwei Richtlinien weitgehend für private Interessenten geöffnet. Mit der dritten Richtlinie soll
nun bis 2009 der bislang reservierte Bereich von Briefen unter 50 Gramm geöffnet werden. Zahlreiche EU-Länder und deren
Postunternehmen bzw. auch die Gewerkschaften fürchten, dass mit einer völligen Freigabe künftig auch die als wesentlicher Teil der
Infrastrukturleistung verstandenen Universaldienste nicht mehr aufrecht erhalten werden können.
Bereits die bisherige Liberalisierung hat gravierende Verschlechterungen gebracht, wie das Beispiel der österreichischen Post AG
beweist: So wurden die Tarife erhöht, seit 2000 wurden mehr als 950 Postämter geschlossen, tausende Arbeitsplätze vernichtet, der
Druck auf das verbliebene Personal enorm erhöht, die Leistungen verschlechtert wie etwa wachsende Menschenschlangen bei den
Postämtern beweisen. Als jüngster „Streich“ wurden bei Nacht und Nebel 2.800 der bislang 20.506 Postkästen abmontiert – als Ergebnis
sind die verbleibenden zunehmend überfüllt.
„Diese Entwicklung steht zwar in einem direkten Zusammenhang mit der Teilprivatisierung der Post AG durch den Börsegang im Frühjahr
2006, geht letztlich aber bereits auf die Ausgliederung der Post aus dem Bundesbudget und der Akzeptanz der
EU-Liberalisierungsrichtlinien durch die Parlamentsparteien zurück“, so Hobek. Und im Zusammenhang mit der Kritik der Arbeiterkammer
an den negativen Auswirkungen einer weiteren Liberalisierung erinnert er daran, dass diese Maßnahmen immer auch von ÖGB, AK und SPÖ
mitgetragen wurden.
Als Humbug bewertet der GLB daher auch Vorschläge der EU-Kommission für „alternative Maßnahmen“ zur Finanzierung etwa durch einen
Ausgleich zwischen gewinnbringenden und defizitären Geschäften. Da dies die Profite der Aktionäre einer privatisierten Post
schmälert, kann das nur als Augenauswischerei verstanden werden. Und staatliche Beihilfen für bestimmte Postdienste bedeuten unter
den Bedingungen einer privatisierten Post letztlich nur eine Subventionierung der Profite für die Aktionäre.
Der GLB hat sich immer grundsätzlich gegen die Privatisierung der Post ausgesprochen, so etwa 2005 mit der Petition „Für die
Erhaltung der Post im öffentlichen Eigentum“ an den Nationalrat. Darin wurde unmissverständlich festgestellt: „Die Post ist eine
elementare Einrichtung einer funktionierenden Infrastruktur und darf daher nicht privatisiert werden, egal ob durch einen Verkauf
oder einen Börsengang. Die Post muss im öffentlichen Eigentum erhalten bleiben. Ein verfassungsmäßiger Schutz des öffentlichen
Eigentums ist notwendig“. Auch für die Zukunft gilt, dass nur eine Post im öffentlichen Eigentum eine effiziente öffentliche
Versorgung auf diesem Sektor sicherstellen kann.
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Widerstand mailing list
Widerstand at no-racism.net
http://mailman.no-racism.net/mailman/listinfo/widerstand
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11 iz3w in Not - Abokampagne 1+1
Von: Oeffentlichkeitsarbeit iz3w-freiburg <oeff at iz3w.org>
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iz3w in Not - nehmen Sie das Heft in die Hand!
Bereits in der letzten Ausgabe der iz3w haben wir einen Einblick in unsere
finanzielle Situation gegeben. Und nicht Ideenmangel oder
Kreativitätsflauten, sondern die schiere Not zwingt uns dazu, dieses Thema
noch einmal zu vertiefen.
Dass wir trotz unserer äußerst schwierigen Lage weitermachen wollen, ist für
uns überhaupt keine Frage. Fraglich ist angesichts unserer aktuellen
Haushaltslage allerdings das Wie. Anders als Stadt, Land oder Bund können
wir keine Gewerbe- oder Vermögenssteuern erhöhen und haben auch nichts zu
privatisieren. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als uns den Gesetzen des
Marktes zu unterwerfen: Kosten sparen und trotzdem mehr verkaufen.
Obwohl wir bereits in diesem Jahr zu schmerzhaften Sparmaßnahmen gezwungen
waren, sehen wir einem existenzbedrohenden Defizit von rund 35.000 Euro
entgegen. Wie schon in diesem Jahr werden wir auch 2007 massiv Stellen
abbauen und Stunden bei den verbliebenen Hauptamtlichen kürzen müssen.
Bislang war es möglich, diese Kürzungen durch ein stark erhöhtes unbezahltes
Engagement zu verkraften, wenn auch mehr schlecht als recht. Das gilt zum
Beispiel für das öffentliche Archiv des iz3w, das in früheren Zeiten
hauptamtlich betreut werden konnte und für das es mittlerweile überhaupt
keine bezahlten Stunden mehr gibt. Der mit großem Aufwand verbundene
Fortbestand unseres Archivs ist allein durch Christian Neven-du Monts
Einsatz gewährleistet. Dafür ein herzliches Dankeschön!
Ähnlich ist die Situation bei FernWeh - Forum Tourismus & Kritik im iz3w.
Durch die jüngst erfolgte Ablehnung unseres Folgeantrags bei der EU ist
dieses Projekt künftig ganz auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. So
bleibt uns nach sieben fruchtbaren Jahren nur ein sehr herzliches und
zugleich schmerzliches Dankeschön an die MitarbeiterInnen von FernWeh,
insbesondere an Martina Backes, Steffen Schülein, Manuel Geller und Thomas
Cernay.
Die notwendigen Kürzungen können zukünftig nicht mehr allein durch
zusätzliche Arbeitsbelastung und unbezahlte Arbeit aufgefangen werden. Daher
wird die iz3w zum 1.1.2007 und bis auf weiteres nur noch sechs mal im Jahr
erscheinen können. Bei zwar stabilen, aber stagnierenden Abozahlen und kaum
noch vorhandenen öffentlichen Zuschüssen müssen wir sowohl wegen der
finanziellen als auch wegen der personellen Kapazitäten die
Erscheinungsweise reduzieren. Im Augenblick ist diese Reduzierung für uns
die einzige Möglichkeit, die Qualität der iz3w in Zukunft gewährleisten zu
können. Dafür geben wir Ihnen, liebe LeserInnen, das Versprechen, dass es
bei uns auch weiterhin keinen PR-Journalismus geben wird, sondern wie
gewohnt kritische Analysen und Berichte zwischen Nord und Süd. Außerdem
möchten wir diese Reduzierung, soweit irgend möglich, durch zusätzliche
Dossiers im Heft oder durch einen erhöhten Umfang ausgleichen.
Doch um unserer Misere ein Ende zu bereiten, ist es mit Sparen alleine nicht
getan, wir brauchen auch höhere Einnahmen! Deshalb möchten und müssen wir an
dieser Stelle noch einmal an Sie appellieren, liebe LeserInnen, liebe
FreundInnen und FörderInnen der iz3w: Unterstützen sie unsere 1+1 Kampagne
(siehe Seite 5). Will heißen: Wenn jede Leserin und jeder Leser eine neue
Abonnentin oder einen neuen Abonnenten wirbt, dann können wir unsere Arbeit
fortsetzen. Damit haben Sie - im wahrsten Sinne des Wortes - das Heft in der
Hand. Abonnieren, verschenken oder bewerben Sie die iz3w! Wenn Sie oder Ihre
FreundInnen je ein iz3w-Abo gehabt haben wollen, dann ist jetzt der richtige
Zeitpunkt gekommen.
Wir wollen nicht vor Kürzungszwängen und Sparmaßnahmen klein beigeben. Wir
wollen die iz3w als lebendiges Projekt und als kritische Zeitschrift
weiterführen! Wir brauchen Ihre Unterstützung!
das iz3w-team
P.S. Bitte beachten sie auch beigefügte Abokampagne und schicken Sie diese
an FreundInnen und Bekannte weiter
Rosaly Magg
Redaktion + Öffentlichkeitsarbeit
informationszentrum 3. welt - iz3w
Postfach 5328
D-79020 Freiburg
Tel. 0761-74003
Fax. 0761-709866
Mail: oeff at iz3w.org
Internet: www.iz3w.org
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12 [Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm
Von: Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe <gipfelsoli-l at lists.nadir.org>
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Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität
und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung
------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org --
- Berichtigung zum IMC in Rostock
- newsletter #2 + extra out now!!!
- Finanzminister der G-8-Staaten tagen bei Potsdam
- Linkspartei beschließt Beteiligung an Protesten zum G8-Gipfel
- Vom "Camp-inski" zu "Block Germany"
- Meeting to discuss G8 Mobilisation for 2007
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Berichtigung zum IMC in Rostock
Leider wurde im letzen Newsletter (16.12. 2006) ein Text über den Aufbau des
Medienzentrums IMC Rostock versandt, der noch nicht als endgültige Fassung zur
Veröffentlichung freigegeben war. Sorry for that!
Bitte diesen Text nicht weiter verbreiten. Sobald die autorisierte Fassung
vorliegt wird er über den Newsletter publiziert.
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newsletter #2 + extra out now!!!
just in time for the long reading hours of your winter holidays and early enough
for the warsaw international gathering the "news from the fields and beyond"
number 2 appears on your screen. besides the invitation for warsaw and latest
news about the fence it has the official agenda of the g8 and of diverse
working groups working against it. An extra-ecition provides you with all the
papers that has been published so far on the question of practical strategies.
you get it at http://dissentnetzwerk.org/node/49
[g8-int]
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Finanzminister der G-8-Staaten tagen bei Potsdam
Petzow - Kurz vor dem G-8-Gipfel in Heiligendamm treffen sich die Finanzminister
der acht Industriestaaten Ende Mai 2007 im brandenburgischen Petzow bei Potsdam.
Nach Informationen des Tagesspiegels werden die Politiker in einer Ferienanlage
wohnen, die dem früheren Antiquitätenhändler des Ex-DDR-Devisenbeschaffers
Alexander Schalck-Golodkowski, Axel Hilpert, gehört. Er lässt derzeit für die
Konferenz eigens ein Tagungszentrum bauen. Dort sollen die Politiker aus
Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Russland und
den USA wohnen.
Das rund acht Hektar große Areal direkt am Ufer des Sees, auf dessen anderer
Seite das durch Einsteins Sommerhaus bekannte Caputh liegt, werde aus
Sicherheitsgründen für das übrige Publikum geschlossen, hieß es. PNN
[ http://www.tagesspiegel.de/politik/archiv/18.12.2006/2971920.asp# ]
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Linkspartei beschließt Beteiligung an Protesten zum G8-Gipfel
Schwerin (dpa/mv) - Mecklenburg-Vorpommerns Linkspartei.PDS hat offiziell
beschlossen, sich an den geplanten Protesten gegen den Wirtschaftsgipfel G8 im
kommenden Juni in Heiligendamm zu beteiligen. "Die Auseinandersetzung um den
G8-Gipfel und damit um die Folgen kapitalistischer Globalisierung wird ein
wichtiger Bestandteil der politischen Öffentlichkeitsarbeit der
Linkspartei.PDS", heißt es in einem am Montag veröffentlichten Beschluss des
Landesvorstands vom Wochenende.
Auf die befürchteten gewaltsamen Aktionen im Rahmen der Proteste ging der
Vorstand nur indirekt ein: "Friedlicher und fantasievoller Protest gegen die
ungerechte Politik der selbst ernannten Weltregierung ist ein legitimes Mittel,
um für eigene Alternativen zu werben. Dieser Protest wird von der
Linkspartei.PDS Mecklenburg- Vorpommern unterstützt", hieß es. Die Partei will
ihre Anhänger vor allem für eine Großdemonstration am 2. Juni in Rostock sowie
einen so genannten Alternativgipfel mobilisieren.
[dpa/regioline vom 18.12.2006 12:06]
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Vom "Camp-inski" zu "Block Germany"
Berlin (AP) Eine Fahrradtour von Budapest nach Heiligendamm, ein Aktionstag
Migration, Blockaden des Rostocker Flughafens Laage oder gar "Block Germany" -
das sind einige der friedlichen Vorhaben, die Globalisierungskritiker in Europa
zum G-8-Gipfel in Heiligendamm Anfang Juni 2007 planen. Ob sie genug Teilnehmer
mobilisieren können, ist aber offen. Der Verfassungsschutz hat jedenfalls
Erkenntnisse über nur zögernden Zulauf.
Auf Seiten von Extremisten ist weiter mit Anschlägen zu rechnen.
Verfassungsschutzpräsident Heinz Fromm sprach vor wenigen Tagen von "starken
Mobilisierungsbemühungen" der Globalisierungsgegner. Offenbar seien aber die
Erwartungen der Betreiber noch nicht erfüllt. Auch linksextreme Gruppen seien
mit einbezogen. Fromm warnte vor einer "militanten Begleitkampagne" der
Protestaktionen, zu der auch "nicht regelmäßig, aber fortlaufend" Anschläge auf
Sachen gehörten.
Insgesamt registrierten die Ermittlungsbehörden seit Ende Juli 2005 zwölf
Anschläge, die G-8-Gegnern zugeschrieben werden. In der Regel waren es
Brandbomben auf Autos und Gebäude meist in Hamburg oder Berlin, deren
"Taterklärungen" den Zusammenhang mit dem Weltwirtschaftsgipfel herstellen.
Auf die mangelhafte Mobilisierung weisen einschlägige Web-Sites hin.
Hinsichtlich des gewaltlosen Protests sind die Akteure indes durchaus kreativ.
So hatten sie im August dieses Jahres bereits ein Zeltlager namens "Camp-inski"
nahe Wismar organisiert, frei nach der Hotelkette des Gipfeltagungsortes
benannt. Im "Attac-WebShop" gibt es einen "Gegenwind-Wimpel" für "vier Euro
(Solipreis), als Verteilmaterial zwei Euro (zus. Mengenrabatt)".
Auf einer Web-Site wird unter dem Motto "Block Germany" diskutiert, dass es
unpraktisch und unzureichend sei, ein "einsames Hotel an der Ostsee" zu
blockieren, zumal die Gipfelteilnehmer sich ja sozusagen freiwillig in die
Isolation begäben. Vielmehr sollte man sich zehn Tage vorher in einem großen
Camp in der Nähe treffen und vor Beginn des Gipfels massenweise weggehen, "weg
von Rostock, wo es nichts zu blockieren gibt, weg vom Hochsicherheitshotel, hin
zu einem oder mehreren Zentren des Kapitals und der Staatsmacht (Hamburg,
Berlin, Frankfurt). Und dort einen Tag der Blockaden veranstalten, die mehr als
nur einen symbolischen Effekt haben."
Ob es dazu kommt, muss offen bleiben. Abseits der Metropolen ist das auch bei
der betroffenen Bevölkerung verhasste "Bombodrom", der ehemalige sowjetische
Truppenübungsplatz in der Wittstocker Heide, dabei, zum zentralen Aktionsplatz
der Globalisierungsgegner zu werden. Das auch von der Bundeswehr für
Bombenabwurftests vorgesehene Gelände soll unmittelbar vor dem Gipfeltreffen
"vorläufig neu besiedelt" werden. Auch die Fahrradtour nach Heiligendamm, die
am 1. April in Budapest starten soll, führt über das Gelände, das etwa 100
Kilometer südlich des Tagungsorts liegt.
Eher wenig Gefahrenpotenzial resultiert nach Ansicht der Sicherheitsdienste aus
der Gemeinsamkeit von Rechts- und Linksextremisten in der Ablehnung der
Vereinigten Staaten von Amerika und ihres globalen Machtanspruchs. "Für die
Linken spielt das eher keine Rolle", erklärte der oberste Verfassungsschützer.
