widerst at nd! - MUND: Samstag, 18.8.2007

MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst analle at no-racism.net
Fr Aug 17 23:08:38 CEST 2007


widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
    www.no-racism.net/mund

MedieninhaberInnen seid Ihr!

Samstag, 18.08.2007

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A) INHALT
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AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN
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01 Verhaftung linker Sozialwissenschafter in Deutschland
Thomas Schmidinger <thomas.schmidinger at univie.ac.at>
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02 14.9., Wels: MusiSKAntenstadel
infoladen wels <info at infoladen-wels.at>
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03 GA:  Open Air Sommerkino
"Andersrum Wien" <andersrum.wien at gruene.at>
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MELDUNGEN UND KOMMENTARE
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04 Die Waffen-SS als Vorbild
Café Critique <cafe.critique at gmx.net>
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05 Rechtsanwaltskammertag will Ungleichheitsgesetz
office at RKLambda.at
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06 GLB/Gewinnbeteiligung/KV-Politik/Lohnerhöhungen
"GLB" <glb at gmx.org>
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07 PA: Neonazi-Kundgebungen in Wels
infoladen wels <info at infoladen-wels.at>
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08 OGH zu 5 Jahre Ende § 209: Strafregistereintragungen bleiben
Rechtskomitee Lambda <office at rklambda.at> (RKL)
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09 KPÖ/Teuerungsausgleich/Lohnpoliik/Pensionen/Steuerreform
KPÖ <kpoe at gmx.at>
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SOLIDARITÄT WELTWEIT
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10 [Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm -- Seattle
Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe  <gipfelsoli-l at lists.nadir.org>
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11 Termin 06.09.2007 Berlin
poonn at web.de
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12 Offener Brief an Angela Merkel in der CIA-Affäre
Alexandra Bader <alexandra at ceiberweiber.at>
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13 PA: Yeziden-Vertreter befürchtet bis zu 600 Tote nach Anschlägen im Nordirak
WADI Austria <wadi.wien at gmx.at>
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LINKS / VERWEISE / HINWEISE
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14 Interessante artikel bei uns
Alexandra Bader <alexandra at ceiberweiber.at>
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15 Papstbesuch, Reader Religionskritik
Café Critique <cafe.critique at gmx.net>
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B) TEXTE
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AKTIONEN UND ANKÜNDIGUNGEN
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01 Verhaftung linker Sozialwissenschafter in Deutschland
Thomas Schmidinger <thomas.schmidinger at univie.ac.at>
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Liebe FreundInnen,

Nach der Verhaftung mehrerer Sozialwissenschafter in Deutschland,
fordern nun Wissenschaftler aus aller Welt die sofortige
Einstellung des  129a-Verfahrens, das derzeit die deutsche
Bundesanwaltschaft (BAW) wegen  vermeintlicher "intellektueller
Täterschaft" führt. 

Unter Anführung der  intellektuellen Fähigkeiten und des Zugangs 
zu wissenschaftlichen  Bibliotheken werden in diesem Verfahren 
mehrere deutsche Wissenschaftler verdächtigt, einer 
"terroristischen Vereinigung" anzugehören, der "militanten gruppe". 

Insgesamt sind sieben Personen betroffen, von denen  sich vier in 
Haft befinden, darunter auch der Soziologe Dr. Andrej Holm.  

Auf folgender Website kann ein entsprechender Aufruf, der von
Joachim  Hirsch, Bob Jessop, Elmar Altvater ua. unterzeichnet
wurde,  unterschrieben werden:
http://einstellung.so36.net/de/offenerbrief

[anm.d.red: siehe dazu auch beitrag 10]

lg
Thomas Schmidinger

-- 

Mag. Thomas Schmidinger
e-mail: thomas.schmidinger at univie.ac.at
Website: http://homepage.univie.ac.at/thomas.schmidinger/

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02 14.9., Wels: MusiSKAntenstadel
infoladen wels <info at infoladen-wels.at>
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Hallo!/Guten Tag! Wir bitten um Ankuendigung folgender Veranstaltung:

Freitag, 14. September: In der Provinz beginnt's - Part One -
MusiSKAntenstadl

Konzert mit

- Skaputnik (http://www.myspace.com/skaputnik, Ska, Rock, Jazz aus Wels
- 100 % Meskalin (http://www.myspace.com/100percentmeskalin, Partyska
aus Wien) und
- Käthchen Käthchen (http://www.myspace.com/kaethchenkaethchen, Indie
aus Wels)

- DJing mit DJ Skarl Moik

in 4672 Bachmanning (OÖ), Gasthaus Sterrer, Dorfplatz 1
Eintritt: 8,- Euro
Einlass ab 18 Uhr

---

Vielen Dank im voraus! Freundliche Grüsse,

Kulturverein Infoladen Wels
4600 Wels
http://www.infoladen-wels.at




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03 GA:  Open Air Sommerkino
"Andersrum Wien" <andersrum.wien at gruene.at>
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Liebe FreundInnen,

Auch diesen Sommer veranstalten wir wieder gemeinsam mit dem
Filmarchiv  Austria ein Open Air Sommerkino. Am 20.8. zeigen wir
den Film "Go West" von  Ahmed Imamovic.

Alle Infos dazu findet Ihr hier:

http://www.gruene-andersrum.at/wien/artikel/lesen/20480/

Wir freuen uns auf Euch!

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http://www.gruene-andersrum.at/
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MELDUNGEN UND KOMMENTARE
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04 Die Waffen-SS als Vorbild
Café Critique <cafe.critique at gmx.net>
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Neu auf Instant Coffee - your daily critique fixe
http://cafecritique.priv.at/blog

Die Waffen-SS als Vorbild
by Florian Markl
August 10th, 2007

Alle Jahre wieder bieten die Sommermonate ambitionierten
Politikern die Möglichkeit, mit eigenwilligen Vorschlägen oder
Stellungnahmen, die sonst nicht einmal Kurzmeldungen wert wären,
großes mediales Echo zu erlangen. Das diesjährige Sommerloch hat
schon verheißungsvoll begonnen: Der ÖVP-Abgeordnete und
sozialpartnerschaftliche Multifunktionär Fritz Neugebauer machte
den Anfang mit dem Vorschlag, bereits dreijährige Kleinkinder
sollten Tests unterzogen werden, um deren Entwicklungspotential
feststellen zu können - ein Vorschlag, der von allen Experten
sogleich als hochgradig schwachsinnig zurückgewiesen wurde.

Als nächstes folgte Peter Westenthaler, Klubobmann des Bündnisses
Zukunft Österreich (BZÖ), der seinen möglicherweise
bevorstehenden Rückzug aus der Politik damit begründete, dass ihm
das Niveau der österreichischen Politik zu gering sei. Der
grandiose Witz dieser Meldung mag nicht-österreichischen Lesern,
die mit den Niederungen der hiesigen politischen Landschaft nicht
vertraut sind und die Karriere des Peter Westenthaler nicht
verfolgt haben, vielleicht nicht unmittelbar verständlich sein.
Ohne das Leben und Wirken des Herrn W. ausführlich würdigen zu
wollen, sei zur Veranschaulichung nur angemerkt, dass sein
Lamento über das Niveau der politischen Auseinandersetzung in
etwa gleichzusetzen wäre mit einer Ankündigung von Jürgen Drews,
er werde Mallorca verlassen, weil ihm Touristen dort zu tief
seien, oder mit der Bestellung Jacques Chiracs zum obersten
Korruptionsbekämpfer der EU.

Das Sommerloch bietet aber auch die Möglichkeit, über
grundsätzlichere Fragen zu sinnieren, die normalerweise im
politischen Alltagsgeschäft zu kurz kommen. Diese Gelegenheit hat
jetzt H.C. Strache ergriffen, seines Zeichens Vorsitzender der
Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ). In einem Interview mit
der Wochenzeitschrift Format (Ausgabe 32/07) bezeichnet er die
vor ein paar Monaten aufgetauchten Fotos, die Strache vermutlich
bei Wehrsportübungen mit Nazis in Kärnten zeigen, als
"Bubendummheiten". Jeder Mensch mache in seiner Jugend nunmal
Dinge, die er, "wenn er älter und reifer ist, nicht mehr so tun
würde." Mit dem Alter kommt eben die Weisheit, auch was die
Erläuterung historischer Sachverhalte anbelangt: "Ich werde nie
zulassen, dass man eine Generation oder auch nur Mitglieder der
Waffen-SS pauschal verurteilt". Ob Strache damit andeuten will,
dass er beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Klage
gegen das Urteil des Nürnberger Prozesses einbringen will?
Möglich ist es: "Nicht jeder Kriegsteilnehmer hat ein Verbrechen
begangen. Und es war auch nicht jedes Mitglied der Waffen-SS ein
Verbrecher." Das zumindest haben die Richter im Prozess gegen die
Hauptkriegsverbrecher in Nürnberg anders gesehen und die SS,
inklusive all ihrer Gliederungen, zur verbrecherischen
Organisation erklärt. Glücklicherweise sind bei Format nur
besonders engagierte Journalisten beschäftigt, die Straches
Geschichtsrevisionismus sogleich entschieden entgegen treten:
"Aber mit Verlaub - es ist auch nicht automatisch jedes Mitglied
der Waffen- SS kein Verbrecher." Ein Lob dem kritischen
Journalismus

Aber Strache hätte in der FPÖ nicht Karriere gemacht, wenn er
nicht auch auf diesen infamen Einwand gebührend zu reagieren
wüsste: "Also bitte, lesen Sie sich doch israelische
Militärbücher durch, dort wird heute die Waffen-SS als eine der
Eliteeinheiten erwähnt, eine Einheit, die vorbildhaft für die
israelische Militärausbildung sein soll." Und wie reagieren die
besonders kritischen Format-Journalisten auf diese
Ungeheuerlichkeit? So: "Im Gegensatz zu Ihnen lesen wir keine
israelischen Militärbücher."

______________

Kundgebung
Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs!
Gegen das Atomprogramm des Iran und seine österreichischen und
europäischen Förderer!
Es geht um Israel - und um den Restbestand politischer Vernunft!

Sonntag, 30. September  2007       18 Uhr Stephansplatz in Wien

Veranstaltet von Café Critique und der Israelitischen Kultusgemeinde

mit Beiträgen von
Café Critique
Beate Klarsfeld (Söhne und Töchter der jüdischen Deportierten
Frankreichs)
Matthias Küntzel (Scholars for Peace in the Middle East)
Kazem Moussavi (Green Party of Iran)
Ariel Muzicant (Israelitische Kultusgemeinde)
Robert Schindel
Wahied Wahdat-Hagh (European Foundation for Democracy)
u. a.

Unterstützt von (Stand 10. 8. 2007)
Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich
Anthropoid Innsbruck
Anti-Defamation Forum
Antifa ON
Arbeitskreis Antisemitismus München
Bund sozialdemokratischer Juden - Avoda
David - Jüdische Kulturzeitschrift
Friends of Israel Linz
Hagalil.com
Illustrierte Neue Welt
Misrachi
Österreichischer Gedenkdienst
Prozionistische Linke Frankfurt
Redaktion Bahamas
Scholars for Peace in the Middle East - Austria
Studienvertretung Politikwissenschaft / Universität Wien
Weblog Lizas Welt
www.juedische.at
Zionistische Föderation in Österreich (ZFÖ)
Zwi Perez Chajes Loge der B'nai B'rith

Sharon Adler (AVIVA-Berlin)
Cordula Behrens, Oldenburg
Daniela Ebner
Gudrun Flügge, Oberursel
Heimo Gruber (Österreichisch- Israelische Gesellschaft)
Philipp Heimberger (Diskussionsforum Liberal in Österreich)
Siegward Kunath (ehm. Ephorus an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal)
Wolfgang Neugebauer
Gerhard Oberschlick
Klaus Thörner, Oldenburg
____________

Die islamische Republik Iran - Analyse einer Diktatur
Symposium

29./30. September 2007
Campus der Universität Wien, Altes AKH
Samstag: Hörsaal D, Hof 10,13
Sonntag: Hörsaal C1, Hof 2
(Alserstraße/Spitalgasse, Straßenbahn 5, 33, 43, 44)

Veranstaltet von Café Critique und Scholars for Peace in the Middle
East/Austria
(Bitte planen Sie Zeit für eventuelle Einlasskontrollen ein.)

http://www.cafecritique.priv.at







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05 Rechtsanwaltskammertag will Ungleichheitsgesetz
office at RKLambda.at
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Der ÖRAK (Presseaussendung unten) schlägt ein
Partnerschaftsmodell vor, dass die Ungleichbehandlung hetero- und
homosexueller Paare fortschreibt.

Gleichgeschlechtlichen Paaren soll nicht nur weiterhin die Ehe
verboten sein und sie auf das Reservat/Ghetto eines
Sonderinstitutes verwiesen werden sondern es sollen für
homosexuelle Paare nicht einmal inhaltlich die gleichen
Regelungen gelten wie für verschiedengeschlechtliche Ehepaare.

Insb. sollen die folgenden Abweichungen Platz greifen:
- keine Lebenspartnerschaft (LP) unter 18 (Ehe ist ab 16 möglich)
- keine LP zwischen Stiefgeschwistern
- jederzeitige grundlose einseitige Auflösung (weder
Scheidungsgründe noch Mindesttrennungszeit)
- kein nachehelicher Unterhalt
- keine (Stief- oder Fremdkind)Adoption

Diese Ungleichbehandlung gleich- und verschiedengeschlechtlicher
Paare ist für das RKL nicht akzeptabel. Für hetero- und
homosexuelle Partnerschaften müssen die gleichen Regelungen
gelten. In einer auf den Grundrechten basierenden demokratischen
Rechtsordnung darf es nicht zwei Klassen von Recht für zwei
lediglich auf Grund ihres Geschlechts und ihrer sexuellen
Orientierung definierten Gruppen von Menschen geben.

Rechtskomitee Lambda (RKL)
mailto:office at rklambda.at 
www.rklambda.at 

Das 1991 gegründete Rechtskomitee LAMBDA (RKL) arbeitet
überparteilich und überkonfessionell für die umfassende
Verwirklichung der Menschen- und Bürgerrechte
gleichgeschlechtlich l(i)ebender Frauen und Männer. In seinem
Kuratorium vereinigt es so prominente Mitglieder wie
Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer, NRPräs. Mag. Barbara
Prammer, die vormalige Justizministerin Mag. Karin Gastinger,
Präs. NRAbg.a.D. Peter Schieder, Volksanwältin Mag. Terezija
Stoisits, den Generaldirektor für öffentliche Sicherheit Dr. Erik
Buxbaum, die Präsidentin der Vereinigung der österreichischen
Richterinnen und Richter Dr. Barbara Helige, die Vizepräsidentin
der Rechtsanwaltskammer Wien Dr. Elisabeth Rech, den
Vorstandsvorsitzenden der D.A.S.-Rechtsschutzversicherung Dr.
Franz Kronsteiner, den Präsidenten des Weissen Rings Dr. Udo
Jesionek, den Generalsekretär von Amnesty International
Österreich Mag. Heinz Patzelt und die bekannten
Menschenrechtsexperten Dr. Lilian Hofmeister und Univ.-Prof. Dr.
Manfred Nowak, die Verfassungsexperten Univ.-Prof. Dr. Christian
Brünner, Univ-Prof. Dr. Bernd-Christian Funk, Univ.-Prof. Dr.
Heinz Mayer und Univ.-Prof. Dr. Ewald Wiederin, den renommierten
Kinder- und Jugendpsychiater Univ.-Prof. Dr. Max Friedrich und
die Kinder- und JugendanwältInnen von Wien DSA Monika Pinterits
und Dr. Anton Schmid, die Sexualwissenschafter Univ.-Prof. Dr.
Josef Christian Aigner, Prof. Dr. Rotraud Perner und Mag.
Johannes Wahala, den Theologen Univ.-Prof. Dr. Kurt Lüthi, Life-
Ball-Organisator Gery Keszler, Entertainer Günter Tolar u.v.a.m.
Das 15jährige Bestehen des Rechtskomitees LAMBDA (RKL) wurde über
Einladung von NRPräs. Mag. Barbara Prammer am 2. Oktober 2006 mit
einem historischen Festakt im Nationalratssitzungssaal des
Parlaments in Wien gefeiert. Dieser weltweit ersten Ehrung einer
homosexuellen Bürgerrechtsorganisation in einem nationalen
Parlament wohnten unter den über 500 TeilnehmerInnen auch höchste
RepräsentantInnen aus Justiz, Verwaltung und Politik bei.

Presseaussendung des Österreichischen Rechtsanwaltstages (ÖRAK):
Rechtsanwälte zu Lebenspartnerschaften 
09.08.2007

Veränderungen des familiären und partnerschaftlichen
Zusammenlebens legen gesetzgeberische Maßnahmen nahe, die diesen
Veränderungen Rechnung tragen. Der Österreichische
Rechtsanwaltskammertag sieht seine Aufgabe auch darin, Vorschläge
zu gesetzlichen Änderungen im Zusammenhang mit gesellschaftlich
relevanten Entwicklungen zu machen.

Die österreichischen Rechtsanwälte sprechen sich für die
gesetzliche Regelung einer gleichgeschlechtlichen
Lebenspartnerschaft, die der Ehe angenähert ist, aus.