Die Rechten, zumal in Mecklenburg-Vorpommern, nähmen das als Teil des
derzeitigen Mobilisierungspotenzials mit, konzentrierten sich aber letztlich
doch auf ihre klassischen Themen.
Für wenig Solidarität zwischen Rechts und Links dürfte im übrigen die Planung
einer linken Großdemonstration in Rostock sorgen, deren eine Säule in
Lichtenhagen beginnen könnte. Dieser Stadtteil könnte "dann auch gemeinsamer
Treffpunkt der antirassistischen Gruppen sein", schlagen Organisatoren im
Internet vor. Lichtenhagen war 1992 Schauplatz rassistischer und
ausländerfeindlicher Ausschreitungen bis hin zu Pogromen unter den Augen der
Bewohner und der Polizei.
Die Linken arbeiten jedenfalls mit einer Unmenge verschiedener Web-Sites an der
Mobilisierung. Eine von ihnen zeigt etwa ein schwarzes Logo mit dem Symbol
eines sinkenden Segelschiffs und der Aufforderung "G8 2007 versenken!"
[http://de.news.yahoo.com/18122006/12/camp-inski-block-germany.html]
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Meeting to discuss G8 Mobilisation for 2007
The G8 Summit in 2007 will be held in northern Germany. Some of the libertarian
left in Germany were inspired by the original aims and actions of the Dissent
Network in the UK. So much so that the libertarian left in Germany has taken
the same name. Simply put, their aims are two fold. Stop the G8 summit and in
order to do so create a network of ongoing solidarity on an international
level.
The mobilisation is committed to bottom up, decentralised organising. It follows
that they have extensively toured internationally to involve as many people as
possible. The tours arose from an international gathering for the mobilisation,
called Campinski, near the German G8 summit venue last summer. The UK leg of the
tour in October saw activists from the UK 2005 mobilisation, Russian 2006
mobilisation and Germany 2007 mobilisation working together. The tour visited
the Anarchist Bookfair in London, Brighton, Reading, Glasgow, Edinburgh,
Liverpool Leeds, Birmingham and Cardiff. People at all these venues felt that
it would be good to have a one day gathering for feedback and discussions on
the G8 2007 mobilisation.
This callout is in consequence to those peoples wishes.
There is to be a one day event in Nottingham on the 28th January. Limited
accommodation is provided for those who wish to travel from afar. In
particular, those wishing to travel to the venue on Saturday 27th to have
informal pre-meetings. Please contact dissentprocess at yahoo.co.uk if you require
accommodation. Food will be provided for by Veggies, for a small cost.
Also contact dissentprocess at yahoo.co.uk with agenda items. Items for suggestion
include lessons from G8 2005, Feedback on German processes and mobilisation,
future meetings in the UK, and others
[dissentprocess at yahoo.co.uk]
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13 ASt - Marxismus, Einheitsfronttaktik heute und die Frage der Reformierbarkeit von SPÖ und SJ
Von: ASt-LFI <ast-lfi at gmx.net>
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Marxismus, Einheitsfronttaktik heute und die Frage der Reformierbarkeit von SPÖ und SJ
Antwort auf denOffenenBrief von Gernot Trausmuth (Funke) zur Frage der SPÖ-Minderheitsregierung
(mit Funke-Artikel im Anhang: „Wohin geht die SJ Wien? - Antitrotzkistische Hexenjagd oder sozialistische Demokratie“)
von Roman Birke(aus: Red Newsletter Nr. 248; Informationsdienst des ArbeiterInnenstandpunkt,18. Dezember 2006, www.arbeiterInnenstandpunkt.net)
Lieber Gernot,
in dem von euch auf Labournet veröffentlichten Brief an mich bzw. den ArbeiterInnenstandpunkt (siehe http://www.labournetaustria.at/lili21.htm) beschwerst du dich anfänglich über die Form und über die Art der Veröffentlichung des Briefwechsels und beharrst darauf, dass dieses E-Mail rein privaten Charakter hatte. Auch wenn ich dir Recht gebe, dass die inhaltliche Debatte eine höhere Priorität hat, so muss ich doch eine kurze Anmerkung dazu machen: Als Revolutionäre, die ihr Leben dem Kampf für die Interessen des Proletariats widmen, haben wir nie eine private Funktion außerhalb unserer politischen Arbeit. Mir ist durchaus bewusst, dass dies nicht in der Tradition der österreichischen Sozialdemokratie liegt. So berichtet Trotzki von seinem ersten Zusammentreffen mit Viktor Adler, nach seiner Flucht aus der Verbannung: „Die Treppe herab kam ein hochgewachsener Herr von nicht sehr freundlichem Aussehen. Ich wandte mich an ihn mit der Frage nach Adler. „Wissen Sie, was heute für ein Tag ist?“ fragte er mich streng. (
) „Heute ist Sonntag!“ sagte der hochgewachsene Herr mit Nachdruck in der Stimme und wollte an mir vorbeigehen. „Das ist ganz gleich, ich brauche Adler.“ (
) „Selbst wenn Sie Nachricht bringen würden – verstehen Sie –, Ihr Zar sei ermordet und bei Ihnen dort habe die Revolution begonnen – verstehen Sie –, auch das würde Ihnen kein Recht geben, die Sonntagsruhe des Doktors zu stören!“ Ich fürchte, dass einiges dieser Tradition auch noch an den Genossen des Funke haften geblieben ist.
Doch nun zu deiner Antwort bezüglich unserer Kritik an eurer Kampagne zur SPÖ-Minderheitsregierung. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass du zwar schreibst: „Eigentlich find ich ja diese innerlinken Polemiken eher entbehrlich, da der Adressat unserer Politik nicht in erster Linie die sog. radikale Linke sondern die ArbeiterInnenbewegung sein sollte, welche sich für solche Schlammschlachten rein gar nicht interessiert.“ Im Anschluss daran schreibst du jedoch eine mehr als 1.500 Worte umfassenden Kritik an den Positionen des ArbeiterInnenstandpunkt und veröffentlichst sie auf der Labournet-Homepage. Offenkundig ist für dich bzw. den Funke die Auseinandersetzung mit unseren Positionen doch wichtiger als du zugeben möchtest. In der Tat denke ich, dass das Ringen um eine korrekte marxistische Linie lehrreich für alle AktivistInnen der ArbeiterInnenbewegung ist und daher eine solche öffentliche Debatte durchaus Sinn macht.
Dein Beharren auf die Vorreiterrolle des Funke bei der Entwicklung dieser Losung innerhalb der SJ legt den Eindruck nahe, dass die Idee und Initiative zur Kampagne für eine SPÖ-Minderheitsregierung auf den Funke zurückgeht. Wenn dem so ist, dann bedeutet das, dass die Idee der links-sozialdemokratischen Kampagne für eine SPÖ-Minderheitsregierung offenkundig nicht die Idee der Sozialdemokraten, sondern des Funke war. Wenn dies so ist, so erschüttert mich dies schon ein wenig. Seid ihr tatsächlich schon so weit, eigene Losungen bis zur reformistischen Unkenntlichkeit zu verstümmeln und als Ideenspendern für die SJ-Bürokratie zu dienen?!
Denn damit kommen wir auch zum Kern der Diskussion. Unabhängig davon, wer wann als erstes die Initiative für eine breite, öffentliche Kampagne für die Losung einer SPÖ-Minderheitsregierung ergriff, gilt es doch zuerst einmal diese Kampagne von einem marxistischen Standpunkt aus zu bewerten. Ich habe in meinem Artikel sowie der Antwort auf deinen ersten Brief diese Losung politisch kritisiert. Ich habe dargelegt, dass die SJ-Kampagne für eine SPÖ-Minderheitsregierung einen durch und durch reformistischen, bürgerlichen Charakter trägt. Ihr denkt offenkundig, dass die marxistische Losung einer SPÖ-Minderheitsregierung gestützt auf Massenstreiks und –demonstrationen zwar besser wäre, aber die SJ-Kampagne für eine SPÖ-Minderheitsregierung gestützt auf unsichere parlamentarische Konstellationen ein tragbarer Kompromiss, sozusagen die Grundlage für eine Einheitsfront, sei.e marxistische Forderung in kleinerem Maßstab ist.
Worin besteht nun dieser qualitative Unterschied? Eine SPÖ-Minderheitsregierung gestützt auf Massenstreiks u Bourgeoisie tagtäglich über ihre Verbindungen mit der SPÖ-Bürokratie in eine solche Regierung hineintragen würde, etwas entgegensetzen. Eine solche Konstellation würde somit die Möglichkeit bieten, wichtige Teile der politisch fortgeschrittenen ArbeiterInnen von der SPÖ wegzubrechen.
Die SPÖ-Minderheitsregierung in der Kompromissversion von SJ und Funke ist hingegen etwas völlig anderes. Wie ein Blick auf die eigens dafür geschaffene Homepage zeigt, ist die von euch unkritisch beworbene Kampagne nichts anderes als ein reformistischer Wunschkatalog. (siehe „6 Jahre schwarz/blau/oranges Experiment sind genug: Minderheitsregierung jetzt!“ http://www.minderheitsregierung.at/?higrdet=00&content=30&SID) Darin wird die SPÖ an ihre Wahlversprechen erinnert und der Besucher kann dem „Sehr geehrten Dr. Gusenbauer!“ (die Zeiten des Genossen sind bekanntlich vorüber) ein E-Mail mit der Bitte um Umsetzung der Wahlversprechen schicken. Nicht nur findet sich kein Wort der Kritik am sozialdemokratischen neoliberalen Kurs, sondern es wird auch mit keinem Wort gesagt, WIE denn eine Minderheitsregierung diese Wahlversprechen umsetzten soll. Kein Wort über die einzige Möglichkeit, nämlich Massendemonstrationen und –streiks auf der Straße und den Betrieben! Eine solche SPÖ-Minderheitsregierung wäre nicht abhängig von einer kämpferischen Arbeiterklasse, sondern müsste sich auf die Unterstützung durch andere Parteien im Parlament stützen. Welche sind das? Grüne, ÖVP, FPÖ und BZÖ – alles offen bürgerliche Parteien, die in keinster Weise Teil der ArbeiterInnenbewegung sind. Dadurch bleibt nur die trügerische, blauäugige Hoffnung, diese Forderungen im Parlament mittels Abkommen mit den offen bürgerlichen Parteien Grüne, ÖVP. FPÖ oder BZÖ durchsetzen zu können. Solche Hoffnungen, sollten sie ernst gemeint sein, passen eher auf den Wunschzettel für den Weihnachtsmann als in das politische Arsenal einer marxistischen Organisation.
Mit anderen Worten, die SPÖ-Minderheitsregierung a la SJ und Funke wäre abhängig von bürgerlichen Parteien. Sie wäre eine Regierung im Dienste der Bourgeoisie. Deswegen ist die SJ-Kampagne für eine SPÖ-Minderheitsregierung durch und durch reformistisch und würde es der Parteiführung gestatten, sich auf die ungünstige Konstellation im Parlament auszureden. Die Bürokratie könnte ihre bürgerliche Politik durch die mangelnde Unterstützung der offen bürgerlichen Parlamentsparteien entschuldigen. Eine auf die Mobilisierung der ArbeiterInnenklasse gestützte SPÖ-Minderheitsregierung, wäre jedoch in der Lage die bürgerlichen Parteien zumindest für eine gewisse Zeit zu paralysieren.
Auf all diese Argumente bringst du kein einziges Gegenargument vor, sondern beschränkst dich auf den Hinweis, dass der Funke in irgendwelchen Resolutionen auch für eine Minderheitsregierung gestützt auf Massenmobilisierungen eintritt. Aber im Vordergrund steht die aktuelle SJ-Kampagne, die ihr kritiklos unterstützt und die von euch mitgetragen wird und diesen Punkt versuchst du durch Stillschweigen zu umgehen.
Zusammenhang von Theorie und Praxis – ein unüberbrückbarer Graben für den Funke
Das Werben für eine SPÖ-Minderheitsregierung mit reformistischen Losungen gibt ein sehr gutes Beispiel für das Wesen des Zentrismus – für das Wesen des Funke. Ihr beharrt auf eure theoretischen Dokumente über die richtige Anwendung der Losung einer SPÖ-Minderheitsregierung, werft diese Prinzipien in der Praxis jedoch über Bord. In diversen Dokumenten schreibt ihr zwar über die Notwendigkeit von Massenstreiks und –demonstrationen, „vergesst“ diese Position jedoch schnell wieder, wenn es darum geht, vielleicht ein bisschen Einfluss in der SJ zu gewinnen. Diesem Fehler liegt das Unverständnis der dialektischen Einheit von Theorie und Praxis zugrunde. Für euch sind Theorie und Praxis zwei verschiedene Paar Schuhe. Auf der einen Seite stehen eure theoretischen Analysen und Versprechungen, auf der anderen Seite eure konkrete Praxis. In der Theorie sprecht ihr davon, dass sich eine SPÖ-Minderheitsregierung auf Massenaktionen stützen müsse, in der Praxis unterstützt ihr jedoch Forderungen, die genau das Gegenteil aussagen und Illusionen in die Sozialdemokratie schüren.
Für Marxisten gibt es keine Trennung von Theorie und Praxis. Sie stellen eine unauflösliche dialektische Einheit dar. Die Praxis kann nicht ohne der Theorie und die Theorie nicht ohne der Praxis existieren. Nur so ist es möglich, aus der Praxis die notwendigen Schlussfolgerungen zu ziehen und die Theorie auf eine höhere Stufe zu stellen, bzw. die Theorie in der Praxis konkret austesten zu können. Der russische Marxist Deborin schrieb dazu: „Um die Wirklichkeit umzugestalten, ist es notwendig, daß die Theorie selbst Wirklichkeit werden, daß sie aktiv-schöpferische Kraft sei, daß, mit einem Wort, die Theorie Praxis werde. Der Marxismus ist eine solche von allen anderen abweichenden Theorie, eine philosophische Weltanschauung, die die Umkehrung der Praxis zur Theorie und der Theorie in die Praxis fordert. Der Marxismus kennt keine Trennung zwischen Theorie und Praxis. Die dialektische Einheit von Theorie und Praxis erfordert, dass die Theorie praktisch sei und daß die Praxis durch die Theorie erklärt, und selbst zur Theorie werde.“ (Abram Deborin: Lenin – der kämpfende Materialist, 1924, S. 11)
Kern der Differenz: unterschiedliche Einschätzung der Sozialdemokratie
Was steckt nun hinter unserer Differenz? Du meinst in deinem Brief: „Tatsächlich ist aber die Aktion für die Umsetzung jener Forderungen, die im Zuge einer kritischen Wahlunterstützung der SPÖ bereits im Wahlkampf erhoben wurden, auch nach der Wahl nichts anderes als die konsequente Umsetzung der Einheitsfronttaktik.“ In der Tat haben wir grundlegende Meinungsverschiedenheiten zur Frage der Einheitsfronttaktik wie ich gleich darlegen werde, doch gehen unsere Differenzen noch weiter. Sie gründen in der unterschiedlichen Einschätzung der Sozialdemokratie und eurer Meinung, dass sich jede Form der politischen Linksentwicklung in der ArbeiterInnenklasse und der Jugend hin zur Sozialdemokratie bewegen müsse.