Der Österreichische Rechtsanwaltskammertag stellt dazu folgende
Überlegungen an:

Eine Lebensgemeinschaft wird von zwei Personen gleichen
Geschlechts auf Dauer vor dem Standesamt geschlossen. Diese
Lebensgemeinschaft ist nicht begründbar mit Minderjährigen,
zwischen Verwandten gerader Linie, Geschwistern und
Stiefgeschwistern sowie bei aufrechter Ehe oder bereits
bestehender Lebensgemeinschaft. Die Begründung der
Lebenspartnerschaft erfolgt durch einen Registrierungsakt beim
Standesamt.

Die Rechte und Pflichten der Partner sind gleich. Sie betreffen
insbesondere gemeinsames Wohnen und Wirtschaften sowie die
gegenseitige Fürsorge und Unterstützung. Grundsätzlich gilt bei
einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft das Prinzip der
Gütertrennung. Die  vertragliche Regelung der
vermögensrechtlichen Verhältnisse und des Unterhalts ist möglich.
Der Lebenspartner hat ein gesetzliches Erbrecht und Anspruch auf
einen Pflichtteil.

Die Beendigung der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft
erfolgt einvernehmlich. Voraussetzung ist, dass diese
Lebensgemeinschaft bereits bestimmte Zeit nicht mehr aufrecht ist
und ein Einvernehmen über die vermögensrechtlichen
Angelegenheiten hergestellt wird. Kann ein solches Einvernehmen
nicht hergestellt werden, wird die Lebenspartnerschaft durch
gerichtliche Entscheidung dann aufgelöst, wenn die weitere
Aufrechterhaltung einer ihrem Wesen entsprechenden Gemeinschaft
nicht mehr zu erwarten ist. In einem solchen Fall erfolgt die
Regelung der Vermögensverhältnisse durch Aufteilung des
Gebrauchsvermögens und der Ersparnisse ebenfalls durch
gerichtliche Entscheidung.

In Österreich gibt es 5000 Rechtsanwälte, rund fünfzehn Prozent
davon sind Frauen. Rechtsanwälte sind bestausgebildete und
unabhängige Rechtsvertreter und -berater, die nur ihren Klienten
verpflichtet und verantwortlich sind. Primäre Aufgabe ist der
Schutz, die Verteidigung und die Durchsetzung der Rechte
Einzelner. Dritten gegenüber sind Rechtsanwälte zu absoluter
Verschwiegenheit verpflichtet, womit auch eine völlige
Unabhängigkeit vom Staat gewährleistet wird. Vertreten werden die
Rechtsanwälte durch die Rechtsanwaltskammern in den Bundesländern
sowie durch den Österreichischen Rechtsanwaltskammertag, ÖRAK,
mit Sitz in Wien.



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06 GLB/Gewinnbeteiligung/KV-Politik/Lohnerhöhungen
"GLB" <glb at gmx.org>
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Pressedienst des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB), Hugogasse 8, 
A-1110 Wien - Telefon +43 664 61 45 012 oder +43 1 53 444-308
- Mail office at glb.at - Web www.glb.at - Ausgabe vom 13. August
2007

Gewinnbeteiligungen sind kein Ersatz für eine offensive
Lohnpolitik

Aushöhlung von Sozialversicherung, Pension, Abfertigung und Basis
künftiger Lohnerhöhungen

Kein Ersatz für eine offensive Lohnpolitik der Gewerkschaften ist
die von Regierung und Sozialpartnern forcierte Gewinnbeteiligung,
stellt die Fraktion Gewerkschaftlicher Linksblock im ÖGB (GLB) zu
diesbezüglichen Plänen fest. Das Regierungsabkommen von SPÖ und
ÖVP sieht wörtlich die "nachhaltige Forcierung der
Mitarbeiterbeteiligung mit Zugangsmöglichkeiten für alle
Arbeitnehmer (Gewinn- und/oder Kapitalbeteiligung)" vor.

"Die Diskussion über eine Gewinnbeteiligung ist eine Reaktion auf
eine nicht mehr zu ignorierende Verteilungsdebatte, sie ist
allerdings die falsche Antwort darauf", meint GLB-
Bundesvorsitzende Karin Antlanger. Statt den Lohnabhängigen den
ihnen zustehenden Anteil am Produktivitätswachstum zuzugestehen,
will man sie als Miteigentümer in die Pflicht nehmen und ihnen
zum vorhandenen Risiko des Arbeitsplatzverlustes auch noch
zusätzlich das Unternehmerrisiko aufhalsen.

Zur Förderung solcher Gewinnbeteiligungen ist im Zusammenhang mit
der für 2010 in Aussicht gestellten Steuerreform vorgesehen, den
Freibetrag für Erwerb oder Schenkung von Firmenanteilen von
derzeit 1.460 Euro jährlich kräftig anzuheben und die Haltefrist
solcher Aktien von derzeit fünf Jahren zu verkürzen. Gleichzeitig
überlegen die Regierungsparteien solche Gewinnbeteiligungen
freiwillig (ÖVP) oder verpflichtend (SPÖ) zur Pensionsvorsorge zu
verwenden, offensichtlich um damit den Rückzug des Bundes aus der
Verantwortung für die Drittelfinanzierung der Pensionen zu
verstärken.

Hinter diesen Plänen steckt sehr durchsichtig die Absicht, den
Lohnabhängigen den ihnen zustehenden Anteil an der enormen
Produktivitätssteigerung bei den anstehenden
Kollektivvertragsverhandlungen vorzuenthalten. Angesichts einer
seit Ende der 70er Jahre sinkenden Lohnquote, seit gut einem
Jahrzehnt stagnierender Realeinkommen und gleichzeitig
explodierenden Dividenden und Managerbezügen ist eine kräftige
Reallohnsteigerung ein Gebot der Stunde, auch in Hinblick auf
eine Stärkung der Binnennachfrage und damit als Maßnahme zur
nachhaltigen Belebung der Wirtschaft: "Die Reaktionen der
Gewerkschaftsspitzen auf die Ansage von Sozialminister Erwin
Buchinger für eine Lohnerhöhung um vier Prozent zeigen jedoch,
dass der ÖGB einmal mehr faulen Kompromissen mit der
Unternehmerseite Vorrang vor den legitimen Interessen der
ArbeiterInnen und Angestellten gibt", kritisiert Antlanger.

Eine Orientierung auf Gewinnbeteiligungen hat eine Reihe
negativer Auswirkungen, warnt der GLB. So würden davon nur
Beschäftigte in hochprofitablen Unternehmen profitieren.
Beschäftigte in anderen Betrieben würden dabei durch die Finger
schauen und sich mit einer Alibi-Lohnerhöhung zufrieden geben
müssen.

Ein weiterer Aspekt ist, dass Einkünfte aus Gewinnbeteiligungen
weder für die Sozialversicherung und damit auch die Pension noch
für Abfertigung und künftige Lohnerhöhungen wirksam werden. In
keinerlei Hinsicht sind daher Gewinnbeteiligungen ein Ersatz für
angemessene Lohnverhandlungen. Damit stellt diese Orientierung
nur einen Baustein in der Unternehmerstrategie dar, zunehmend
brancheneinheitliche KV-Abschlüsse durch betriebliche oder
individuelle zu ersetzen um den Einfluss der Gewerkschaften als
Interessensvertretung der Lohnabhängigen auszuschalten.

Der GLB verlangt daher statt einer solchen fragwürdigen
Orientierung eine offensive Lohnpolitik die neben der
Inflationsabdeckung auch einen möglichst hohen Anteil am
Produktivitätswachstum enthält. Darüber hinaus ist eine Ergänzung
durch eine rasche soziale Steuerreform mit einer höheren
Besteuerung von Kapital und Vermögen sowie Entlastung der unteren
und mittleren Einkommen durch Senkung des viel zu hohen
Eingangssteuersatzes von derzeit 38,3 Prozent ab 10.000 Euro
Jahreseinkommen notwendig.



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07 PA: Neonazi-Kundgebungen in Wels
infoladen wels <info at infoladen-wels.at>
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Presseaussendung Kulturverein Infoladen Wels - 13. August 2007:
"Kundgebungen des neonazistischen 'Bund freier Jugend' in Wels"

Am Samstag, 11. August trat die Neonazi-Organisation "Bund freier
Jugend" erneut in Erscheinung - diesmal in Wels. Nachdem in den
letzten Tagen diverse Teile der Innenstadt mit BFJ-, AFP- und
NPD-Aufklebern zugepflastert wurden, führte eine Gruppe von rund
ca. 12 bis 15 Neonazis am Samstag in der Welser Innenstadt (etwa
beim Gefängnis) mehrere vermutlich unangemeldete Kundgebungen
durch, bei denen die bereits bekannten Plakate (die "Welser
Rundschau" berichtete am 25. Juli 07 darüber), ein Transparent
sowie Flugblätter, auf denen die Freilassung der drei
inhaftierten Führungskader Michael Scharfmüller, Rene Hönig und
Stefan Magnet gefordert wird, verwendet wurden. 

Zum Abschluss stattete der Neonazitrupp auch dem Vereinslokal des
antifaschistischen Kulturvereines Infoladen Wels einen Besuch ab.
Hierbei kam es zu einem tätlichen Übergriff eines BFJ-Mitglieds
auf eine im Vereinslokal anwesende Person (bei dem zum Glück
niemand verletzt wurde) und zusätzlich zu einem Ladendiebstahl,
der bei der Polizei angezeigt wurde.

Die Fassade der "anständigen Deutschen" vom BFJ bröckelt -- wie
man sieht - immer mehr. Der Neonazitrupp wurde von einem BFJ-
Kader angeführt, der unter dem Pseudonym "Volker Dorn" agiert.
"Volker Dorn" trat etwa am 05. Mai 2007 bei einem Neonazitreffen
der "Jungen Nationaldemokraten" (Jugendorganisation der NPD) in
Erlangen/ Bayern als Redner auf.
(Quelle:
http://www.doew.at/frames.php?/projekte/rechts/chronik/2007_05/europatag.htm)

"Wie die Kundgebungen, Flugblatt- und Plakataktionen sowie
Internetaktivitäten der letzten Wochen gezeigt haben, ist der
neonazistische 'Bund freier Jugend' nach wie vor aktiv.
Rassismus, Homophobie und Rechtsextremismus beschränken sich
nicht auf diese kleine Gruppe sondern sind ein
gesamtgesellschaftliches Problem. Wir fordern die Behörden auf,
sich nicht länger auf den durch die Verhaftung von drei
Führungskadern erworbenen Lorbeeren auszuruhen und endlich gegen
den 'Bund freier Jugend' und seine Mitglieder vorzugehen, um zu
verhindern, dass weitere Jugendliche von diesen Ewiggestrigen
rekrutiert werden und diese Gruppe weiterhin ihre Hetze betreiben
kann", so Markus Rachbauer, Obmann des Kulturvereines Infoladen.

Rückfragehinweis:

Kulturverein Infoladen Wels
Tel.: 0699-81983809 (Markus Rachbauer)



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08 OGH zu 5 Jahre Ende § 209: Strafregistereintragungen bleiben
Rechtskomitee Lambda <office at rklambda.at> (RKL)
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ENGLISH TEXT BELOW!

5 Jahre Aufhebung des § 209:
OGH ERWEITERT GRUNDRECHTSSCHUTZ ERHEBLICH -  AUSSER FÜR DIE 
§ 209-OPFER
RKL ruft Menschenrechtsgerichtshof an

Die Aufhebung des letzten anti-homosexuellen Sonderstrafgesetzes
jährt sich heute zum fünften Mal. Just zu diesem Jubiläum wurde
ein für den Grundrechtsschutz allgemein ebenso sensationelles wie
für die Opfer des § 209 StGB zynisch anmutendes Urteil des
Obersten Gerichtshofs (OGH) zugestellt. Während sich alle Opfer
von Grundrechtsverletzungen in der Strafjustiz künftig direkt an
den OGH wenden können, gilt dies für die § 209-Opfer nicht. Ihre
Verurteilungen bleiben weiterhin als Vorstrafen im Strafregister.
Das Rechtskomitee LAMBDA (RKL) hat den Menschenrechtsgerichtshof
(EGMR) angerufen.

Am 14.08.2002 (00:00) ist § 209 Strafgesetzbuch ausser Kraft
getreten, der für männlich-homosexuelle Kontakte eine
Mindestaltersgrenze von 18 Jahren festgelegt hatte; während für
heterosexuellen und lesbischen Sex eine Altersgrenze von 14 galt.
Auf den Tag genau fünf Jahre später wurde nun ein Urteil des OGH
zugestellt, das an zynischer Wirkung kaum zu überbieten ist.

Der Antragsteller vor dem OGH wurde dreimal auf Grund des
berüchtigten § 209 Strafgesetzbuch (StGB) zu Freiheitsstrafen
verurteilt. Eine dieser Verurteilungen hatte er vor dem
Europäischen Menschenrechtsgerichthof (EGMR) bekämpft. Der EGMR
hat (auch in diesem Fall) § 209 sowie die darauf gegründete
Verurteilung als schwer menschenrechtswidrig erkannt und
Österreich verurteilt (G.B. & H.G. vs. Austria, 02.06.2005). Auf
Grund dieses Urteils des EGMR wurde das Strafverfahren erneuert
und der Verurteilte freigesprochen. Die zwei anderen, ebenso
schwer menschenrechtswidrigen § 209-Verurteilungen sind aber nach
wie vor im Strafregister vorgemerkt. Eine Begnadigung hat das
Justizministerium abgelehnt.

Der Mann beantragte bei der für die Führung des Strafregisters
zuständigen Innenministerin die Löschung der Verurteilung aus dem
Strafregister. Begehrt hat er damit ausdrücklich nicht die
Aufhebung der Verurteilung oder deren Ausscheiden aus dem
Rechtsbestand, sondern lediglich die Beendigung der weiteren
österreichweiten Evidenthaltung der Verurteilung durch die
Polizei.

Dennoch hat der Verfassungsgerichtshof die abweisende
Entscheidung der Innenministerin mit der Begründung bestätigt,
dass es "nicht Sache der Strafregisterbehörde sein (könne) zu
entscheiden, ob und in welchem Umfang bestimmte Verurteilungen
aus dem Rechtsbestand auszuscheiden sind". Lediglich ein Gericht
könne aussprechen, dass eine Gerichtsentscheidung die Grundrechte
verletzt hat (VfGH 04.10.2006, B 742/06).

§ 209-Opfer erkämpfen historisches Urteil und bleiben auf der
Strecke

Der Verurteilte hat daraufhin beim Obersten Gerichtshof die
Erneuerung der beiden Strafverfahren beantragt, weil der EGMR
bereits mehrfach die Menschenrechtswidrigkeit des § 209 und der
darauf gegründeten Verurteilungen festgestellt hat. Die
Generalprokuratur ist dem entgegengetreten mit der Begründung,
dass der Mann diese beiden Verurteilungen nicht beim EGMR
bekämpft hatte.

Der OGH hat diese Rechtsansicht der Generalprokuratur nun
zurückgewiesen und dem Verurteilten grundsätzlich Recht gegeben.
In der bahnbrechenden Entscheidung hat er - über den geltenden
Gesetzestext hinaus - ausgesprochen, dass sich Opfer einer
Grundrechtsverletzung im Bereich der Strafjustiz immer an den
Obersten Gerichtshof wenden und ihr Verfahren erneuern lassen
können; auch wenn sie keine Verurteilung Österreichs beim EGMR
erwirkt haben, ja sogar dann, wenn es zu einer bestimmten Frage
noch gar keine Judikatur des EGMR gibt (OGH 01.08.2007, 13 Os
135/06m).

Die Opfer des § 209 haben damit eine historische Erweiterung des
Rechtsschutzes für alle Opfer von Grundrechtsverletzungen
erkämpft; und bleiben dennoch auf der Strecke. Der OGH hat diesen
neuen Rechtsschutz nämlich für alle Menschenrechtsverletzungen
ausgeschlossen, die länger als 6 Monate zurückliegen.

Die § 209-Verurteilungen bleiben daher weiterhin als Vorstrafen
im Strafregister und stigmatisieren auf Jahre hinaus die Opfer
der anti-homosexuellen Sonderstrafgesetzgbung. Erst in jüngster
Zeit hat das Oberlandesgericht Wien § 209 als zwar
gleichheitswidrig aber moralisch einsehbar bezeichnet und die
Verhängung einer höheren Freiheitsstrafe wegen Vorstrafen nach
dem anti-homosexuellen Sonderstrafgesetz für rechtens erklärt
(03.05.2005, 19 Bs 117/05b) sowie die bedingte Entlassung eines
Strafgefangenen unter Hinweis auf seine § 209-Vorstrafen
abgelehnt (13.06.2006, 20 Bs 155/06z).

Eine erste Beschwerde gegen die fortgesetzte Speicherung der §
209-Verurteilungen im Strafregister liegt bereits beim EGMR (E.B.
vs. Austria, appl. 31913/07). Weitere folgen in Kürze.

"Es ist traurig, dass der Menschenrechtsgerichtshof neuerlich mit
den nach wie vor untoten anti-homosexuellen Sonderstrafgesetzen
Österreichs befasst werden muss", sagt der Wiener Rechtsanwalt
Dr. Helmut Graupner, Präsident der Homosexuellen-
Bürgerrechtsorganisation Rechtskomitee LAMBDA und Vertreter der
§ 209-Opfer, "Das Parlament könnte unserer Republik diese
nochmalige Blamage ersparen, doch dort liegt der noch von RKL-
Kuratoriumsmitglied Terezija Stoisits eingebrachte Antrag für ein
Amnestie-, Rehabilitierungs- und Entschädigungsgesetz (AREG) seit
zwei Jahren völlig unbehandelt".