Lenin übernimmt den von Engels für die britische Labour-Partei geprägten Ausdruck der „bürgerlichen Arbeiterpartei“ und wendet ihn systematisch für alle reformistischen Parteien an. (siehe unter anderem seinen Artikel „Der Imperialismus und die Spaltung des Sozialismus“ in Lenin-Werke 23, S. 102-118). Im Unterschied zum Funke betonte Lenin unmissverständlich den bürgerlichen Charakter der Sozialdemokratie:
„In Wirklichkeit ist es nicht richtig, von einer ‚politischen Organisation der Trade-Union-Bewegung“ oder von einem ‚politischen Ausdruck’ dieser Bewegung zu sprechen. Natürlich setzt sich die Arbeiterpartei größtenteils aus Arbeitern zusammen. Ob jedoch eine Partei wirklich eine politische Arbeiterpartei ist oder nicht, hängt nicht nur davon ab, ob sie sich aus Arbeitern zusammensetzt, sondern auch davon, wer sie führt und was der Inhalt ihrer Aktionen und ihrer politischen Taktik ist. Nur das letztere ist maßgebend dafür, ob wir wirklich eine politische Partei des Proletariats vor uns haben. Von diesem einzig richtigen Standpunkt aus ist die Arbeiterpartei eine durch und durch bürgerliche Partei, denn obwohl sie sich aus Arbeitern zusammensetzt, wird sie doch von Reaktionären geführt – von den schlimmsten Reaktionären, die ganz im Geist der Bourgeoisie handeln. Es ist eine Organisation der Bourgeoisie, die dazu existiert, mit Hilfe der englischen Noske und Scheidemann die Arbeiter systematisch zu betrügen.“ (W. I. Lenin: Rede über die Zugehörigkeit zur Britischen Arbeiterpartei, 6.8.1920, in: LW 31, S. 246f.)
Die Geschichte der österreichischen Sozialdemokratie mit ihrem Verrat an der Revolution 1918-20, ihrer pro-imperialistischen Politik seit 1914, ihren Koalitionen mit den Konservativen 1919-20, 1945-66, 1986-1999 und wohl heute wieder – all das zeigt die Aktualität von Lenin’s Charakterisierung der Sozialdemokratie für die SPÖ heute. Die SPÖ wird von einer Schicht von Bürokraten beherrscht, die der Bourgeoisie hinterherläuft und mit ihr verbunden ist, die ihre soziale Basis jedoch in der ArbeiterInnenklasse hat. Somit ist es notwendig, dass die ArbeiterInnenklasse, die noch Illusionen in die Sozialdemokratie hegt, von dieser weg gebrochen wird. Die Praxis des Funke und deine Argumentation beweisen eindeutig, dass ihr zu diesem Schritt nicht bereit seid. Ihr seht in der Sozialdemokratie eine reformistische Partei, die durch den wachsenden Einfluss von linken Kräften auch nach links bewegt werden kann, ja die sogar für ein sozialistisches Programm gewonnen werden kann und nicht als eine Partei die vollkommen in den bürgerlichen Staatsapparat integriert ist und lediglich ihre soziale Basis in der organisierten Arbeiterschaft hat. Um Einfluss zu gewinnen, seid ihr auch bereit, gewisse Prinzipien zugunsten von besseren Führungspositionen innerhalb der Sozialdemokratie aufzugeben – nicht wegen den materiellen Privilegien natürlich (das unterscheidet euch wohltuend von der traditionell karrieregeilen SJ-Führungsclique), sondern weil ihr an die Reformierbarkeit der Sozialdemokratie glaubt. Anstatt mit Jugendlichen konkrete Aktionen zu starten, welche die SJ-Führung unter Druck setzen, orientiert ihr euch lieber an der Führung selbst. Daher sehen wir im Falle der Kampagne für die SPÖ-Minderheitsregierung: Braves Nicken zu einer reformistischen Forderung statt konsequenten Kampfs für eine marxistische Linie.
Komintern und Einheitsfronttaktik
Ein Grundmangel deiner bzw. eurer Argumentation ist das Fehlen einer ernsthaften marxistischen Herangehensweise an die Frage der Einheitsfronttaktik. Du verweist so nebenbei auf die „Dokumente des 2. und des 3. Kongresses der revolutionären Komintern“ ohne auch nur eine einzige Resolution oder ein Zitat anzuführen, um eure Linie zu rechtfertigten. Du spekulierst offenkundig darauf, dass der Leser sich nicht genauer mit den Resolutionen und der Methode der Kommunistischen Internationale (Komintern) auskennt. Überhaupt frage ich mich, wieweit der Funke die Einheitsfronttaktik der Komintern wirklich studiert hat. Auf dem II. Weltkongress im Juli/August 1920 wurde die Frage der Einheitsfronttaktik nur in ihren elementarsten Ansätzen diskutiert, ausführlicher befasste sie sich mit dieser Frage auf dem III. und IV. Weltkongress. Die Frage der Anwendung der Einheitsfronttaktik auf Regierungsebene wurde erst am IV. Weltkongress diskutiert.
Das Verständnis der Kommunistischen Internationale kommt in folgenden Worten klar zum Ausdruck:
Als Hauptbedingungen, die für die Kommunistischen Parteien aller Länder gleich und unbedingt ultimativ sind, hält die Exekutive der Kommunistischen Internationale die absolute Selbstständigkeit und die völlige Unabhängigkeit jeder kommunistischen Partei, die dieses oder jenes Übereinkommen mit den Parteien der 2. und 2œ Internationale trifft, und zwar volle Freiheit in der Darlegung ihrer Anschauungen und in der Kritik der Gegner des Kommunismus. Während die Kommunisten sich den Prinzipien der Aktion fügen, sollen sie dabei unbedingt das Recht und die Möglichkeit bewahren, nicht nur vor und nach der Aktion, sondern, wenn nötig, auch während der Aktion ihre Meinung über die Politik aller Organisationen der Arbeiterklasse ohne Ausnahme zu äußern. Ein Aufgeben dieser Bedingung ist unter keinen Umständen zulässig. Die Parole der größtmöglichen Einheit aller Arbeiterorganisationen in jeder praktischen Aktion gegen die kapitalistische Front unterstützend, können die Kommunisten indessen keinesfalls von der Darlegung ihrer Anschauungen Abstand nehmen, die allein der konsequente Ausdruck der Verteidigung der Interessen der Arbeiterklasse als Ganzes sind. (Leitsätze über die Einheitsfront der Arbeiter und über das Verhältnis zu den Arbeitern, die der 2., der 2œ und der Amsterdamer Internationale angehören, sowie zu den Arbeitern, die die anarcho-syndikalistischen Organisationen unterstützen; in: Die Kommunistische Internationale. Band II: 3. und 4. Weltkongress. Thesen und Resolutionen, Dortmund 1978, S. 24f. (These 18). Diese Leitsätze wurde am 18. Dezember 1921 von der Exekutive der Kommunistischen Internationale angenommen und vom 4. Weltkongress bestätigt. (Hervorhebungen im Original))
Fassen wir also die Prinzipien der marxistischen Einheitsfronttaktik zusammen:
1) Das Ziel ist das Wegbrechen der Basis der ArbeiterInnen und Jugendlichen von der reformistischen und zentristischen Führung.
2) Versuch der Herstellung der Einheit in der Aktion mit den reformistischen und zentristischen ArbeiterInnen und Jugendlichen, was auch ein Angebot zur Zusammenarbeit an die jeweiligen Führungen miteinschließt.
3) Freiheit der Propaganda – offene Kritik an den reformistischen und zentristischen Führungen, wenn sie die Interessen der Arbeiterklasse nicht konsequent vertreten und von vereinbarten Aktionen abweichen.
Die Scheinwelt des Funke
Ihr glaubt, näher am Puls der Arbeiterklasse zu sein, da ihr euch seit Beginn eurer Existenz innerhalb der Sozialdemokratie bewegt. Doch ihr identifiziert fälschlicherweise ArbeiterInnenklasse und ArbeiterInnenbewegung mit der Funktionärswelt der SJ.
Eure Behauptung, der ArbeiterInnenstandpunkt würde die marxistische Einheitsfronttaktik ablehnen oder bloß propagieren, ist schlichtweg ein Märchen. Wir wenden die Einheitsfronttaktik regelmäßig an, indem wir unsere offene Propaganda für das revolutionäre Programm mit konkreten Vorschlägen und Initiativen zur praktischen Zusammenarbeit mit der SJ, aber auch zahlreichen anderen Organisationen der ArbeiterInnenbewegung, kombinieren. Manchmal ist die SJ-Führung bereit, mit uns gemeinsam Aktionen zu organisieren – trotz internen SJ-Wien-Beschluss, mit uns nicht zusammenzuarbeiten – wie z.B. die Schulstreiks am 20. Mai 2005 sowie jener gegen den Bush-Besuch am 21. Juni 2006 oder zuletzt die Antifa-Demonstration am 9. November. Manchmal scheitert eine Zusammenarbeit daran, dass die SJ-Führung nicht bereit ist, einen Redner des ArbeiterInnenstandpunkt zu akzeptieren (dies war z.B. eine Bedingung bei den Verhandlung zwischen dem „Stop Bush“- und dem „Bush Go Home“-Bündnis für die Großdemonstration am 21. Juni Nachmittag) und uns somit die Freiheit auf Propaganda verwehrt wird. Auf jeden Fall wenden wir die Einheitsfronttaktik immer wieder an, ohne deswegen in irgendeiner Art und Weise unsere marxistische Kritik der Sozialdemokratie zurückzunehmen. Der Funke hingegen ist bei den meisten dieser Aktionseinheiten für die Mobilisierung gar nicht anwesend und passt dafür seine Propaganda an die Politik der SJ an. Eure Losung der Minderheitsregierung verwandelt sich von einer Konkretisierung der Arbeiterregierungslosung in eine sozialdemokratische Regierungslosung. Aus der marxistischen Strategie der gewaltsamen sozialistischen Revolution als bewaffneter Aufstand wird die „sozialistische Umwälzung“ des Kapitalismus, die möglicherweise sogar friedlich verlaufen könnte. Mit anderen Worten, der Funke vertritt einen Marxismus, der sich mit der Sozialdemokratie versöhnt hat - einen sozialdemokratisierten „Marxismus“.
Eure politische Anbindung an die Sozialdemokratie führt nicht nur dazu, dass euer „Marxismus“ eine sozialdemokratische Färbung trägt, sondern auch dazu, dass ihr eurer Aktivitäten viel zu sehr auf das Innenleben der SJ beschränkt – die Welt des „Sommers, Sonne und Sozialismus“, wie es die SJ-Spitze als Motto nennt. Weil ihr mit den angeblichen Sekten nicht zusammenarbeiten wollt, sind faktisch alle wichtigen Klassenkampfereignisse in Österreich im Jahre 2006 spurlos an euch vorübergegangen. An der Organisierung der „Bush Go Home“-Kampagne habt ihr euch nicht beteiligt und beim Schulstreik und der Großdemonstration am 21. Juni wart ihr nur mit ein paar Mitgliedern vertreten. Für die verschiedenen Antikriegsdemonstrationen heuer habt ihr faktisch keinen Finger gerührt – bei all eurer Venezuela-Euphorie scheint ihr ganz zu vergessen, dass einer der wichtigsten Knotenpunkte der weltpolitischen Widersprüche die imperialistische Kriegsoffensive im Nahen Osten ist. Ist es reiner Zufall, dass gerade in dieser Frage die Konflikte der Marxisten mit der pazifistischen, pro-zionistischen Politik der SJ-Führung am schärfsten sind?! Eure ganze Mobilisierungskraft scheint sich in der Organisierung der Chavez-Jubelveranstaltung im Mai sowie der „Hände Weg von Venezuela“-Arbeit zu erschöpfen.
Für uns besteht revolutionäre Arbeit in der Verbindung von Theorie, Propaganda und revolutionärer Praxis, Aktionen. Die Arbeit innerhalb der Funktionärsstrukturen, Versammlungen und Mitgliedertreffen der Sozialdemokratie sollte für Marxisten in Zeiten wie diesen hingegen wahrlich keine vorrangige Rolle spielen. Der Funke hingegen steckt seine ganze Kraft auf die Arbeit innerhalb der sozialdemokratischen Jugendorganisation. Um dies politisch zu rechtfertigen behauptet ihr, dass die SJ sich nach links entwickle und sogar – genauso wie die SPÖ – für eine marxistische Politik gewonnen werde könne. Ihr ignoriert die Tatsache, dass sich die politische Radikalisierung von Teilen der Jugend und der ArbeiterInnenklasse auch außerhalb der reformistischen Parteien abspielen kann – wie wir dies 1968 oder auch in der antikapitalistischen Bewegung seit 2000 gesehen haben. Ihr ignoriert weiters die Tatsache, dass es in bestimmten Situationen zwar durchaus sein kann, dass sich Teile der sozialdemokratischen Basis nach links entwickeln und sogar für den revolutionären Marxismus gewonnen werden können. Aber in jedem Fall wird die Partei als ganzes niemals für den Marxismus gewonnen werden können, wird jeder tatsächliche Schritt nach links zu einer scharfen Konfrontation und einem Bruch mit der reformistischen Bürokratie führen. Ein aktuelles Beispiel dafür war die Abspaltung linker Kräfte von der SPD und die Bildung der WASG in Deutschland.
Die Schlussfolgerung aus all dem ist für uns als marxistische RevolutionärInnen, dass wir die Strategie des Kampfes für die Revolution mit einem Höchstmaß an taktischer Flexibilität kombinieren müssen. Ihr jedoch bleibt um jeden Preis innerhalb der Sozialkdemokratie und verschweigt dabei den wahren Charakter des Reformismus.
Was lernt der Funke aus dem bürokratischen Putsch in der SJ Floridsdorf?
Ein aktuelles Beispiel dafür sind die bürokratischen Manöver der SJ-Führung gegen die Funke-Unterstützer innerhalb der SJ Floridsdorf. Wie ihr selbst berichtet, haben die SJ-Bürokraten zahlreiche Karteileichen mobilisiert, um bei der Bezirkskonferenz der SJ Floridsdorf eine Mehrheit gegen euch zu erringen. (siehe „Stoppt den Putsch in der SJ 21! - Für eine starke, demokratische und linke SJ!“ 22. 11. 2006; http://www.derfunke.at/html/index.php?name=News&file=article&sid=968) Während ihr zwar zurecht gegen diese Methoden protestiert, wiegt ihr euch selbst und eure Leser in große Illusionen über den Charakter der SJ. In besagten Artikel behauptet ihr, dass sich die SJ nach links entwickle und ruft „Für eine Fortsetzung des Linksrucks in der SJ!“ auf. Anstatt die durch und durch bürokratische, reformistische Politik der SJ beim Namen zu nennen, dichtet ihr dieser eine Linksentwicklung an. In einem weiteren Artikel, in dem ihr den Putsch in der SJ Floridsdorf bilanziert, zeigt sich eure hoffnungslose Anbiederung an die SJ-Politik noch deutlich.
„Was will eigentlich der „Funke“? Es wird den Leser/die Leserin überraschen: „Der Funke“ will dasselbe wie die SJ Wien-Führung. Er will die ArbeiterInnenbewegung, Partei und Gewerkschaft in eine linke Richtung verändern.
Der entscheidende Unterschied ist aber das Wie: die Methode wie diese Veränderung herbeigeführt werden soll.
Die Funke-Strömung setzt nämlich bei der Veränderung nicht auf die Apparate von Partei und Gewerkschaft, sondern auf die Basis.“ (siehe „Wohin geht die SJ Wien? - Antitrotzkistische Hexenjagd oder sozialistische Demokratie“, veröffentlicht auf der Funke-Homepage am 10. 12. 2006 und am nächsten Tag wieder gelöscht. Wir veröffentlichen ihn im Anhang an diesen Brief noch einmal.)
Dieses Zitat zeigt mehr als alle abstrakten Bekenntnisse zum Marxismus und Trotzkismus, dass ihr eine Nähe, ja sogar Übereinstimmung eurer Ziele mit jenen der reformistischen SJ-Führung seht. Ein Marxist würde hingegen sagen: Das Ziel der SJ-Wien-Führung ist die Eroberung von Posten im bürokratischen Partei- und Staatsapparat wie es die ehemaligen SJ-Vorsitzenden Gusenbauer und Cap vorgezeigt haben. Sie wollen von Kapitalismus profitieren und wenn möglich von Regierungsposten aus verwalten. Diese Politik tarnen sie – je nachdem wie die Stimmung in der Basis ist – durch linke und manchmal sogar marxistische Phrasen (was kosten schon Phrasen?!). Marxistische Revolutionäre haben völlig andere Ziele als die SJ-Führung und bedienen sich deswegen völlig anderer Methoden des Kampfes und der Organisierung.