Das 1991 gegründete Rechtskomitee LAMBDA (RKL) arbeitet
überparteilich und überkonfessionell für die umfassende
Verwirklichung der Menschen- und Bürgerrechte
gleichgeschlechtlich l(i)ebender Frauen und Männer. In seinem
Kuratorium vereinigt es so prominente Mitglieder wie
Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer, NRPräs. Mag. Barbara
Prammer, die vormalige Justizministerin Mag. Karin Gastinger,
Präs. NRAbg.a.D. Peter Schieder, Volksanwältin NRAbg. a.D. Mag.
Terezija Stoisits, den Generaldirektor für öffentliche Sicherheit
Dr. Erik Buxbaum, die Präsidentin der Vereinigung der
österreichischen Richterinnen und Richter Dr. Barbara Helige, die
Vizepräsidentin der Rechtsanwaltskammer Wien Dr. Elisabeth Rech,
den Vorstandsvorsitzenden der D.A.S.-Rechtsschutzversicherung Dr.
Franz Kronsteiner, den Präsidenten des Weissen Rings Dr. Udo
Jesionek, den Generalsekretär von Amnesty International
Österreich Mag. Heinz Patzelt und die bekannten
Menschenrechtsexperten Dr. Lilian Hofmeister und Univ.-Prof. Dr.
Manfred Nowak, die Verfassungsexperten Univ.-Prof. Dr. Christian
Brünner, Univ-Prof. Dr. Bernd-Christian Funk, Univ.-Prof. Dr.
Heinz Mayer und Univ.-Prof. Dr. Ewald Wiederin, den renommierten
Kinder- und Jugendpsychiater Univ.-Prof. Dr. Max Friedrich und
die Kinder- und JugendanwältInnen von Wien DSA Monika Pinterits
und Dr. Anton Schmid, die Sexualwissenschafter Univ.-Prof. Dr.
Josef Christian Aigner, Prof. Dr. Rotraud Perner und Mag.
Johannes Wahala, den Theologen Univ.-Prof. Dr. Kurt Lüthi, Life-
Ball-Organisator Gery Keszler, Entertainer Günter Tolar u.v.a.m.
Das 15jährige Bestehen des Rechtskomitees LAMBDA (RKL) wurde am
2. Oktober 2006 mit einem historischen Festakt im
Nationalratssitzungssaal des Parlaments in Wien gefeiert. Dieser
weltweit ersten Ehrung einer homosexuellen
Bürgerrechtsorganisation in einem nationalen Parlament wohnten
unter den über 500 TeilnehmerInnen auch höchste RepräsentantInnen
aus Justiz, Verwaltung und Politik bei.

Rückfragehinweis: 0676/3094737; 01/8763061, office at RKLambda.at,
www.RKLambda.at

14.08.2007

------------------------

5 Years Deletion of Art. 209
SUPREME COURT SEVERELY EXTENDS PROTECTION OF HUMAN RIGHTS -
EXCEPT FOR VICTIMS OF ART. 209
RKL supports applications to the European Court of Human Rights

Today it is five years that the last anti-homosexual criminal
statute has been deleted from the books. Exactly on the day of
this anniversary the Supreme Court delivered a judgment as
sensational for protection of human rights in general as it seems
cynical for victims of Art. 209. While in future all victims of
human rights violations by the judiciary will be entitled to
address the Supreme Court directly, this still is not the case
for Art. 209-victims. Their convictions remain registered in the
nationwide Registry of Convictions stigmatising the victims for
years to come. Rechtskomitee LAMBDA (RKL) supports applications
to the European Court of Human Rights (ECHR).

Art. 209 Criminal Code, which established a higher minimum age
for gay sex of 18 as compared to 14 for heterosexual and lesbian
sex, had been repealed by 14.08.2002 (00:00). Exactly five years
later the Supreme Court now delivered a judgment with an utmost
cynical effect to the victims of Art. 209.

The applicant before the Supreme Court in 1997 had been convicted
three times to imprisonment under the infamous Art. 209 Criminal
Code (CC). One of these convictions he challenged in the European
Court of Human Rights (ECHR). The ECHR (also in this case) found
Art. 209 and the conviction based on it to constitute severe
violations of human rights and condemned Austria (G.B. & H.G. vs.
Austria, 02.06.2005). On the basis of this judgment the domestic
proceedings had been reopened and the man has been acquitted. The
other Art. 209-convictions however still are not just standing,
but even in addition registered in the national Registry of
Convictions. The Ministry of Justice refused a pardon.

The man therefore applied to the Minister of Interior which is
the competent authority for matters of the national Registry of
Convictions for, at least, a deletion of this Art. 209-conviction
from the Registry. He by this explicitly did not ask to set aside
the conviction or to eliminate it from jurisdiction. He just
asked for an end to the continuing storage of the conviction by
the police and the transfer of this data to the Courts and other
authorities.

Nevertheless the Constitutional Court confirmed the negative
decision of the Minister of Interior by saying that "it cannot be
the business of the Registry's authorities to decide if and in
how far certain convictions be eliminated from jurisdiction.
Only a court could establish that a court-decision violated human
rights (VfGH 04.10.2006, B 742/06).

Art. 209-victims achieve a historic judgment and are left over

The convict then applied to the Supreme Court for a renewal of
the criminal proceedings, as the ECHR repeatedly held that Art.
209 and convictions based on it violated human rights. The
Procurator General ("Generalprokuratur) opposed those
applications because the man did not challenge his convictions
before the ECHR.

The Supreme Court rejected that position of the Procurator
General and basically agreed with the applicant. In its landmark
judgment it held - thereby transcending the wording of the law -
that victims of human rights violations by the judiciary can
always apply to the Supreme Court for a renewal of their
proceedings; even if they did not achieve a conviction of Austria
by the ECHR, and even if there is not yet case-law of the ECHR on
a specific issue (OGH 01.08.2007, 13 Os 135/06m).

So the victims of Art. 209  did achieve a historic extension of
protection for all victims of human rights violations;
nevertheless they themselves are left over. Because the Supreme
Court excluded the new remedy for violations more then 6 months
in the past.

So Art. 209-convictions remain registered in the nationwide
Registry of Convictions stigmatising the victims for years to
come. Just recently the Upper Regional Court of Vienna, confirmed
heavier punishment due to a criminal record according to Art. 209
(03.05.2005, 19 Bs 117/05b) and refused parole on the basis of
prior convictions under Art. 209 (13.06.2006, 20 Bs 155/06z),
saying that Art. 209 might have violated the equality clause but
"did not lack general moral understanding (13.06.2006, 20 Bs
155/06z).

A first application to the ECHR against the continued storage of
Art. 209 convictions in the nationwide Registry of Convictions
has already been filed (E.B. vs. Austria, appl. 31913/07). Others
will follow.

"It is really sad that the European Court of Human Rights again
has to be confronted with still undead Austrian anti-homosexual
criminal legislation, says Dr. Helmut Graupner, president of the
Austrian lesbian and gay rights organization  Rechtskomitee
LAMBDA (RKL) and counsel of the victims of Art. 209, "Federal
parliament could prevent this repeated shame for our country but
RKL-advisory-board's member Terezija Stoisits' bill for an
Amnesty-, Rehabilitation- and Compensation Act still has not been
dealt with there for two years now.

Rechtskomitee LAMBDA (RKL), founded in 1991, on a supra-partisan
and denominational level is working  for the implementation of
human rights for homo- and bisexual men and women. In its
honorary board it convenes so prominent members as Prime Minister
Dr. Alfred Gusenbauer,  President of Federal Parliament Mag.
Barbara Prammer, former Minister of Justice Mag. Karin Gastinger,
former President of the Parliamentary Assembly of the Council of
Europe Peter Schieder, Federal Ombudsman Mag. Terezija Stoisits,
Director of Public Security Dr. Erik Buxbaum, the President of
National Juges Association Dr. Barbara Helige, the Vice-President
of the Vienna Bar-Association Dr. Elisabeth Rech, the President
of D.A.S.-legal expenses insurance company Dr. Franz Kronsteiner,
the President of  Weisser Ring Dr. Udo Jesionek, the Secretary
General of Amnesty International Austria Mag. Heinz Patzelt and
the well-known human-rights experts Dr. Lilian Hofmeister and
Univ.-Prof. Dr. Manfred Nowak, the constitutional law professors
Univ.-Prof. Dr. Christian Brünner, Univ-Prof. Dr. Bernd-Christian
Funk, Univ.-Prof. Dr. Heinz Mayer and Univ.-Prof. Dr. Ewald
Wiederin, famous child- and adolescent psychiatrist Univ.-Prof.
Dr. Max Friedrich and the Vienna Child- and Youth-Ombudspersons
DSA Monika Pinterits and Dr. Anton Schmid, sexologists
Univ.-Prof. Dr. Josef Christian Aigner, Prof. Dr. Rotraud Perner
and Mag. Johannes Wahala, theologist Univ.-Prof. Dr. Kurt Lüthi,
Life-Ball-Organisor Gery Keszler, Entertainer Günter Tolar and
many more. October 2nd, 2006, RKL's 15 years anniversary has been
celebrated in historic Ceremonial Act "Against Sexual Apartheid
in the lower chamber of Austrian federal parliament. This first
honouring of an lgbt organisation in a national parliament
worldwide took place in attendance of over 500 guests including
highest representatives from the judiciary, administration and
politics.

More information: 
Rechtskomitee LAMBDA, (++43/1/876 30 61), office at RKLambda.at;
www.RKLambda.at

2007-08-14




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09 KPÖ/Teuerungsausgleich/Lohnpoliik/Pensionen/Steuerreform
KPÖ <kpoe at gmx.at>
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KPÖ-Pressedienst - Drechslergasse 42, 1140 Wien - 
Telefon +43 (1) 50 36 580 - 0 - Fax +43 (1) 50 36 580 - 499 -
Mail info at kpoe.at - Web www.kpoe.at - Ausgabe vom 16. August 2007

KPÖ fordert Maßnahmenpaket für Teuerungsausgleich

Offensive Lohnpolitik, höhere Pensionen, amtliche Preisregelungen
und soziale Steuerreform

Auf die Dringlichkeit eines Maßnahmenpakets für einen
Teuerungsausgleich weist KPÖ-Bundessprecherin Melina Klaus im
Zusammenhang mit massiven Preiserhöhungen bei Gütern des
täglichen Bedarfs sowie den Wohn- und Energiekosten hin.
Besonders davon betroffen sind Menschen mit geringem Einkommen,
also PensionistInnen, Erwerbsarbeitslose, Alleinerzieherinnen,
prekär Beschäftigte und auch viele Vollzeitbeschäftigte mit
kleinen Einkommen.

Die KPÖ sieht angesichts dieser Entwicklung die Notwendigkeit
einer kräftigen Lohnerhöhung, welche nicht nur die Inflation,
sondern auch die Produktivitätssteigerung abdeckt. Die Ansage von
Sozialminister Erwin Buchinger (SPÖ) für eine Lohnerhöhung um
vier Prozent kann dabei nur das untere Limit sein: "Es liegt vor
allem an den Gewerkschaften, ob sie sich trotz Rekordprofiten
weiterhin dem Standortargument der Unternehmerseite beugen und
von dieser verlangte maßvolle Lohnabschlüsse akzeptieren oder
durch eine entsprechende Mobilisierung offensiv für einen den
betroffenen Lohnabhängigen zustehenden Anteil an der
Wirtschaftsentwicklung kämpfen", so Klaus.

Auch die Pensionsanhebung muss mehr als die statistisch frisierte
Teuerung abgelten. Eine Erhöhung um den sogenannten
"Pensionistenindex" ist daher legitim, sollen nicht immer mehr
PensionistInnen systematisch in die Armut gedrängt werden. Mit
einer Einmalzahlung wie sie der Sozialminister in Aussicht
stellt, müsste der Kaufkraftverlust der letzten Jahre abgedeckt
werden.

Weiters fordert die KPÖ eine amtliche Preisregelung für Güter des
täglichen Bedarfs, insbesondere für Strom, Gas und Heizöl und
verweist auf die Rekordprofite der Konzerne. Da insbesondere die
Wohnkosten weit über der allgemeinen Inflationsrate steigen, wird
auch eine Begrenzung der Mieten durch einheitliche und klare
Mietzinsobergrenzen immer dringlicher um das Wohnen leistbar zu
machen: "Es darf nicht akzeptiert werden, dass das Menschenrecht
Wohnen immer mehr zum Luxus wird", so Klaus.

Preistreiberisch auf die Wohnkosten wirken allerdings auch die
Gemeinden durch die Tarifpolitik für Wasser, Kanal, Müllabfuhr
und andere Leistungen, die sich in Form ständig steigender
Betriebskosten negativ auf die Wohnkosten niederschlagen und für
immer mehr Menschen das Wohnen immer schwerer finanzierbar
machen. Die KPÖ fordert daher auch den Budgetdruck auf die
Gemeinden durch Aussetzung der Maastricht-Kriterien und des Euro-
Stabilitätspakt zu reduzieren, damit diese eine Grundversorgung
nach sozialen Kriterien sicherstellen können.

Schließlich muss auch eine Entlastung der Lohnabhängigen und
PensionistInnen die gleichzeitig das Gros der KonsumentInnen
stellen durch eine Vorziehung der Steuerreform auf 2008 erfolgen:
"Es kann nicht sein, dass die Besteuerung von Kapital und
Vermögen trotz explodierender Gewinne und wachsenden Reichtums
systematisch gegen null tendiert, gleichzeitig aber die Klein-
und MittelverdienerInnen in einem immer größeren Ausmaß durch
Lohnsteuer und Mehrwertsteuer die Steuerlast tragen müssen", so
Klaus.

Als Schwerpunkt einer sozialen Steuerreform sieht die KPÖ die
Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen und gleichzeitig
eine höhere Besteuerung von Kapital und Vermögen. Mit einer
Befreiung von Mieten, Betriebskosten, kommunalen Tarifen und
Medikamenten von der Mehrwertsteuer könnte dabei gerade für
Menschen mit geringen Einkommen eine Entlastung erfolgen.



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SOLIDARITÄT WELTWEIT
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10 [Gipfelsoli Newsletter] Heiligendamm -- Seattle
Öffentlicher Verteiler der Gipfelsoli-Infogruppe  <gipfelsoli-l at lists.nadir.org>
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Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität
   und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung
------------------------------------------------------ www.gipfelsoli.org --

- Neue Webseite: Einstellung des §129a-Verfahrens sofort!
- Adressen der Gefangenen für Eure Briefe
- Erklärung von drei Beschuldigten in einem der § 129a- Verfahren gegen die
militante gruppe (m.g.)
- F.e.l.S.: Solidarität organisieren. §129a abschaffen.
- Offener Brief an die Generalbundesanwaltschaft gegen die Kriminalisierung von
kritischer Wissenschaft und politischem Engagement
- Rostocker Stadtgespräche Heft #48: Nach G8
- Seattle 1999: Was anyone at Westlake on Dec 1, 1999? Please forward.

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Neue Webseite: Einstellung des §129a-Verfahrens sofort!

Am 31. Juli 2007 wurden die Wohnungen und teilweise auch die
Arbeitsplätze von insgesamt vier Menschen in Berlin und Leipzig
durchsucht. Dabei wurde Andrej H. festgenommen. Wenige Stunden
zuvor wurden Florian L., Axel H. und Oliver R. ebenfalls
festgenommen - angeblich bei dem Versuch, Bundeswehrfahrzeuge in
Brandenburg anzuzünden.

Nach Verhören in Karlsruhe befinden sich die vier nun in
Untersuchungshaft in Berlin-Moabit. Ihnen und drei weiteren
Personen wird die "Mitgliedschaft in einer terroristischen
Vereinigung" (§ 129 a StGB) vorgeworfen. Wie im Rahmen der
Hausdurchsuchungen bekannt wurde, läuft das Ermittlungsverfahren
unter diesem Vorwurf gegen bereits seit September 2006.

Die Konstruktionen, auf denen dieser Vorwurf aufbaut, sind
abenteuerlich und müssen entschieden zurückgewiesen werden. Diese
Seite, die von einem breiten Bündnis von UnterstützerInnen
getragen wird (und sich noch im Aufbau befindet), will dazu einen
Beitrag leisten. Wir fordern die Freilassung der Gefangenen, die
Einstellung des § 129a-Verfahrens und die Abschaffung der §§ 129,
129a und 129b!

Neue Webseite der Soligruppe: http://einstellung.so36.net

-------------------------------------------------------------------------------
Adressen der Gefangenen für Eure Briefe

Zur Unterstuetzung Gefangener, Briefe nach drinnen etc. siehe
auch www.knast.net

* Oliver Rast Buchnr 2355/07
* Florian Ludwig Buchnr 2356/07
* Axel Hornbogen Buchnr 2357/07
* Andrej Holm Buchnr 2354/07

alle: c/o Ermittlungsrichter Hebenstreit, Herrenstraße 45, 76133 Karlsruhe

Mehr zu den Ermittlungen wegen §129a: www.gipfelsoli.org/Repression/129a

-------------------------------------------------------------------------------
Erklärung von drei Beschuldigten in einem der § 129a- Verfahren
gegen die militante gruppe (m.g.)

Am Morgen des 31.07.2007 durchsuchte das BKA auf Anweisung des
Generalbundesanwaltes unsere Wohnungen. Der Vorwurf lautet auf
Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung namens
militante gruppe (m.g.) nach §129a. Erst jetzt haben wir
erfahren, dass das Ermittlungsverfahren gegen uns schon seit
knapp einem Jahr läuft. 