Der Funke hingegen ist Gefangener seiner eigenen Illusionen. Geblendet vom Glauben an die sozialistische Reformierbarkeit der SJ und der SPÖ wollen die GenossInnen um jeden Preis innerhalb der Sozialdemokratie bleiben. Deswegen könnt ihr euch selbst dann, wenn euch die Bürokratie offen ins Gesicht spuckt und auch mit „putschistischen Methoden“ bekämpft, nicht dazu durchringen, den wahren Charakter der SJ und ihre Unreformierbarkeit beim Namen zu nennen. Ja selbst eine solche Bilanz wie jene aus der wir oben zitierten, wo ihr aufgrund eurer Empörung über den Verlust der Bezirksgruppe Floridsdorf die SJ-Führung für ihre Manöver kritisiert, scheint euch zu radikal und ihr nehmt sie am Tag nach der Veröffentlichung wieder von der Homepage runter!
Tatsächliche Linke sollten nicht länger Hoffnungen auf die revolutionäre Umwandelbarkeit der SJ hegen, sondern sich für den Aufbau einer tatsächlich revolutionären, von jeglicher Bürokratie unabhängigen Jugendorganisation und Partei einsetzen. Wir brauchen eine Jugendorganisation ohne „Sommer, Sonne, Sozialismus“-Mentalität. Eine Jugendorganisation, die nicht von der bürokratischen Kaste der Sozialdemokratie abhängig ist. Denn wer glaubt noch die Märchen der SJ-Spitzenfunktionäre über die Unabhängigkeit der SJ von der SPÖ?! Dies ist in Wirklichkeit reiner Schein, der nur dazu dient, gegenüber Jugendlichen attraktiver zu erscheinen und sich vom unappetitlichen Geruch zu befreien, welcher der bürokratischen SPÖ in den Augen vieler fortschrittlicher Jugendlicher anhaftet. Die SJ mit ihrem gesamten Apparat hängt an der Geldbörse der SPÖ und des bürgerlichen Staates. Ohne die jährlichen staatlichen Zuschüsse von 400.000 Euro, ohne die von der Partei bezahlten SJ-Funktionäre, ohne die von der SPÖ zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten usw. wäre die SJ nur ein Schatten ihrer selbst.
Deswegen bauen wir eine Organisation auf, deren Motto nicht „Sommer, Sonne, Sozialismus“ lautet, sondern „Alles für die Revolution“. Deswegen bin ich im ArbeiterInnenstandpunkt und der Jugendorganisation REVOLUTION aktiv. Wir schlagen euch daher vor, im Jänner 2007 zum Thema „Marxismus, Reformismus und Einheitsfronttaktik“ eine öffentliche Debatte zu veranstalten. Eine solche Diskussionsveranstaltung müsste von unseren beiden Organisationen gleichberechtigt organisiert und beworben werden. Was meint ihr dazu?
revolutionäre Grüße,
Roman Birke (für den ArbeiterInnenstandpunkt)
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Wohin geht die SJ Wien? - Antitrotzkistische Hexenjagd oder sozialistische Demokratie
Der Funke, 10. Dezember 2006
Die Ereignisse rund um die Bezirkskonferenz der SJ Floridsdorf sind ein Schock für alle ehrlichen AktivistInnen in der SJ Wien. Erstmals seit der linken Wende im Jahr 2000 wurden mit putschistischen Methoden in einem linken Bezirk die Mehrheitsverhältnisse geändert.
Den Höhepunkt des traurigen Geschehens stellt zweifellos das Verhalten der Wiener Landesführung dar, dass sich für viele Mitglieder wie ein Schlag in die Magengegend anfühlte. Leider können wir heute mit Sicherheit sagen, dass die Wiener Landesführung den Putsch von Bernhard Herzog unterstützt hat. Alleine die Tatsache, dass ca. vierzig Erlagscheine von Delegierten, die für den Gen. Herzog stimmten, bei denen Adresse und Geburtsdatum fehlten, von der Wiener Kontrolle mit Wissen der Führung der SJ Wien anerkannt worden sind, ist Beweis genug, dass die SJ Wien in diesem Konflikt nicht neutrale Instanz, sondern streitende Partei war. Alleine die Tatsache, dass die Führung der SJ Wien versucht hat, AktivistInnen der SJ Floridsdorf im Zeitpunkt der höchsten Not von anderen Bezirksgruppen fern zu halten (und das haben sie, wer will es bestreiten?), zeigt ihr schlechtes Gewissen. Wählen mit 16 fordert die SJ Wien, aber wenn es um die eigene Organisation geht sind laut SJ Wien-Büro 16jährige AktivistInnen plötzlich zu unerfahren um mitdiskutieren zu dürfen.
Aber seien wir fair! "Im Zweifelsfall für den Angeklagten" heißt es seit der Französischen Revolution! Machen wir daraus: Für den Angeklagten, entgegen allen Indizien! Nehmen wir an, die Führung der SJ Wien war nicht in die Ereignisse verstrickt. Nehmen wir an, die SJ Wien verhielt sich so, wie sie es vorgab, nämlich neutral. Schon das wäre ein Skandal.
Wenn die Führung der AktivistInnen mit Hilfe von Cliquen aus der SPÖ und der JG und Masseneinzahlungen weggeputscht wird, dann kann es für eine linke SJ keine Neutralität geben. Diese Art von Neutralität ist vergleichbar mit einem Spießbürger, der zuschaut während jemand überfallen wird und sich für unparteiisch erklärt. Das ist keine Neutralität, das ist Unterlassung von Hilfeleistung. Und nicht nur das! Es ist noch dazu Dummheit! Denn die SJ Wien hat hier indirekt oder direkt, das sei dahin gestellt, Methoden akzeptiert, die sie selbst in ihrer Existenz bedrohen.
Der Putschismus stärkt die SJ-Rechte!
Putschistische Methoden spielen immer den Rechten in der SJ in die Hände, den Parteicliquen und den Apparatschiks. Denn sie sitzen mit ihren Netzwerken im Apparat und mit ihrem Zugang zu Geldern am längeren Ast, wenn es um eine Karteileichenschlacht geht. Es stimmt, dass es auch schon linke Übernahmen in der SJ gegeben hat, die durch bürokratische Manöver herbeigeführt wurden. In diesen Fällen wäre die linke Übernahme bei einer Konferenz aber schon früher gekommen, hätte es von beiden Streitparteien keine bürokratischen Manöver gegeben. Die politische Mehrheit war z.B. bei der Wiener Landeskonferenz 2001 schon längst in den Händen der Linken in der SJ Wien, bevor der Gen. Landgraf (ehemaliger, parteitreuer SJ Wien-Landesvorsitzender) durch ganz ähnliche Manöver eine Karteileichenschlacht und Statutenbrüche herbeigeführt hat.
Wichtig ist folgendes: Das bürokratische Manöver an sich spielt immer der SJ-Rechten in die Hände. Das ist auch nicht verwunderlich. Das bürokratische Manöver wurde quasi erfunden, um linke AktivistInnen unter Kontrolle zu bringen und zu disziplinieren. Ist der Putschismus als Methode einmal salonfähig, dann wird er für alle Linken zur Gefahr.
Es ist immer dasselbe Spiel, dieselbe alte Leier: Der Hexenjagd auf die TrotzkistInnen folgt der Schlag gegen die gesamte Linke, wie der Donner auf den Blitz. So war es in den 1980er Jahren in England, wo in Folge der Hexenjagd gegen die trotzkistische „Militant Tendency“ die neokonservative Fratze Tony Blair in der Labour Party das Haupt erhob. So war es in den 1930er Jahren in der UdSSR, wo nach den TrotzkistInnen alle anderen linken Strömungen und am Schluss sogar die AnhängerInnen Stalins selbst von der Stalinschen Bürokratie verfolgt worden sind. So war es in Spanien Ende der 1970er Jahre in der Sozialistischen Jugend, so war es in Österreich 1945-50 und in den USA in der McCarthy-Ära: Der allgemeinen Jagd gegen die „bösen KommunistInnen“ oder gegen die „bösen TrotzkistInnen“ ist schlussendlich die gesamte Linke in der ArbeiterInnenbewegung zum Opfer gefallen. Besonders die SJ sollte aus der Vergangenheit ihre Lehren ziehen. Josef Hindels, der theoretische Gründervater der SJÖ, war ein linker Marxist. Er zog es in den Jahren von 1945-50 vor, nicht gegen den aufkommenden Antikommunismus in der SPÖ zu kämpfen und unternahm nichts gegen die „Enttarnung kommunistischer Agenten“. Er argumentierte dies mit seiner antistalinistischen Haltung. Nachdem aber der der „kommunistischen Unterwanderung“ bezichtigte Flügel von Erwin Scharf aus der SPÖ gejagt worden war, wurde auch die Strömung von Hindels marginalisiert. Die Sozialistische Jugend rückte in der Folge nach rechts.
Es gibt in der ArbeiterInnenbewegung eine allgemeine Gesetzmäßigkeit, der sich niemand entziehen kann: Ein Schlag gegen eine linke Strömung ist ein Schlag gegen alle linken Strömungen. Die Rechte beginnt immer mit einem Schlag gegen die radikalste Strömung. Wenn diese fällt, folgt der Schlag gegen die gesamte Linke. Es gibt in der gesamten Geschichte der ArbeiterInnenbewegung kein einziges Beispiel wo es anders war, keine einzige Ausnahme. Es war immer so, und es wird immer so sein. Grundlage dieser unerbittlichen Logik ist die Tatsache, dass zur Verfolgung der „bösen radikalen Strömung“ ein Lügengebäude aufgestellt werden muss. Dieses Lügengebäude der „kinderfressenden KommunistInnen“ (nach dem Krieg) oder der „kinderfressenden TrotzkistInnen“ (heute), meist verbunden mit einer Art „Agentenring- und Unterwanderungstheorie“ stürzt jedoch im Zuge der Verfolgung meist ein. Genau aus diesem Grund beginnen immer mehr AktivistInnen die „böse radikale Strömung“ zu verteidigen und müssen ebenfalls diszipliniert werden. Außerdem gerät auf Grund einer Art chronischen Hysterie der Bürokratie jedeR in den Verdacht TrotzkistIn zu sein, der/die sich nicht zu absolutem Gehorsam verpflichtet.
Hinzu kommt noch ein weiterer Grund, warum antidemokratische Schläge einer an sich "linken" Führung die Dynamik einer Rechtsentwicklung verstärken: Das Verhalten der Landesführung empört alle ehrlichen und linken AktivistInnen moralisch zu tiefst und führt in vielen Fällen zu einem Abgleiten dieser AktivistInnen in die Inaktivität. Dies kommt nicht zuletzt in Bezirken vor, die dem Landesbüro nahe stehen. Dadurch, dass linke AktivistInnen nach solchen Aktionen die SJ verlassen, verschiebt sich das Kräfteverhältnis weiter nach rechts.
Die wichtigste Gefahr repressiver Maßnahmen für die gesamte Linke liegt jedoch darin, dass eine Führung, die permanent nach links schlägt, der Rechten unweigerlich die Flanke öffnet und darüber vergisst, an den Aufbau der SJ zu denken.
Setzt sich der momentane Kurs der Führung der SJ Wien durch, werden diesem Kurs nicht nur die TrotzkistInnen, sondern alle linken, unabhängigen Bezirke und am Ende die Führung der SJ Wien selbst diesem Kurs zum Opfer fallen.
„Warum sind sie so gemein?"
Diese Frage haben sich in den letzten Tagen viele AktivistInnen gestellt, wenn die neusten Aktionen oder die neusten Postings des Wiener Landesbüros im SJ-intern bekannt wurden.
Die Aktionen des Landesbüros oder der "Büroclique" - wir benutzen diesen Begriff, weil viele AktivistInnen, die nicht den "Funke" unterstützen, diesen Ausdruck mittlerweile verwenden, um die Führung der SJ Wien zu charakterisieren – sind jedoch nicht aus den Motiven der Dummheit oder Gemeinheit heraus zu begreifen. Der Wahnsinn hat Methode. Oder besser: der Wahnsinn, die Dummheit und die Gemeinheit entspringen einer gewissen Methode, die fürs erste gar nicht so wahnsinnig, dumm oder gemein ist. Was ist das für eine besondere Methode?
Es ist eine Methode, die am Anfang ganz vernünftig klingt, sie scheint auf den ersten Blick sogar vernünftiger als die „utopischen und weltfremden“ Ideen der Funke-Strömung. Um diese Methode zu verstehen, müssen wir etwas ausholen. Beginnen wir bei den elementaren Dingen.
Was will die Führung der SJ Wien? Sie will die ArbeiterInnenbewegung in eine linke Richtung verändern. Wir sehen, wir gestehen der Führung der SJ Wien ehrliche Motive zu. Wie will sie das tun? Sie will das vor allem tun, indem sie den Apparat der Partei und der Gewerkschaft nach links zu treiben versucht. Die Führung der SJ Wien ist „realistisch“, oberflächlich betrachtet realistischer im Übrigen als die Funke-Strömung. Sie nimmt die Partei, die Gewerkschaft, die ArbeiterInnenbewegung so wie sie ist. Momentan ist die Partei hauptsächlich ein Apparat mit ein paar Sektionen ohne viel politischem Eigenleben als ihr Anhängsel.
Wie kann man diesen Apparat nach links treiben? Man muss Verbündete in diesem Apparat finden, Leute die eine linke SJ unterstützen, trotz pro-kapitalistischer Politik der SPÖ, trotz Regierungsbeteiligung der SPÖ. Das ist gar nicht so einfach. Nichts desto weniger ist es extrem wichtig für die Führung der SJ, diese Unterstützung in der Partei zu gewinnen. Immer wieder droht sonst der Aufbau paralleler „roter“ Jugendorganisationen durch Parteikreise. Der Aufbau einer solchen Konkurrenz, die ganz und gar unter der Kontrolle der SPÖ-Spitze stünde, muss verhindert werden.
Die SJ-Führung versucht also linke Netzwerke in den Funktionärsapparaten auszubauen, im Parteiapparat, im Gewerkschaftsapparat, in den Bezirksvorständen, in den Apparaten der Jugendorganisationen der Gewerkschaften usw.
Diese linken Netzwerke sind jedoch ein zweischneidiges Schwert. Eine Hand wäscht die andere. Die Funktionäre, die die SJ unterstützen, wollen auch etwas im Gegenzug für ihre Unterstützung. Oder besser: Die UnterstützerInnen im Apparat verlangen im Gegenzug für ihre Unterstützung eine gewisse Verlässlichkeit, eine gewisse Kontrollierbarkeit, eine gewisse Berechenbarkeit der SJ. Eine gewisse Verlässlichkeit dahingehend, dass die SJ nicht irgendwelche unberechenbaren Aktionen durchführt, die dem Apparat, auch den „linken“, „SJ-freundlichen“ Teilen des Apparats unangenehm sind. Was sind solche unberechenbaren Aktionen? Zum Beispiel die lautstarke Forderung nach einer Begrenzung des Einkommens für FunktionärInnen auf dem durchschnittlichen ArbeiterInneneinkommen. Es gibt kaum eineN hauptamtlicheN FunktionärIn in der gesamten ArbeiterInnenbewegung, ganz unabhängig von der sonstigen politischen Einstellung, der/die diese Forderung unterstützen würde (Die Spitze der SJ Wien hatte entsprechende Forderungen auf der letzten Landeskonferenz auch noch massiv abgelehnt, bevor der Druck zu stark wurde und der Verbandstag dank der ehrlichen Einstellung anderer Landesorganisation Tatsachen geschaffen hat). Oder aber die Einmischung der SJ in die Politik der Gewerkschaft, die Einmischung der SJ in die Politik der Partei. Selbst die Einmischung der SJ in die Politik der Gewerkschaftsjugend, der AKS oder des VSSTÖ kann schon als Affront gesehen werden. Ein SchülerInnenstreik gemeinsam mit jungen ArbeiterInnen organisiert von der SJ zu einem Kernthema von AKS, VSSTÖ und ÖGJ könnte von diesen Organisationen als Provokation gesehen werden. Wie oft hörten wir schon das Argument, dass dieses oder jenes der ÖGJ-Führung missfallen würde? Das wiederum könnte die Stellung der SJ im Apparat schwächen.