Mit Hilfe dieses Verfahrens haben das BKA und andere
Bundesbehörden unsere Privatsphäre bis in intimste Bereiche
detailliert ausgeforscht. Betroffen von der Überwachung sind
unsere Lebenspartnerinnen, unsere Freunde, unsere Familien sowie
unsere Kolleginnen und Kollegen. Unser langjähriger Freund und
Kollege Andrej H. wurde verhaftet. Der Vater dreier Kinder
befindet sich seitdem in Untersuchungshaft in Berlin Moabit.

Diese massiven Angriffe auf unsere bürgerlichen Rechte begründet
die Bundesanwaltschaft im Haftbefehl mit einer Reihe von
empörenden Konstruktionen.

Aus den wenigen uns bisher vorliegenden Unterlagen entnehmen wir
folgende Vorwürfe gegen uns:

* Zwei von uns hätten wissenschaftliche Publikationen verfasst,
die angeblich "Schlagwörter und Phrasen enthalten, die in Texten
der "militante(n) gruppe" gleichfalls verwendet werden." Außerdem
attestiert uns die BAW, über die "intellektuellen Vorausetzungen"
zu verfügen, welche für das Verfassen von Anschlagserklärungen
der m.g. nötig seien. 

Weiterhin geht die BAW davon aus, dass uns Biblioheken zur
Verfügung stünden, die wir zu Recherchen nutzen können. Außerdem
habe sich Andrej bei der Vorbereitung der Proteste gegen den G8
mit einer Thematik befasst, die auch von der m.g. als Begründung
für Anschläge verwendet werde.

* Einem von uns wird darüber hinaus vorgeworfen, journalistisch
über eine öffentliche Konferenz berichtet zu haben, auf der
Referenten über einen Anschlag im Jahr 1972 diskutierten. Einige
Monate zuvor soll die m.g. dieses Ereignis ebenfalls erwähnt
haben. Dies spreche nach Ansicht der BAW für die Mitgliedschaft
des Autoren in der m.g..

* In zwei Fällen wirft uns die BAW Kontakte zu Personen vor, die
in einem anderen - bislang ergebnislosen - 129a Verfahren gegen
die m.g. beschuldigt werden. Beide Kontakte haben vor allem
beruflichen Charakter. Vorgeworfen werden uns allen darüber
hinaus "vielfältige Kontakte auch in die linksextremistische
Szene von Berlin". Dass wir auch ungezählte Kontakte zu
politischen Parteien, Bürgerinitiativen, zu Gewerkschaften und
sozialen Bewegungen pflegen, wird nicht erwähnt.

Aus diesen Vorwürfen ergibt sich für uns:

Wer wissenschaftliche und journalistische Publikationen zu
bestimmten Themen verfasst und Bibliotheken nutzt, macht sich
verdächtig. Wer Kontakt zu Menschen hat, die die BAW für
verdächtig hält, macht sich auch verdächtig. Wer versucht, sein
Recht auf Privatsphäre und Anonymität aktiv zu schützen, macht
sich durch die Ausübung dieses Rechtes ebenfalls verdächtig.

Kommen bei einem Personenkreis alle drei Verdachtsmomente
zusammen, muss es sich in dieser Logik um eine terroristische
Vereinigung handeln.

So absurd das klingen mag, aber die Folgen für unseren Alltag
sind verheerend: Seit einem Jahr werden unsere Telefone abgehört,
alle E-Mails überwacht, unsere gesamte Internet-Nutzung
protokolliert, unsere Wohnungen werden beobachtet, unsere
Bewegungen anhand der Handy-Daten aufgezeichnet. 

Möglicherweise wurden Spitzel auf uns angesetzt. Ausgeforscht
wurden auch Lebenspartnerinnen, Freunde, Kolleginnen und Kollegen
und unsere Familienangehörigen. Das gesamte Ausmaß der
Bespitzelung können wir bisher unmöglich überschauen. 

Während wir noch auf freiem Fuß sind, wird unser Freund und
Kollege Andrej H. aufgrund gleicher Beschuldigungen gefangen
gehalten. Er sitzt unter verschärften Haftbedinungen in
Einzelhaft, kann seine Familie nur alle zwei Wochen für eine
halbe Stunde sehen und mit Besuchern nur durch eine Trennscheibe
reden.

Diese Art der Gesinnungsschnüffelei hat in Deutschland eine lange
Geschichte. Als ehemalige DDR-Bürger sind wir dafür besonders
sensibilisiert. Wir fordern die sofortige Einstellung des
Strafverfahrens nach 129a StGB, die Herausgabe und Löschung aller
erhobenen Daten und die Entlassung aller Beschuldigten aus der
Untersuchungshaft. 

Das gilt auch für die drei wegen versuchter Brandstiftung
Festgenommenen. Denn diese dürften in einem rechtsstaatlichen
Verfahren gar nicht in Untersuchungshaft sitzen, da keinerlei
Fluchtgefahr besteht. Ihre Inhaftierung ist nur aufgrund der
Konstruktion einer terroristischen Vereinigung möglich geworden.

Das gesamte Verfahren ist ein Skandal. Es macht deutlich: der
Ermittlungsparagraph 129a gehört abgeschafft.

Berlin, 12.08.2007

Für die Beschuldigten im Verfahren: RA Wolfgang Kaleck,
Immanuelkirchstraße 3-4, 10405 Berlin - Prenzlauer Berg,
Tel. 030 - 44679218

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F.e.l.S.: Solidarität organisieren. §129a abschaffen.

Am 31. Juli 2007 wurden Axel, Florian, Oliver und Andrej
festgenommen. Dass nicht gleich geschossen wurde, war dann schon
fast verwunderlich. Hatte doch unlängst Innenminister Schäuble
angemahnt, dass die gezielte Tötung von Verdächtigen rechtlich
noch ungeklärt sei. 

Glück gehabt, könnte man also meinen, wurden doch in den letzten
Jahren die Gesetze meist nur noch der realen Praxis der
Staatsgewalt von Polizei und Militär angepasst. Aber das jüngste
§129a-Verfahren zeigt uns, wohin die Reise gehen wird, wenn die
radikale Linke nicht endlich beginnt, mit bestimmten Formen der
Selbstisolierung zu brechen, und moderate Kräfte gleichzeitig
begreifen, dass ihr ewiges Lamento der Gewalt-Distanzierung auch
keine Lösung, sondern ein Teil des Problems ist.

Den Gefangenen und drei weiteren Beschuldigten wird
"Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung" (§ 129a
StGB) vorgeworfen. Die sieben sollen laut Bundesanwaltschaft in
der "terroristischen Vereinigung" - "militante Gruppe" ("mg") -
aktiv sein. 

Axel, Florian und Oliver wurden in der Nacht zum 31.
Juli erst observiert und dann verhaftet, nachdem sie versucht
haben sollen, vier Fahrzeuge der Bundeswehr auf dem Gelände der
Firma MAN in Brandenburg/ Havel in Brand zu setzen. Ihre
Festnahmen markieren das Ende einer gut gemeinten
antimilitaristischen Aktion. Gleichzeitig stellen sie auch einen
Generalangriff auf militante linke Politik dar, indem sie für die
jahrelange Jagd auf die "mg" herhalten müssen. 

Kurz nach den Festnahmen, am Morgen des 31. Juli wurden die
Wohnungen und teilweise Arbeitsplätze von Andrej und drei
weiteren Beschuldigten, gegen die kein Haftbefehl vorliegt,
durchsucht. Allen vier wird "intellektuelle Täterschaft" zur Last
gelegt. Diese begründen die Ermittlungsbehörden damit, dass
Bibliotheken benutzt und bestimmte Begriffe wie "Gentrifizierung"
in Texten verwendet wurden. Zudem hätten sich die vier zu
Schulden kommen lassen, im Studium oder der Promotion die
intellektuellen Fähigkeiten angeeignet zu haben, "die
vergleichsweise anspruchsvollen" Texte der "mg" zu verfassen.

Die einzige Verbindung, die es zwischen Axel, Florian
und Oliver und jenen vier Personen gibt, sind zwei angeblich
konspirative Treffen zwischen Florian und Andrej. Wie bei den §
129a-Verfahren vom 9. Mai geht der Staatsschutz also von einer
Arbeitsteilung von Kopf und Hand aus, bei der die einen Anschläge
verüben während andere Urherber der Planungen und der
Verlautbarungen sind.

Der §129a hat eine ganz eigene Logik: Mit ihm ist es möglich,
ohne einen konkreten Tatnachweis Menschen hinter Schloss und
Riegel zu bringen - und das für lange Zeit. 