Das bedeutet, dass der Plan der SJ-Führung, schrittweise linke Positionen im Apparat der Bewegung zu verfestigen, eine gewissen Rücksichtnahme auf die verbündeten Kräfte, ein taktvolles, vernünftiges Maßhalten in den politischen Positionen und Aktionen verlangt. Schön und gut, wenn es da nicht die Funke-Strömung gäbe, die diesen Plan permanent durch ihre „Unberechenbarkeit“ hintertreiben würde.
Unabhängige Initiativen
Die Funke-Strömung und die SJ-Bezirke, die sich zu ihren Ideen bekennen, zeichnen sich durch ein starkes politisches Eigenleben aus. Sie schlagen Kampagnen und politische Slogans vor und laden alle SJ-AktivistInnen ein mitzumachen. Neben der Funke-Strömung gibt es eine Reihe von Bezirken, die eine vom Landesbüro unabhängige Rolle spielen. Mensch weiß nicht, ob sie in der nächsten Frage die Funke-Strömung unterstützen, neutral bleiben oder eine eigene Initiative ergreifen. Jedenfalls gibt es in der SJ Wien einige vom Landesbüro unabhängige Bezirksorganisationen, die jederzeit eine für die Landesführung unberechenbare Dynamik erzeugen können und oft schon erzeugt haben. In vielen Fragen haben politische Positionen und Kampagnenvorschläge der Funke-Strömung die Mehrheit der AktivistInnen der SJ Wien überzeugt. In vielen Fällen war die SJ Wien-Führung gezwungen den Kurs der Funke-Strömung aufzugreifen, wenn sie sich nicht von den AktivistInnen isolieren wollte. (z.B. bei der Frage Facharbeiterlohn für Funktionäre)
An sich ist das nichts Schlimmes. Strömungen, eigenständig denkende und handelnde Bezirke machen die SJ lebendig und stark. Viele Aktionen der Funke-Strömung haben die SJ massiv gestärkt, wenn wir nur an die Veranstaltung mit Hugo Chavez in der Arena denken. (Die SJ Wien-Spitze hatte übrigens auf jener Ausschussklausur, als die Funke-UnterstützerInnen den Vorschlag machten, die Frühjahrsarbeit 2006 mit Aktionen rund um Chavez-Besuch und die Anti-Bush-Demonstration ganz ins Zeichen internationaler Arbeit zu stellen, dies mit dem Argument abgelehnt, dass eine „Aktivierungskampagne“ mit dem Thema „Reich und Arm in Österreich“ viel sinnvoller sei. Die stellvertretende Landesvorsitzende Laura Lassar hat ohne Widerspruch der Genossin Vorsitzenden sogar behauptet, dass Chavez niemanden interessieren würde. Die Geschichte hat mit 5000 Leuten in der Arena Recht gesprochen.)
Versetzen wir uns aber in die Situation der „Büroclique“ hinein: Jederzeit muss sie damit rechnen, dass ihr der Kurs von einem unkontrollierbaren Punkt aufgezwungen wird. Sie hat ihre Landesorganisation nicht vollständig unter Kontrolle. Dadurch wird sie in den Apparaten von Partei und Gewerkschaft selbst zu einem unkontrollierbaren, unberechenbaren Partner, ihre Reputation ist gefährdet. Ja, die SJ Wien-Spitze wird mit Sicherheit in gewissen Parteikreisen selbst des "Linksradikalismus" verdächtigt bzw. dafür mitverantwortlich gemacht, dass sich in der Sozialdemokratie der "Trotzkismus" verankern kann. "Trotzkismus" ist für BürokratInnen dabei gleichbedeutend mit „Gefahr“, „Unberechenbarkeit“ und „Bedrohung“.
Die SJ Wien-Führung besteht im Prinzip aus netten und vernünftigen Leuten, die jederzeit einer alten Dame über die Straße helfen würden. Aber wie ein altes Sprichwort besagt: der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Ihre Methodik, den Apparat von Partei und Gewerkschaft von innen her reformieren zu wollen, führt mit grausamer Logik zu einem Punkt wo unabhängige Initiativen und unabhängig agierende linke Strömungen zu einem absoluten Hindernis für das Büro der SJ Wien werden müssen. Daher rührt ihr blinder Hass auf die Funke-Strömung, der Hass auf alle unabhängig agierenden Bezirke, die ihre Autorität untergraben und ihrer Methodik das Wasser abgraben.
In Wirklichkeit ist die Politik des Landesbüros schon seit zwei Jahren hauptsächlich durch blinden Hass gegen alle vom Landesbüro unabhängigen Bezirke und die Funke-Strömung getrieben. Am Anfang hat sich hinter diesem irrationalen Verhalten ein rationales Motiv versteckt, das heute jedoch schon nicht mehr erkennbar ist. Vernunft wird Unvernunft. Heute schaufelt sich die „Büroclique“ durch ihre Politik der permanenten Angriffe gegen alles Kritische ihr eigenes politisches Grab.
Was will der „Funke“?
Wir haben uns eingehend mit der Methode der Wiener Landesführung beschäftigt. Wir haben gesehen, dass diese Methode im Prinzip vorerst ganz „vernünftig“ zu sein scheint. Undemokratisch muss sie ja nur werden, weil es „diese verrückten Funke-Leute“ gibt, könnte man meinen. Das stimmt natürlich nicht, weil es in einer linken Jugendorganisation immer eigene Initiativen und unabhängiges Handeln gibt, geben muss und geben soll.
Jetzt ist es an der Zeit folgende Frage zu klären: Was will eigentlich der „Funke“? Es wird den Leser/die Leserin überraschen: „Der Funke“ will dasselbe wie die SJ Wien-Führung. Er will die ArbeiterInnenbewegung, Partei und Gewerkschaft in eine linke Richtung verändern.
Der entscheidende Unterschied ist aber das Wie: die Methode wie diese Veränderung herbeigeführt werden soll.
Die Funke-Strömung setzt nämlich bei der Veränderung nicht auf die Apparate von Partei und Gewerkschaft, sondern auf die Basis. Der Funke-Strömung geht es darum, in Partei und Gewerkschaft, in den Sektionen, in Betriebsräten und in Gewerkschaftsgruppen erste Stützpunkte einer künftigen Linken aufzubauen. Sie setzt vor allem auf Unterstützung von unten. Deshalb kann die Funke-Strömung auch unabhängig agieren. Wir haben oben geschrieben, dass es so aussieht, dass genau in diesem Punkt die SJ Wien-Führung realistischer zu sein scheint als die Funke-Strömung: Sind es nicht Apparate, die Partei und Gewerkschaft in Geiselhaft genommen haben? Wo ist die Basis in der ArbeiterInnenbewegung? Kann man überhaupt noch von Bewegung sprechen? Ist es nicht vielmehr eine Erstarrung?
Wenn man nur auf den Augenblick schaut, scheint es tatsächlich so. Der Marxismus betrachtet aber soziale Organismen nicht als Momentaufnahmen sondern in ihrer Bewegung, als Prozess. Die Perspektive der Funke-Strömung schaut folgendermaßen aus: Das Kapital ist in der Offensive, es greift die arbeitenden Menschen überall an, im Betrieb, in der Schule, der Uni und von Regierungsseite her. Ab einem gewissen Zeitpunkt muss sich Gegenwehr entwickeln. Eine Gegenwehr, wie sie sich immer in einer Klassengesellschaft ab einem gewissen Punkt entwickelt. Auch die gegenwärtige historische Epoche erlaubt nichts anderes. Die Klassenkämpfe werden sich zuspitzen. Ab einem gewissen Level des Klassenkampfes wird dieser Klassenkampf auch in den Massenorganisationen der ArbeiterInnenklasse seinen Ausdruck finden. Die mächtigen Apparate werden durch unabhängige Aktionen der Basis herausgefordert werden: Zuerst in der Gewerkschaft und dann mit einiger Verzögerung in der Partei. In Deutschland sehen wir diesen Prozess schon in einem fortgeschrittenen Stadium. Durch die harten Attacken auf Betriebsebene und das völlige Versagen der Gewerkschaft, sind die arbeitenden Menschen gezwungen, sich auf Betriebsebene zusammenzuschließen und sich unabhängig von der Gewerkschaftsführung gegen die Attacken des Kapitals zu wehren. In einem zweiten Stadium beginnen sie sich zu vernetzen. In der SPD bildeten sich ebenfalls linke Basisnetzwerke, die schlussendlich zur Bildung der WASG führten. Auch in Österreich werden sich bald solche Prozesse abspielen. Auch in Österreich muss ein neues linkes politisches Projekt entstehen.
Und genau in der Unterstützung dieser Entwicklungen von unten her in Gewerkschaft und Partei sieht die Funke-Strömung eine ihrer zentralen Aufgabe. Wir sehen es als unsere Aufgabe noch bevor die Situation in Bewegung kommt, erste Stützpunkte in Gewerkschaft und Partei aufzubauen, in den Sektionen und in den Betrieben einzelne kritische, ehrliche linke AktivistInnen zu vernetzen, kleine Gruppen von echten SozialistInnen in den Sektionen und Betrieben zu vernetzen. In den kommenden Klassenkämpfen wird um diesen Kern herum die revolutionär-sozialistische Massenopposition in SPÖ und ÖGB aufgebaut werden.
Dabei lehnt es die Funke-Strömung nicht ab Positionen im Apparat zu erringen. Bedingung ist aber die absolute politische Unabhängigkeit, und dass diese Position auch eine Verankerung in der Basis hat. Damit ein/e FunktionärIn seine/ihre Unabhängigkeit verteidigen kann, braucht er/sie Rückendeckung. Er/Sie braucht eine Basisorganisation, die ihm/ihr den Rücken stärkt und ihn/sie kontrolliert. „Der Funke“ lehnt eine Zusammenarbeit mit hauptamtlichen FunktionärInnen nicht ab. Diese Zusammenarbeit ist aber nicht hauptsächliche Orientierung, sondern eine untergeordnete Taktik und darf an keine Bedingungen geknüpft sein.
Wir sehen hier auch einen Unterschied zwischen „Büroclique“ und Funke-Strömung in der Einschätzung der Perspektiven für die politische Entwicklung des Klassenkampfs. Diese unterschiedliche Einschätzung hat damit zu tun, dass der „Funke“ – ausgehend von einer wissenschaftlichen Analyse der kapitalistischen Gesellschaft - darauf vertraut, dass der Klassenkampf wieder aufflammen wird und dass es in den nächsten Jahren zu lange nicht gesehenen Bewegungen der Jugend und der ArbeiterInnenklasse kommen wird. Genau das betrachtet die Büroclique als utopisch. Und weil sie kein Vertrauen in den Klassenkampf und in die unabhängige Massenaktion hat, - ganz im Gegenzug zur viel gerühmten Rosa Luxemburg im Übrigen – muss sie ihr Vertrauen in den Apparat setzen.
Kurz gesagt: Die „Büroclique“ versucht den Apparat von innen her zu verändern und zu beeinflussen. Der „Funke“ versucht Kerne in den Basisstrukturen unabhängig vom Apparat aufzubauen. Immer, wenn der Apparat das unterstützt, wird das von der Funke-Strömung begrüßt werden. Die „Büroclique“ versucht den Apparat zu reformieren. Der „Funke“ versucht die Basisstrukturen vom Apparat zu emanzipieren. Die „Büroclique“ verfolgt eine Strategie der Reformierung des Apparats der Organisationen der ArbeiterInnenbewegung, der „Funke“ die Strategie der Revolutionierung der Organisationen der ArbeiterInnenbewegung. Die „Büroclique“ setzt ihr Vertrauen hauptsächlich in die Reformierbarkeit des Apparats, die Funke-Strömung setzt ihr Vertrauen in den Klassenkampf.
Über die Basisstrukturen kann dann selbstverständlich der Apparat beeinflusst werden. Nehmen wir das Beispiel Unterstützung der SJ her. Ziel der Funke-Strömung ist es, dass die SJ so ein hohes Prestige in den Sektionen hat, dass es dem Parteiapparat unmöglich ist, sie zu bekämpfen, dass der Apparat gezwungen ist, sie zu unterstützen. Auf diese Weise hat die SJ Vorarlberg ein sehr hohes Prestige in der SPÖ Vorarlberg gewonnen und ihre Situation ist momentan in keiner Weise bedroht, obwohl die SJ Vorarlberg einen kompromisslos revolutionär-marxistischen Kurs fährt.
Die SJ Wien-Führung hingegen setzt hauptsächlich auf Bündnisse mit den sogenannten „linken“ FunktionärInnen und begibt sich dadurch oft in deren Geiselhaft.
Auf den linken Teil des Apparats ist übrigens kein Verlass! Die „linken“ Apparatschiks in SPÖ und ÖGB haben von jeher im Kern jeden Kurs der Führung mitgetragen. Man nehme nur die Sallmutters, Einems oder Haberzettels als Beispiel. (und, mit Verlaub, das Krankstellen bei einer Abstimmung über ein rassistisches Asylgesetz ist kein Zeichen dafür, gegen die herrschenden Zustände kämpfen zu wollen. Da ist uns ein Liebknecht schon lieber, der gegen seine gesamte SPD-Parlamentsfraktion beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs gestimmt hat.)
In der Geschichte der ArbeiterInnenbewegung kam es oft vor, dass Teile des Apparats eine extrem linke Rhetorik annahmen, nichts desto trotz aber weiter eine Politik der Klassenkollaboration fortführten. Die Geschichte lehrt: Gegenüber linken Stimmen aus dem Funktionärsapparat, ohne Verbindung mit klassenkämpferischen Aktionen ist immer höchste Vorsicht geboten!
Weil die Funke-Strömung prinzipiell keinen Anspruch stellt, für den Apparat berechenbar zu sein, hat die Funke-Strömung auch kein Problem mit Demokratie, mit Diskussion und mit einer lebendigen Sozialistischen Jugend. Deshalb kann die Funke-Strömung auch überall in den Massenorganisationen der ArbeiterInnenbewegung ehrlich für den Pluralismus der linken Ideen eintreten.
Wohin geht die SJ Wien?
Die Situation in der SJ Wien ist besorgniserregend. Das Landesbüro schlägt wild um sich und scheut vor Bündnissen mit putschistischen Kräften nicht zurück. Setzt sich der Kurs fort entsteht eine Gefahr für alle unabhängigen Bezirke. Noch bedrohlicher als die Entdemokratisierung der SJ Wien ist aber die Unfähigkeit des Landesbüros, die SJ aufzubauen. Gerade jetzt wo es so wichtig wäre eine Kampagne für eine Minderheitsregierung zu initiieren und in alle Sektionen hineinzutragen, ist die SJ Wien fast ausschließlich damit beschäftigt, die Kontrolle über die Organisation zu behalten.
Diese Kombination aus Entdemokratisierung und Unfähigkeit in der Aufbauarbeit ist die denkbar schlimmste. Wollte das Landesbüro der SJ Wien bewusst die gesamte Linke in der SJ schwächen, sie könnte nicht anders handeln. Nichts ebnet den Rechten in der SJ den Weg mehr als die Unfähigkeit einer linken Führung in der politischen Aufbauarbeit, kombiniert mit Entdemokratisierung. Die Zukunft der SJ Wien ist in höchster Gefahr! Diese Gefahr ist deshalb so groß, weil die SPÖ kurz davor ist, Regierungsverantwortung zu übernehmen, in der sie dem Kapital und der hochsensiblen ÖVP Verlässlichkeit bis hinunter in die Jugendorganisationen beweisen muss.
Was jetzt notwendig ist, ist ein Bündnis aller Bezirke, die sich die Unabhängigkeit vom Landesbüro bewahren wollen, ein Bündnis aller AktivistInnen denen eine linke und demokratische SJ Wien wirklich am Herzen liegt, ein Bündnis zur Verteidigung einer linken SJ Wien.
Aufgabe dieses Bündnis ist zum einen die Verteidigung der Demokratie in der SJ Wien, zum anderen aber geht es darum, vorzuzeigen wie die SJ aufgebaut werden kann.
Ziel muss es sein, starke linke Bezirke mit Verankerung unter jungen ArbeiterInnen, in den Schulen und in den Parteisektionen zu schaffen, diese Bezirksorganisationen müssen regelrechte Festungen des Sozialismus werden.
Folgendes Aktionsprogramm schlagen wir vor:
Aktionsprogramm zur Verteidigung der linken SJ Wien:
* Junge ArbeiterInnen in der SJ organisieren: Ziel muss es sein gemeinsam mit Jugendvertrauensräten bzw. jungen Betriebsräten von größeren Betrieben ein Konzept für die Organisierung junger ArbeiterInnen zu entwickeln. Möglich wäre ein wöchentlicher gemeinsamer Klubabend, der Freizeitangebot mit einem für diese Zielgruppe zugeschnittenen politischen Programm verbindet. Als erster Schritt wäre eine gemeinsame Diskussion mit Jugendvertrauensräten und Betriebsräten aus dem Bezirk denkbar zu den Themen „Wie können wir gemeinsam für die Interessen arbeitender Jugendliche eintreten?“ „Informationsaustausch: Was macht die SJ? Was sind die Probleme in den Betrieben?“ „Was für eine Gewerkschaft, was für eine ArbeiterInnenbewegung brauchen wir?“
* Verankerung an den Schulen: Die Verankerung an den Schulen ist keine leichte Sache. Wenn sie aber einmal erreicht ist, dann ist der politische Lohn groß. Die Verankerung an den Schulen ist das wichtigste Element, um einen SJ-Bezirk in Wien wirklich stark zu machen. Deshalb muss sie systematisch geplant werden. Zum einen muss mit jedem/r einzelnen SchülerIn in der SJ-Gruppe ein Konzept für seine/ihre Schule ausgearbeitet werden. Möglich ist es zum Beispiel Workshops nach der Schule zu organisieren, den oben angesprochenen Klubabend zu bewerben, systematisch 1x im Monat einen Infotisch vor der Schule zu machen. Am besten ist es jedoch zu Missständen an der Schule oder zu bildungspolitischen Missständen Aktionen an den Schulen zu machen.
* „Langer Marsch durch die Sektionen“: Ziel ist es, innerhalb eines Jahres alle Sektionen in einem Bezirk zu besuchen, dort das politische Programm der SJ und ihre Forderungen an die SPÖ-Spitze vorzustellen. Außerdem soll die Arbeit der SJ vorgestellt werden und erklärt werden, dass Versuche der SPÖ-Spitze, sich wie im Fall der „jungen Roten“ in sozialdemokratische Jugendpolitik einzumischen, abgewehrt werden müssen.
* Internationale Solidarität: Hier geht es darum weiter Solidaritätsaktionen mit den revolutionären Kräften in Lateinamerika speziell in Venezuela und Kuba zu organisieren und die Ereignisse dort zu verfolgen und zu studieren.
* Kampf für Demokratie: Der Kampf für die Demokratie in der SJ Wien bedeutet jetzt vor allen Dingen einen politischen Kampf gegen putschistische Methoden in der SJ Floridsdorf. Das bedeutet einen gemeinsamen Kampf für eine demokratische Bezirkskonferenz der SJ Floridsdorf zu führen, die wirklich den Willen ALLER AktivistInnen zum Ausdruck bringt. Jeder Bezirk, der Opfer eines bürokratischen Manövers wird, muss von allen anderen Bezirken politisch unterstützt und verteidigt werden.
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14 PKK-Drohung gegen Ilisu-Damm
Von: WADI Austria <wadi.wien at gmx.at>
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PKK-Drohung gegen Ilisu-Damm
Die Nachfolgeorganisation der Kurdischen Arbeiterpartei PKK, die Volksbefreiungskräfte (HPG), gab nach der Zuerkennung von Exportkrediten durch die deutsche Bundesregierung gegenüber der Tageszeitung "Junge Welt" bekannt, dass die Baustelle des Ilisu-Dammes in Ostanataolien ein „Angriffsziel“ darstelle. Durch den 300 Quadratkilometer großen Ilisu-Stausee würden 12.000 Anwohner vertrieben werden, die historische Stadt Hasankeyf in den Fluten des Stausees verschwinden und schwere ökologische Schäden verursacht werden. Eine Warnung an „beteiligte europäische Unternehmen“ richtet sich wohl auch an die österreichische VATech-Hydro, die zur Zeit auf Exportkredite des österreichischen Finanzministers wartet. Am 24. 9. 2006 wurde von der Guerilla eine Militäreinheit angegriffen, die für die Bewachung der Ilisu-Baustelle verantwortlich ist. Dieser Angriff, bei dem zwei Soldaten getötet wurden, wird in der Erklärung als "Warnung" bezeichnet, der weitere Angriffe folgen könnten. Sollte der österreichische Finanzminister den von der Kontrollbank vorgeschlagenen Krediten tatsächlich zustimmen, könnte damit auch die öffentliche Hand in den militärischen Konflikt zwischen türkischer Regierung und kurdischer Guerilla involviert werden.
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Anbei die Erklärung im Originalwortlaut:
http://www.jungewelt.de/2006/12-16/055.php
Erklärung der Volksverteidigungskräfte HPG auf eine Anfrage der Tageszeitung junge Welt:
Der ILISU - Staudamm, befindet sich in einem Gebiet, in dem intensiv militärische Operationen stattfinden sowie andauern
Letzte Woche wurde seitens der Bundesregierung die Hermes Bürgschaft für den Bau des ILISU - Staudammes bekannt gegeben. Die HPG hatte auch zuvor schon mehrmals Erklärung hierzu abgegeben. Wir warnten vor solch einem Projekt. Als Warnung, griff am 24. September dieses Jahres eine unserer Guerilla Einheiten eine türkische Militäreinheit in Kerboran an, die für die Sicherheit des ILISU - Staudamm Projektes eingesetzt wurde. Bei dem Angriff wurden ein Unterleutnant und zwei Soldaten getötet sowie 2 Soldaten verletzt.
Wir haben reichlich Gründe gegen ein solches Projekt zu sein: das bauen eines solchen Staudammes wird das Erbe einer 10 000 Jahre alten Zivilisation zunichte machen; Die Reichtümer Mesopotamiens werden unter Wasser bleiben; das Gleichgewicht von Ökologie und Natur in Kurdistan wir beeinträchtigt; Die Bevölkerung wird zwangsvertrieben, denn Viehzucht und Ackerbau, welches das Grundeinkommen für die Menschen in der Region darstellt, wird dann nicht mehr möglich sein.
Ohne Zweifel hat der Bau eines Solchen Staudammes einen politischen Hintergrund: einerseits wird die Geographie Kurdistans anhand des Damms geteilt werden; andererseits sollen die Wasservorräte durch den Fluss Dicle (Tigris) als Druckmittel gegen den Irak dienen. Mann wird also in vielen anderen politischen sowie wirtschaftlichen Punkten unter Vorraussetzung das Wasser in den Irak fließen zu lassen oder auch nicht, mit Irak verhandeln.
All diese Punkte sind Anlass und Grund, dass die HPG strickt gegen den Bau eines solchen Staudammes ist. Daher wird die HPG alle nötigen Schritte unternehmen um den Bau zu verhindern.
Der Bau soll in einem Gebiet stattfinden, in dem die militärischen Operationen intensiv andauern. Ohne Frage werden militärischen Operationen den Bau ohnehin beeinflussen. Abgesehen davon wird der Bau des Staudammes ein Angriffsziel darstellen, mit dem Ziel, den Bau zu verhindern.
Aufgrund der militärischen Operationen die in dem Gebiet stattfinden, welche unmittelbar am Ort des Projektvorhabens liegt, stehen ohne frage alle ausländischen sowie inländischen Mitarbeiter und Ingeneure die an dem Bau beteiligt sind, objektiv unter großer Gefahr.
Sollte diesen Ingeneuren und Mitarbeitern aufgrund der geführten Operationen etwas zustoßen, sind nicht wir hierfür verantwortlich. Der türkische Staat versucht diese Ausländischen Ingeneure auf diese Weise zu instrumentalisieren.
Es ist nicht zu denken, dass die HPG solch ein Projekt, welches die Zerstörung der Kultur und Geschichte eines Volkes vorsieht, billigt.
Aufgrund des unsererseits am 1.10.1006 erklärten Waffenstillstandes versucht der türkische Staat, das Tempo des Baus dieses Staudammes zu intensivieren. Das europäische Personal, dass an dem Bau beteiligt ist, wird hierbei seitens des türkischen Staates als Schutzschild sowie mittel zum Zweck eingesetzt.
Wir möchten diese Erklärung erneut als Anlass nehmen, die beteiligten europäischen Unternehmen zu warnen; wir möchten die Banken sowie Unternehmen warnen, die vorhaben Teil dieses Projektes zu sein. Sie sollten nicht mit Schuld an der Zerstörung der Geschichte und Kultur eines Volkes werden.
Andernfalls wird die HPG keine Verantwortung über den entstandenen Schaden sowie den Verlust übernehmen.HPG Hauptquartier
13.12.2006
--
WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische
Entwicklungszusammenarbeit
e-mail: wadi.wien at gmx.atwebsite: www.wadinet.atTel.: 0699-11365509
Postfach 105
A-1181 Wien
Neues Spendenkonto in Österreich:
Knt. Nr.: 6.955.355
BLZ: 32.000 Raiffeisen Landesbank NÖ
IBAN AT4432 0000 0006 955355
BIC (SWIFT) RLNWATWW
Im Oktober 2006 erschien die zweite Ausgabe von: WADI-News,
Schwerpunkt: Minderheiten und Dominanzkultur im Nahen Osten.
Wird kostenlos per Post zugeschickt, schicken Sie uns Ihre Adresse!
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15 [Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm
Von: Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe <gipfelsoli-l at lists.nadir.org>
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Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität
und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung
------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org --
- Basics IMC
- Jugend-Antifa Kongress 2007 in Frankfurt
- 22,5 Millionen Euro an Bundesmitteln für Sicherheitsmaßnahmen bei G8-Gipfel
- Funkbrücke von Köln zum G8-Gipfel
- Bericht über die Ortsbeiratssitzung in Warnemünde / Diedrichshagen 5. Dezember
2006
- Atom-Transporter rollen nach Lubmin
- Einladung zum nächsten migrationsbezogenen Anti-G8-Treffen - vom 5. bis 7.
Januar 2007 in Berlin
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Basics IMC
Die G8-Gipfel, bei denen sich seit 1975 die Vertreter der führenden
Industrienationen zur Abstimmung weltweiter Problemlagen treffen, stehen seit
jeher im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Zukunftsweisende
Entscheidungen werden hier getroffen. Die internationale und bewegungsnahe
Medien- und Pressearbeit während des G8 wird vom Independant Media Center (IMC)
organisiert. Sie gliedert sich in Untergruppen zu den Bereichen Print, Foto,
Video und Radio. Grundlage der Berichterstattung ist ein emanzipatorischer und
unkommerzieller Ansatz. Informationen sind keine "Handelsware" mit Marktwert,
sondern entstehen im Interesse der Menschen an der gesellschaftlichen Basis.
Das IMC schafft Gegenöffentlichkeit und versteht sich in diesem Sinne als
Ergänzung zu den etablierten bürgerlichen Medien.
Die Arbeit des IMC besteht aus drei Aktivitäten und bedient damit auch drei
unterschiedliche Zielgruppen:
* -Die Einrichtung eines IMCs soll dabei helfen, unabhängige Medienaktivitäten
während des G8-Gipfels zu koordinieren. Es wird eine Anlaufstelle für
internationale unabhängige Medienschaffende sein. Zu diesem Zweck wird eine
Informations- und Koordinationsstelle eingerichtet (dispatch). Bei der
Koordination wird auf Mehrsprachigkeit geachtet.
* Die interessierte Öffentlichkeit wird mit Berichten über die Proteste
versorgt, die direkt von den Akteuren selbst kommen. Das IMC veröffentlicht
zeit- und ereignisnah aktuelle Berichte in Sendeformaten abseits der
etablierten Medien (z.B. Internet-Plattformen, Radio- und Video-live stream,
Zeitungs- Sonderausgaben).
* Für die AktivistInnen vor Ort werden zeitnah aktuelle Informationen
herausgegeben zu Workshops, Demonstrationen, Diskussionsveranstaltungen, etc.
Dazu wird mit einem Tageslichtprojektor ein 'Newsticker' auf eine Leinwand
projiziert. Desweiteren werden täglich Printausgaben produziert.
Es ist geplant, ein grosses IMC in Rostock einzurichten und in den Protest-Camps
mehrere kleinere IMC-Stationen mit mobilem Charakter.
Das IMC gliedert sich in zwei Bereiche:
1. Im ersten Bereich gibt es öffentlich zugängliche Computer mit
Internetanbindung, die offen sind für alle AktivistInnen, um selber ihre
Berichte zu schreiben und ihre Fotos zu veröffentlichen. Hier wird ein
basisdemokratischer Umgang mit Medien praktiziert. Desweiteren werden Computer
zur Verfügung gestellt, die als Video- und Audioschnittplätze dienen können.
Aufgrund der technisch aufwändigen Einrichtung ist eine Betreuung der Geräte
und der NutzerInnen notwendig. Da zu erwarten ist, dass das IMC stark
frequentiert sein wird, soll in unmittelbarer Nähe des IMC ein provisorischer
Cafe-Betrieb eingerichtet werden, der den Zweck hat, die im IMC Beschäftigten
als auch die NutzerInnen zu versorgen. Die Radio- und Video-Berichterstattung
wird von mobilen Reporter-Teams getragen.
2. In einem zweiten Bereich des IMC wird eine nicht öffentlich zugängliche
Radio- und Video-Infrastruktur aufgebaut. Im Studio des Radios wird u.a. eine
24 Stunden-Live-Sendung produziert, die mindestens vom 6.-8. Juni gesendet
werden soll. Im Video-Studio wird eine tägliche halbstündiger Live-Sendung
produziert, die abends nach der Tagesschau über Internet ausgestrahlt wird.
Diese Sendung wird vom 2.-9. Juni produziert. Desweiteren werden fortlaufend
Radiobeiträge produziert und über die entsprechenden Radiokanäle im Internet
ausgestrahlt. Ausserdem werden ständig Videoreportagen produziert und im
Internet online gestellt.
Nach Abschluss des Projektes werden die Internetplattformen, auf denen die
Radio- und Videobeiträge veröffentlicht werden, weiterhin bestehen bleiben. Sie
dienen zu Dokumentationszwecken der Proteste gegen den G8-Gipfel und zum
internationalen Austausch der GlobalisierungskritikerInnen.
Es ist beabsichtigt, die angefragten (gespendeten) Computer nach der Schließung
des IMC unterprivilegierten gesellschaftlichen Gruppen zur Verfügung zu
stellen, dabei wird vor allem der Kontakt zu Flüchtlingen gesucht.
[G8-mediaactivism]
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Jugend-Antifa Kongress 2007 in Frankfurt
Weihnachten fällt aus, der Jugend-Antifa Kongres steht vor der Tür.
Vom 4 - 7 Januar 2007 Findet der Jugend-Antifa Kongress in Frankfurt am Main
statt (Anreise ab 3.1 möglich).
Der Kongress soll ein Schritt in Richtung einer bundesweiten Vernetzung von
Jugendantifas sein.
Als ein mögliches Vernetzungsziel sehen wir den G-8 Gipfel 2007 in Heiligendamm.
Aufruf
Antifa - Make it real
2007 findet der G8-Gipfel im Juni in Heiligendamm bei Rostock statt. Dies bietet
aus unserer Perspektive verschiedene Möglichkeiten für die politische Praxis
linksradikaler Gruppen, die wir im Folgenden kurz bennen wollen: Zum einen
sehen wir in der Nutzung der großen medialen Aufmerksamkeit die Chance,
linksradikale Kritik in einer breiten Öffentlichkeit wahrnehmbarer zu machen.
Zum Anderen könnte die Mobilisierung zum Gipfel einen möglichen Ansatzpunkt für
den Aufbau einer Vernetzung von JugendAntifagruppen bieten. Wir möchten euch
deshalb vom 04.-07. Januar 2007 zu einem AntifaJugendkongress in Frankfurt am
Main einladen, wo mögliche Konzepte für eine Mobilisierung linksradikaler
Jugendlicher gegen den G8-Gipfel und eine bundesweite Vernetzung entwickelt
werden sollen. Der inhaltliche Rahmen, in dem wir uns die Kritik am G8-Gipfel
vorstellen können, sollte perspektivisch wie folgt gestaltet sein.
....Capitalism...
Die Existenz des Gipfels zeugt von einer weltweiten Hierarchie zwischen
Nationen, die jedoch nur als Ausdruck der kapitalistischen Verhältnisse, die
die wirtschaftliche und politische Realität der Nationen bestimmen,
wahrgenommen werden kann. Ein entscheidendes Element dieser Verhältnisse ist
das Konkurrenzprinzip, welches zwischen allem und jedem und gerade deshalb auch
zwischen den einzelnen Nationen herrscht und eine Hierarchie zwangsläufig zur
Folge hat. Dieses Prinzip gilt also für alle reichen aber ebenso für alle armen
Nationen. Folglich ist es verkürzt, den G8-Teilnehmer/innen ihre führende Rolle
in der Welt einfach vorzuwerfen. Ebenso falsch ist eine Kritik, die allein auf
das undemokratische Moment in der Entscheidungsfindung der G8-Nationen abzielt,
denn sowohl die Hierarchie als auch das als undemokratisch wahrgenommene Element
in der G8, sind eine direkte Folge aus den Verhältnissen. Nicht die Akteure,
sondern die Logik der Verhältnisse sollten somit Gegenstand der Kritik an der
G8 sein. Damit stellt der G8-Gipfel für uns nur ein symbolisches Ereignis dar,
dass aber einen guten Anlaß bietet eine grundsätzliche Gesellschaftskritik zu
artikulieren. Gleichzeitig macht die Anwesenheit eines breiten Spektrums
verschiedener "linker" Gruppen jedoch eine grundlegende Abgrenzung von einer
falschen und/oder verkürzten Gesellschaftskritik notwendig. Exemplarisch wollen
wir dies hier anhand der reformistischen Globalisierungskritiker/innen tun, die
einen nicht zu vernachlässigenden Teil der Bewegung gegen den G8-Gipfel
ausmachen. Attac und Gesinungsgenoss/innen entwickeln ihre Kritik am
bestehenden Unrecht nicht als grundsätzliche Kritik der Verhältnisse, vielmehr
vertreten sie die Ansicht, es sei mit etwas Mühe und Engagement schon möglich,
den Kapitalismus für alle Menschen in ein bequemes und ansprechendes
Wirtschaftssystem zu verwandeln. Die Lösung des gesamtgesellschaftlichen Übels,
das fast oiriginär aus dem wild umherzirkulierenden Zinzkapital enstehe, sehen
sie in der Besteuerung des Zinskapitaltransfers (Tobinsteuer). Durch eine
"Bändigung" des aus den Fugen geratenen Kapitalismus, also durch die "
demokratische Kontrolle der Finanzmärkte" soll die Wirtschaft wieder unter
Kontrolle gebracht und somit eine "andere Welt" möglich gemacht werden. Im
Gegensatz zu ihnen sehen wir den Kapitalismus nicht als personelles
Herrschaftssystem, sondern als Herrschaft einer Logik, die alle Menschen, ob
Arbeiter oder Unternehmer, gleichermaßen gewissen Kategorien unterwirft, die
das Denken und Handeln aller determinieren. So wird der Unternehmer durch den
Wettbewerb dazu gezwungen, jederzeit Kapital zu vermehren und zu expandieren,
der Arbeiter, obwohl formell frei, steht ständig unter dem Zwang, seine
Arbeitskraft zu verkaufen und zu konsumieren. Das Unterlassen der Handlungen
nach dieser Logik kommt beidermaßen der Aufgabe der wirtschaftlichen Existenz
gleich. Sowenig mensch dem Arbeiter den Verkauf seiner Arbeitskraft vorwirft,
sowenig sollte dem Unternehmer die Ausbeutung der von ihm bezahlten
Arbeitskräfte vorgeworfen werden. Dieses Verständnis stellt für uns einen
Grundsatz der Kritik am G8-Gipfel dar.
....inner security...
Neben einer grundsätzlichen Kapitalismuskritik sehen wir in dem G8-Gipfel die
Möglichkeit, das Gebiet innere Aufrüstung aus aktuellem Anlass wieder stärker
zu thematisieren. Obwohl mit der, der Ideologie des Neoliberalismus immantenten
Annahme, es existiere eine Selbstheilungskraft des Marktes, ein Abbau von
Bürokratie und Staatseingriffen vorangetrieben werden soll, steht in der
Realität ihr Gegensatz gegenüber. Der Ausbau der Arbeitsagenturen und eine sich
immer weiter verschärfende Gesetzgebung hinsichtlich der inneren Sicherheit sind
nur zwei Beispiele für diese Tatsache, die bei uns aber keineswegs weitere
Verwunderung auslösen kann. Denn für den Neoliberalismus ist es unabdingbar,
zur Disziplinierung der Menschen und zur Gewährleistung der wirtschaftlichen
Freiheit sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer eine konsequente
Sicherheitspolitik zu betreiben.Schließlich stellen freie Vertragsverhältnisse
die Grundlage kapitalistischer Wirtschaftung dar. Besonders deutlich kommt dies
bei der Reaktion auf die aktuell zurückligenden Anschlagsversuche in deutschen
Regionalbahnen zum tragen. Zum einen sehen wir den islamistischen Extremismus
und Terrorismus als ernstzunehmende und realexistierende Gefahr, da er
zivilisationsfeindlich, menschenverachtend und unemanzipatorisch ist. Zum
Anderen dient er der Legitimation des Staates, die Kontrolle über alle Menschen
zu intensivieren und auszuweiten. Hier ist die zu erreichende Sicherheit nicht
als Selbstzweck zu begreifen, sondern soll den problemlosen Ablauf der
Kapitalverwertung gewährleisten. Schon aus Gründen der "intellektuellen
Selbstverteidigung"(:-)) sollte sich die emanzipatorische Linke deshalb darauf
konzentrieren, der repressiven und unsere politische Arbeit erschwerenden
Kontrollreaktion Widerstand entgegen zu bringen.
....strike back...
Dieser kann eine realpolitische Wirkung jedoch nur entfalten, wenn er auf einer
breiten Basis agiert und damit einhergehend ein kritisches Bewusstsein und
Denken der Bevölkerung gegenüber dem Staat und der Gesellschaft erzeugt. Dazu
gehört auch, dass die Menschen die Motivation einer Sicherheitspolitik und auch
die Funktionsweise der kapitalistischen Verhältnisse verstehen. Um den Rahmen
unserer gesamtgesellschaftlichen Irrelevanz zu durchbrechen und eine
antikapitalistische Gesellschaftskritik wahrnehmbar zu machen, halten wir eine
Vernetzung linksradikaler Jugendgruppen bundesweit für sinnvoll und notwendig.
Deshalb rufen wir dazu auf:
Auf zum Jugendantifakongress 2007!
Programm
Mittwoch 3. Januar
16 Uhr: Ab hier ist eine Anreise möglich
21 Uhr: KeyOsk im Institut für vergleichende Irrelevanz
Donnerstag 4. Janaur
10 Uhr: Frühstück
14:30 Uhr: Offizieller Beginn
14:30 Uhr: Bildungspolitik als Ansatzpunkt linksradikaler Kapitalismuskritik
18:00 Uhr: Einführung in die Kritik der politischen Ökomomie
20 Uhr: Essen+Filmabend+Kneipe im Café Exzess
Freitag 5. Januar
10 Uhr: Frühstück
15 Uhr: Geschichte und Praxis des Linksradikalismus
20 Uhr: Kneipenabend im Café Exzess / Party von DemoPunk im Koz
Samstag 6. Januar
10 Uhr: Frühstück
Irgendwann Demo
21 Uhr: Konzert mit Good Heart Boutique / Total Konfus danach Party?
Sonntag 7. Januar
11 Uhr: Brunch+Abreise
Kommt viele denn dann sind wir Zahlreich!
Es grüßt euch mit herzlichen Händedruck die Jugend-Antifa Frankfurt am Main
weitere infos und news unter: http://www.jugendantifakongress.tk/
http://www.antifajugend-frankfurt.tk/
bei Fragen oder Anregungen meldet euch unter: antifajugend_frankfurt at yahoo.de
NEINZUSPAM.antifajugend_frankfurt at yahoo.de http://www.jugendantifakongress.tk
[http://germany.indymedia.org/2006/12/164201.shtml]
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22,5 Millionen Euro an Bundesmitteln für Sicherheitsmaßnahmen bei G8-Gipfel
Haushaltsausschuss/
Berlin: (hib/MIK) Der Bund beteiligt sich mit 22,5 Millionen Euro an den
zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen für den G8-Gipfel im kommenden Jahr in
Heiligendamm. Eine entsprechende außerplanmäßige Verpflichtungsermächtigung hat
der Haushaltsausschuss am Mittwochnachmittag zur Kenntnis genommen. Der
G8-Gipfel in Heiligendamm ist ein gesamtstaatlich herausragendes Ereignis, bei
dem die Staats- und Regierungschefs der acht wichtigsten Industrienationen
versammelt sind, heißt es zur Begründung. Um den spezifischen Gefährdungen und
dem außergewöhnlichen Charakter dieses Ereignisses gerecht zu werden, seien
zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen erforderlich. Neben dem Land
Mecklenburg-Vorpommern sei auch der Bund maßgeblich für das Gelingen des
Gipfels verantwortlich. Deshalb beteilige sich der Bund unter dem Gesichtpunkt
der gesamtstaatlichen Repräsentation an den Kosten des Landes. Ohne diese
Beteiligung wäre die Durchführung des Gipfels gefährdet.
Laut dem Entwurf der Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Bund und
Mecklenburg-Vorpommern kann der Bund Mittel einschließlich Zinsen
zurückfordern, wenn die festgelegten Bedingungen ganz oder teilweise nicht
erfüllt werden. Die an den Bund abzuführenden Beträge sind vom Land in Höhe von
fünf Prozent über dem jeweiligen Basiszinssatz vom Zeitpunkt der Auszahlung der
Bundesmittel an zu verzinsen. Der Vertreter der Linksfraktion wies darauf hin,
dass die Kosten für Mecklenburg-Vorpommern rund 70 Millionen Euro betragen
würden. Der Vertreter der Bundesregierung erläuterte, dass die Städte
Baden-Baden und Heiligendamm in die engere Auswahl für die Ausrichtung des
G8-Gipfels gekommen seien. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD)
habe schließlich für Heiligendamm entschieden.
[http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2006/2006_383/01.html]
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Funkbrücke von Köln zum G8-Gipfel
DÜSSELDORF. "Lebendig, kräftig, rheinisch" wandelte Jens Peter Iven,
Pressesprecher der Evangelischen Kirche im Rheinland, das Leitwort des
Evangelischen Kirchentages ab. Die Rheinische Landeskirche will sich als
Gastgeber bei dem im Juni 2007 in Köln geplanten Großereignis von ihrer besten
Seite zeigen und den gesamtdeutschen Kirchentag stark mit eigenen Akzenten zu
prägen suchen.
Dabei setzt die Düsseldorfer Kirchenleitung vor allem auf die nachwachsende
Generation: Ein Jugend-Camp, Projekte für Schüler und gleich drei Kinderzentren
bilden Schwerpunkte. Als die Kirchenleitung gestern einen ersten Überblick über
die eigenen Beiträge gab, zeigte sie sich sehr überzeugt, dass im Ensemble der
nahezu 3000 Einzelveranstaltungen des Kirchentages die rheinischen Beiträge
nicht übersehen werden.
EKiR-Präses Nikolaus Schneider kündigte an, es werde "feste und gläubig
gefeiert", aber es würde auch sehr ernsthaft an den Problemen gearbeitet, die
die Menschen bewegen, und zwar so, "dass die Fetzen fliegen können". Etwas
abbekommen soll davon der gleichzeitig stattfindende G8-Gipfel in Heiligendamm
(Mecklenburg). Mit einer Funkbrücke werde der Kirchentag, so Schneider an, die
Staats- und Regierungschefs unmittelbar und eindringlich an ihre Zusicherung
erinnern, die Armut in der Welt wirksam zu bekämpfen.
Besonderen Wert legt der Präses auf eine europäische Ausrichtung des
Kirchentages. Darin ist auch das internationale Jugend-Camp eingebunden, das in
Deutz unweit des Tanzbrunnens errichtet wird. Die zuständige Landeskirchenrätin
Elke Wieja erwartet 1000 bis 1500 junge Christen, auch aus den Niederlanden,
Frankreich und Italien, Polen, Ungarn und Tschechien, die zum Teil ihre
Teilnahme schon zugesagt hätten.
In der Themenhalle "Europa in der Welt" in der Messe, die die Rheinische Kirche
wesentlich mitgestaltet, soll die "Rolle des Protestantismus" mit seinen
vielfältigen Ausprägungen profiliert werden. Schneider betonte, dass der
Kirchentag eine deutliche ökumenische Ausrichtung haben werde. Die Rheinische
Kirche habe jetzt alle katholischen Bischöfe in ihrem Gebiet eingeladen, und
Köln Kardinal Joachim Meisner habe ihm versichert, ein "guter Partner" sein zu
wollen.
Über Einzelheiten eines ökumenischen Gottesdienstes im Kölner Dom werde noch
gesprochen. Zu geistlichen Angeboten mit nichtchristlichen Religionen erklärte
Schneider, interreligiöse Gottesdienste werde es nicht geben, wohl aber
multireligiöse Feiern, in denen neben- und nacheinander gebetet werde. Anderes
ließen die unterschiedlichen Gottesvorstellungen nicht zu.
[http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1162484289130.shtml]
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Bericht über die Ortsbeiratssitzung in Warnemünde / Diedrichshagen 5. Dezember
2006
Schwerpunkt-Thema: "Vorbereitungen für den G8-Gipfel"
2. PRÄSENTATION:
Power-Point-Präsentation "VOrbereitungen G8-Gipfel" der BAO Kavala
1. Folie: Kavala
eine weißgetünchte mazedon. Stadt in Griechenland
Erklärung Abramowski: Der Name wurde verwendet, da "BAO Heiligendamm"
Zitat: "als Operationsname doch zu simpel war" [viel Gelächter bei den
Zuhörenden]
2. Folie: Anti-G8-Mobilisierung
breites Gesamtbündnis wird angestrebt (D):
Vernetzungstreffen
CampInski
Aktionskonferenzen
im Ausland - Infotour ("Dissent!", Fahrradkarawane etc.
3. FOLIE: im Begründungszusammenhang
36 verübte Straftaten
darunter 12 erfolgreiche bzw. versuchte Brandanschläge (Hollenstedt,
Berlin, Hamburg, etc.)
Farbbeutelanschlag auf Haus des MP M-V (Peuple de Seattle)
4. FOLIE: Zielrichtung
Verhinderung der Gipfelveranstaltungen, zumindest deren Störung
durch
Blockade der Zufahrtsstraßen
Gipfelcamps (zentral-dezentral)
kreative Aktionen
[... hier fehlt einiges ...]
5. FOLIE: Veranstaltungsplanungen
"Globalisierungsgegner sprechen von bis zu 100.000 Personen und Aktivisten gegen
den G8-Gipfel"
vornehmlich Rostock, Bad Doberan, Heiligendamm, Kühlungsborn
bisher bekannte Versammlungen
02.06.2007: Großdemo, Rostock - bis 100.000 TN angemeldet
2.-9.Juni: Demonstration mit Protestcamp in Heiligendamm - Greenpeace e.V. mit
100 TN
7. Juni: Sternmarsch nach Heiligendamm an die Seepromenade (30.000 TN)
sinngemäße Zitate Abramowski:
"G8 heißt auch Demo, G8 heißt auch Schutz der Demos und Garantie der
Arbeitsfähigkeit für den Gipfel"
6. FOLIE: bisherige Planungen
* 5.6.2006: "Antimilitaristischer Aktionstag" (Airport Laage)
* 5.6.2006: Umweltmarkt in Rostock
* 5.6.2006: Gegengipfel
* 5.6.2006: Blockadeaktionstag - ringförming um Heiligendamm
* 7.6.2006: Konzert "Deine Stimme gegen Armut" - Herbert Grönemeyer
sinngemäße Zitate Abramowski:
zu Blockaden:
"... die Polizei wird angemessen darauf reagieren ..."
zum Konzert (Abramowski war in Edinburgh beim LiveAid.)
Sein Fazit: "... die Stadt konnte gut damit umgehen, da muß man mal ganz fein
differenzieren" zwischen friedlich der Musik Lauschenden und anderen
Protestierenden
7. FOLIE: Rückblick Bush-Besuch
keine anlassbezogenen Straftaten
geringe Verkehrsbeeinträchtigung durch Sperrungen
[hier fehlen 1-2 Punkte]
8. FOLIE: Während G8 zu erwarten
weiträumige Absperrungen in um den Tagungsort
Verkehrsbeeinträchtigung
9. FOLIE: Einsatzorte - 2. Heiligendamm
10. FOLIE: Rückblick Bush-Besuch
Zaun 1,3 km lang (Provisorium)
geringe Auswirkungen auf die Bevölkerung
11. FOLIE: G8
weiträumige Absperrung um Heiligendamm durch technische Sperren
Einlass-Kontrollen und Shuttle
massive Verkehrsbeeinträchtigungen im Landkreis Bad Doberan
Verkehrslenkungsmaßnahmen
Zitat:
"Ziel des Zaunes ist es nicht Demonstranten abzuhalten, sondern den Gipfel
sicher zu machen."
"akute Bedrohung durch Terrorismus und anarchistische Gewalttäter"
12. Folie: bisherige Planungen
* 5.6.2006 "Antimilitaristischer Aktionstag" (Airport Laage)
* 5.6.2006 Umweltmarkt Rostock
* 5.6.2006 Gegengipfel
* 5.6.2006 Blockade-Aktionstag ringförmig um Heiligendamm
* 7.6.2006 Konzert "Deine Stimme gegen Armut"
Zitat zum Umweltmarkt: "... hört sich ja ganz freundlich an ..."
13. Folie: Rückblick Bush-Besuch
keine Anlass bezogenen Straftaten
geringe Verkehrsbeeinträchtigung durch Sperrung
14. Folie: während G8 zu erwarten
weiträumige Absperrung um das Kempinski-Hotel
Verkehrsbeeinträchtigung
15. Rostock
Anmeldung mehrer Veranstaltungen
[...] nicht immer friedlich
massive Verkehrsbeeinträchtigungen im Stadtgebiet Verkehrslenkungskonzept
Zitat: "Schreckensszenario Genua wird immer wieder in den Raum gestellt."
16. Folie: Warnemünde
bisher kein Ver
Schutz des Hafenbereichs / Kreuzliner
seeseitige Beschränkung und Kontrollen
Unterkünfte von Delegationen und Presse
17. Folie: Landkreis Bad Doberan und Güstrow
hohe Polizeipräsenz
Camps
Verkehrsbeeinträchtigung
18. Folie: Erreichbarkeit
* Bürgertelefon:
0180 - 50 10 766 (12 ct/min)
* Internetpräsenz:
www.polizei.mvnet.de
buergerinfo at kavala.mv-regierung.de
Kaum Rückfragen von den zusätzlich anwesenden ca. 40 BürgerInnen
- Wann kann ich aus dem Urlaub zurückkommen? (extrem ausweichende Antwort vom
Polizeiführer)
Abschluss:
Vorsitzender des Ortsbeirats:
"Wir Warnemünder wünschen ganz viel Glück bei der Durchführung."
Polizeiführer Abramowski:
"Alexander, danke."
"Schmankerl" - Ortsbeirat Warnemünde
AUf dem Warnemünder Bahnhofsplatz würde der Ortsbeirat gerne die Buden
verschwinden lassen und den BesitzerInnen kündigen, da diese einen schlechten
Eindruck in Bezug auf Ordnung und Sauberkeit bei den Teilnehmenden am G8-Gipfel
hinterlassen könnten und außerdem sind sie denlokalen PolitikerInnen schon lange
ein Dorn im Auge, aber die DB Immobilien hat sich bisher geweigert.
"Schmankerl" aus der Präsentation des Polizeiführers Abramowski / BAO Karnevala
* Polizeiführer Abramowski zu den sicherheitstechnischen "Vorbereitungen"
des G8-Gipfels durch die BAO Kavala: "Das setzt filigrane Arbeit voraus!"
und "hohe Planungsdichte da mehr Orte als Heiligendamm"
* Alle Menschen in der Region können beruhigt sein:
Die Planungen der BAO Karnevala beruhen auf den Erfahrungen die Polizeiführer
Abramowski bei Auslandsaufenthalten u.a. aus Hongkong /WTO-Tagung, Gleneagles
u.a. LiveAid-Konzert mitgebracht hat: "nicht aus dem hohlen Bauch
herausgezaubert"
* Polizeiführer Abramowski kennt sich auch in der Moblisierung gegen den G8
inzwischen bestens aus.
Anscheinend inzwischen schon so gut, daß bei ihm Identitäts- und
Abgrenzungsprobleme auftauchen:
wiederholt sprach er von "wir" mit Bezug auf die Protestbewegung und -aktionen
* Verständnis von Seite der Polizei für die Protestierenden:
"G8 heißt auch Demonstration, G8 heißt auch Schutz der Demonstration!" und auch
für die Internationalität der Protestbewegung:
"Auch das Ausland wird sich artikulieren wollen!"
* Er hat auch gecheckt, um was es genau geht:
Tagung behindern oder unmöglich machen und z.B. Polizeikräfte binden!
Allerdings sieht er sich mit einem eher "entgegengesetzten Auftrag"
ausgestattet, nämlich die "Arbeitsfähigkeit" des Treffens zu gewährleisten, was
eine "kleine Herausforderung" bedeutet.
* Knut ist super in die Proteststrukturen, -aktionsformen und -daten
eingearbeitet, was er anhand einer relativ detaillierten PowerPoint-Folie plus
Vortrag über den Widerstand bewies. [Hat er echt gut gemacht, bis auf das
verräterische "Wir" zwischendurch. Leider gibt es davon keinen Mitschnitt, wäre
zur Mobilisierung recht nett gewesen.]
FAZIT
1. Die PowerPointPräsentation war sehr viel besser vorbereitet, sehr detailliert
in Bezuf auf die Protestaktionen.
2. Die anwesenden BürgerInnen hatten mal wieder überhaupt keine Fragen oder
kritischen Anmerkungen.
3. Der Ortsbeirat steht voll hinter dem Polizeikonzept (persönliche Beziehungen
tragen zu dieser komplett unkritischen Haltung natürlich weiter bei)
[http://dissentnetzwerk.org/node/265]
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Atom-Transporter rollen nach Lubmin
Im Zwischenlager Nord der Energiewerke Lubmin soll von 2008 an in Frankreich und
Belgien verwahrter deutscher Atommüll zwischengelagert werden.
Lubmin (OZ) Das Know-how der Energiewerke Nord in Lubmin ist zu einem
Exportschlager des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern geworden: Im russischen
Murmansk bauten Spezialisten des stillgelegten Kernkraftwerkes ein
Zwischenlager für Atom-U-Boote auf. Der Bund vertraute den EWN den Rückbau der
Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe und des Forschungsreaktors in Jülich an.
Doch die verstärkten Aktivitäten auf dem Gebiet der Entsorgung von radioaktiven
Hinterlassenschaften haben eine Kehrseite: In den nächsten Jahren sind mehrere
Castor-Transporte ins Zwischenlager Lubmin geplant.
Insgesamt neun Atommüll-Behälter mit Brennstäben und radioaktiven Abfallstoffen
werden nach Angaben der EWN voraussichtlich von 2008 an mit den entsprechend
hohen Sicherheitsvorkehrungen quer durch die Bundesrepublik in den Nordosten
Deutschlands rollen. Dort sollen sie neben den 65 Castoren mit Brennelementen
aus Lubmin und Rheinsberg wohl bis zum Bau eines deutschen Endlagers im
Zwischenlager deponiert werden.
Doch wann und wo ein deutsches atomares Endlager kommt, ist ungewiss. Bisher hat
kein Bundesumweltminister den Bau einer solchen, mit enormem politischem
Zündstoff verbundene Einrichtung auf den Weg bringen können.
Bei dem Atommüll, der in Lubmin gelagert werden soll, handelt es sich um
hochaktiven Abfall: Brennstäbe aus dem Betrieb des Forschungsschiffes "Otto
Hahn" aus Geesthacht, Brennstäbe aus dem Forschungszentrum Karlsruhe, die
derzeit im französischen Cadarache und belgischen Mol lagern. Der größte Teil -
60 Kubikmeter hochaktives, flüssiges Abfallkonzentrat - kommt jedoch aus der
Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe (WAK).
Die Anträge für die Einlagerung der Castoren im Zwischenlager Nord wurden beim
Bundesamt für Strahlenschutz und Reaktorsicherheit gestellt, wie EWN-Sprecher
Jürgen Broszinksi sagte. Die Genehmigungen werden Ende 2007 erwartet. Kurz
danach dürften die ersten Castoren aus dem Ausland und dem Süden Deutschlands
nach Lubmin rollen.
Die Grünen werfen den Energiewerken Nord "Salami-Taktik und Aushöhlung von einst
abgegebenen Versprechungen" vor, wie der Sprecher von Ostvorpommern, Stefan
Fassbinder, erklärte. Scheibchenweise weiteten die EWN ihre Aktivitäten aus, um
dann den Weg für ein Endlager in Lubmin zu ebnen. Schon Ende der 90er-Jahre
warnte die Bürgerinitiative Kernenergie mit Verweis auf die großdimensionierten
Ausmaße des Zwischenlagers vor einem solchen Vorhaben.
Tatsächlich haben die bundeseigenen EWN erst Anfang 2006 die Karlsruher
Wiederaufbereitungsanlage übernommen. Somit handelt es sich vielleicht sogar um
einen innerbetrieblichen Transport. Fremdabfall wird es trotzdem bleiben: Denn
in der Wiederaufbereitungsanlage wurden zwischen 1971 und 1990 rund 200 Tonnen
Kernbrennstoffe aus westdeutschen Reaktoren aufgearbeitet.
Spannend dürfte werden, wie sich die neue Landesregierung zu dem Vorhaben
positionieren wird. Im Punkt 138 des Koalitionsvertrages heißt es: "Die
Koalitionspartner setzen sich beim Bund dafür ein, dass das Zwischenlager Nord
am Standort Lubmin ausschließlich zur Zwischenlagerung für demontierte
radioaktive Materialien aus den Kernkraftwerken Greiswald/Lubmin und Rheinsberg
dient."
Die Grünen befürchten indes, dass die sukzessive Ausweitung der Atommülllagerung
in Lubmin einen massiven Imageschaden für die Tourismusregion Vorpommern zur
Folge haben könnte. "Diese Projekte werden unter dem Strich mehr Arbeitsplätze
kosten als sie bringen", sagte Stefan Fassbinder. Die Tourismusbranche auf der
benachbarten Insel Usedom selbst äußert sich sehr zurückhaltend. "Wir haben uns
im Sommer über die Pläne informiert und haben sie zur Kenntnis genommen",
erklärt der Geschäftsführer des Usedomer Tourismusverbandes Peter Günther.
[Ostseezeitung 13.Dezember 2006]
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Einladung zum nächsten migrationsbezogenen Anti-G8-Treffen - vom 5. bis 7.
Januar 2007 in Berlin
Treffensort: Wir treffen uns in den Räumen von AGIF in der Silbersteinstraße 96
in Berlin. Das ist in der Nähe vom S- und U-Bahnhof Hermannstraße (U8 &
Ringbahn).
Liebe Leute,
Hiermit möchten wir Euch alle (nochmals) hinweisen und einladen zum nächsten
Vorbereitungstreffen in Sachen Anti-G8-Mobilisierung und Migration.
Anknüpfend an das erste Treffen in Göttingen im Oktober schlagen wir
folgende Tagesordnung vor:
Freitag, 5. Januar
(Offenes Plenum)
18 Uhr: Ankunft und Essen
19 bis 22 Uhr: Offenes Plenum mit einleitender kurzer Zusammenfassung der
bisherigen Planungen zu
- Aktivitäten im Vorfeld des G8, (also z.B. Veranstaltungen,
- Euromaydays,
- Karawane/Nolager-Tour ...)
Aktivitäten während der Aktionswoche im Juni (also Beteiligung an der Grossdemo
2. Juni, transnationales Vernetzungstreffen am 3. Juni,migrationsbezogener
Aktionstag am 4. Juni, weitere Beteiligung am Alternativgipfel ...).
Außerdem kurze Vorstellung des Aufrufvorschlages für den 4. Juni unter dem Motto
"Für globale Bewegungsfreiheit, gleiche Rechte für Alle" (dieser Entwurf wird
vorher verschickt und verteilt).
Aber die einleitenden Beiträge sollen insgesamt auf maximal 30 Minuten begrenzt
bleiben, der Großteil der Zeit soll für eine offene Diskussion zur Verfügung
stehen, mit Austausch von Einschätzungen, Sammeln weiterer Ideen und Vorschläge
....
Samstag, 6. Januar
(Tag der Arbeitsgruppen)
9 Uhr Frühstück
10 Uhr: Kurzplenum mit Zusammenfassung vom Vorabend und Aufteilung der
Arbeitsgruppen (insgesamt 4-6 Arbeitsgruppen, 2-3 jeweils parallel am Vor-und
Nachmittag) zu
- Vorfeldaktivitäten, vor allem zur Karawane/NoLager-Tour;
- Vorbereitung des Vernetzungstreffens am 3. Juni sowie der
Diskussionen/Panels/Podien am 4. Juni und während des Alternativgipfels (ein
Konzeptentwurf wird vorbereitet);
- Vorbereitung des Aktionstages 4. Juni
- Debatte über den Aufrufentwurf zum 4. Juni;
- ...
10.30 bis 13 Uhr: Arbeitsgruppen (Teil 1)
13 Uhr Mittagessen
14 bis 17 Uhr: Arbeitsgruppen (Teil 2)
18 Uhr Abendessen
19 bis 21 Uhr: Plenum mit Berichten aus den Arbeitsgruppen
Sonntag, 7. Januar
(Zusammenfassungen)
9 Uhr Frühstück
10 bis 12 Uhr Plenum mit Zusammenfassungen, Beschlüssen und weiteren
Verabredungen für die nächsten Monate
Danach wollen wir uns um 13 Uhr an der Demonstration in Berlin beteiligen, in
Erinnerung an den 2ten Todestag von Ouri-Jalloh, der an Händen und Füßen
gefesselt in einer Polizeizelle in Dessau umgebracht wurde.
[nolager]
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