Unterstellungen und konstruierte Indizienketten als Ausgangspunkt
sind ständige Begleiterinnen von §129a-Verfahren. So musste sich
Ende der 1980er Jahre die Journalistin Ingrid Strobl vorwerfen
lassen, sie gehöre den Revolutionären Zellen (RZ) an, weil sie
einen Wecker gekauft hatte. Denn, so der Zirkelschluss der
Generalbundesanwaltschaft, die RZ sei so verantwortungsvoll, dass
sie nur Mitgliedern zumute, Material für Anschläge zu beschaffen.
Und so wurde Ingrid Strobl zur RZ-Militanten, obwohl nie auch nur
ein Beweis dafür vorlag, dass sie wusste, was mit dem von ihr
gekauften Wecker passierte. 

Eine ähnlich absurde Konstruktion stellt das aktuelle Verfahren
dar. Deshalb ist vor allem klar: Der §129a muss weg!

Die andauernde Verschiebung dessen, was als legitim (im Gegensatz
zu legal) erachtet wird, hängt natürlich auch mit dem Anti-
Terrordiskurs seit dem 11. September 2001 zusammen. Der Staat
verändert ständig die Vorstellung dessen, was staatsgefährdend
oder terroristisch ist und konstruiert im zweiten Schritt fleißig
Terrornetzwerke.

Deren diffuse und unübersichtliche Struktur wiederum, so die
Argumentation, muss sich der Staat ebenso wie seine Überwachungs-
und Verfolgungstechnik immer wieder neu anpassen, dies ist auch
ein Grund für die geplante Erweiterung des §129.

Die Wahnvorstellung, alles und alle überwachen und kontrollieren
zu können, findet gerade seinen Ausdruck darin, dass falls der
Staatsschutz etwas nicht mitkommt, dies gleich als konspirativ,
ergo subversiv und schlussfolgernd wahrscheinlich
staatsgefährdend sein muss. Hier wirkt eines der wahnwitzigen
Funktionsprinzipien des Staates, das einen unserer Genossen in
den Knast gebracht hat.

Dabei darf nicht allein bzw. unkritisch - wie in den letzten
Monaten oft zu hören ist - auf eine ominöse Privatsphäre, die es
zu schützen und zu bewahren gilt, verwiesen werden. Der
zunehmende Kontroll- und Überwachungswahn sollte für eine Linke
vor allem deshalb Gegenstand von Kritik sein, weil er zunehmend
die Rechte und Möglichkeiten politischer und sozialer Assoziation
und Organisierung untergräbt.

Nach der Logik des gegenwärtigen präventiven Sicherheitswahns
darf im Kern nur der Staat Politik machen und die ihm wohl
gesonnen Parteien und auf ihn fixierten Interessensvertretungen.
Dieses Prinzip zeigt sich vor allem daran, dass der präventive
Charakter des Sicherheitsstaats in den Vordergrund rückt und
immer weitere Straftaten - so genannte Vorfeldhandlungen -
konstruiert werden, die nichts mit strafbaren Handlungen im
engeren Sinn gemein haben.

So soll zum Beispiel mit der Ausweitung des §129 (auf Absatz c
und d) das Herunterladen von Bastelanleitungen für Sprengsätze
oder das Sammeln von "nicht unerheblichen Vermögenswerten"
bereits unter Strafe gestellt werden (Die Welt, 09.05.2007).

Dass in den letzten Jahren derart viele §129a-Verfahren ohne
spürbare öffentliche Empörung oder gar Widerstand möglich waren -
die spontanen Reaktionen nach den Razzien am 9. Mai waren
angesichts des bevorstehenden G8-Gipfels offensichtlich eine
Ausnahme - ist auch eine Konsequenz unserer eigenen Politik: Dass
die Ermittlungsbehörden Staatsfeinde ausmachen und gegen jegliche
rechtsstaatlichen Spielregeln wegsperren können, ist auch das
Resultat einer politischen Ausrichtung, die Kapitalismus- und
Staatskritik, Radikalität und antagonistische Politik mit
Selbstisolierung verwechselt. Statt zu versuchen, mit der eigenen
Politik in die Gesellschaft zu intervenieren, feiern sich viele
Linke als kleinste radikale Minderheit.

Das Vorgehen der Ermittlungsbehörden ist somit ein Ergebnis von
gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen. Mit derartigen Verfahren
sollen sie zu unseren Ungunsten verschoben werden. Denn wie der
Blick in die Geschichte zeigt, trifft der Paragraf 129a vor allem
linke Strukturen und Zusammenhänge, die mit Hilfe dieser
Sondergesetzgebung sehr einfach ausspioniert, eingeschüchtert und
isoliert werden können. 

Nicht zuletzt daher würde es der radikalen Linken durchaus zugute
kommen, wenn die Masse an Verfahren, VS-Ansprachen und
Beobachtungen der letzten Zeit - erinnert sei an die Spitzel im
Berliner Sozialforum - nicht als Ausdruck von Stärke, sondern
einerseits als Schwäche der Linken und andererseits als
Verdrängung bürgerrechtlicher Standards und linksliberaler
Positionen aus der politischen Debatte und Öffentlichkeit
gedeutet werden würde.

Die Repression und Verfolgung der letzten Monate und Jahre ist
auch Resultat der Isolierung der Linken sowie von
herrschaftskritischen und emanzipatorischen Positionen - eines
zunehmend verengten Rahmen des Sag- und Denkbaren. Dies muss als
Ausdruck einer gesamtgesellschaftlichen Konstellation verstanden
werden, deren Ursache auch im sektiererischen Charakter
linksradikaler Politik begründet ist - einer Politik, die sich
mit sich selbst und ihren Ritualen und Gewissheiten begnügt und
gleichzeitig auch nicht willens ist, die gesellschaftlichen
Kräfteverhältnisse insgesamt nach links zu verschieben.

Ein Ausdruck dieser Politik ist auch eine militante Praxis à la
"mg". Auch die "mg" muss sich durchaus scharfe, aber solidarische
Kritik gefallen lassen. Denn eine kritiklose Akzeptanz ihrer
Politik verhindert eine linke Diskussion über Strategien und
Mittel ebenso wie die allgemeine Forderung, "der Gewalt"
abzuschwören. Doch dazu gleich.

Die Politik der "mg" geht nicht von den realen existierenden
Kräfteverhältnissen aus. Die Folgen dieser Fehleinschätzung sind
für eine radikale linke Politik nicht gerade von Vorteil - im
Gegenteil. Die militanten Aktionen waren trotz thematischem Bezug
zu realen Kämpfen nie Ausdruck einer realen sozialen Bewegung und
damit auch kaum vermittelbar. 

Die "mg" verfolgt genau die Form selbstbezogener Politik, die die
radikale Linke isoliert hat. Das Beispiel des Anschlags auf das
Finanzamt Berlin-Neukölln in der Neujahrsnacht 2002/2003 zeigt
dies deutlich: Nachdem der Anschlag im Feuerwerk und den 500
Bränden in jener Nacht medial unterging, zog die "mg" daraus in
einer Erklärung (25.02.2003) die Konsequenz, dass klandestine
Medien erhalten und ausgebaut werden müssten, um den
Informationsfluss zu garantieren.

Die Vermittlung und Vermittelbarkeit der eigenen politischen
Aktionen zielt so nur auf die radikale Linke. Manche Anschläge
sind überhaupt nicht vermittelbar. So zum Beispiel der Anschlag
auf das Polizeipräsidium in Tempelhof im April 2006, während der
Beerdigung eines Polizisten, der im alltäglichen Einsatz
erschossen wurde. Diese Form militanter Politik verändert an den
herrschenden Kräfteverhältnissen wenig und trägt noch weniger
dazu bei, dass sich Menschen zu organisieren beginnen und
anfangen sich kollektiv zu wehren.

Trotz allem muss die Kritik an militanter Politik solidarisch und
konkret bleiben. Denn auch eine allgemeine Abgrenzungswut durch
das linke Distanzierungskartell, der Leute, die z.B. ohne jede
Trennschärfe Sachbeschädigung als Gewalt verurteilen, ist an der
gegenwärtigen Lage nicht unbeteiligt. 

Wer meint, sich ganz allgemein von Gewalt oder militanter Politik
distanzieren zu müssen, der/ die stützt einen Diskurs, der die
Hau-drauf-Politik des Staatsapparats trägt. Distanzierung
schließt somit bestimmte Formen der Praxis endgültig aus, macht
sie indiskutabel, entzieht sie der politischen Auseinandersetzung
und legt somit eine Grundlage für staatliche Repression. Sie
ermöglicht die Identifizierung derjenigen, die sich nicht
unterwerfen wollen. Aus einem Streit über angemessene und
legitime Formen des Widerstands und Protests, Ziele und
Möglichkeiten linker Politik, wird so inkriminierbare Gesinnung.

Was sich allgemein als Distanzierung von jeglicher Gewalt äußert,
ließ sich zuletzt am Distanzierungsdrang während des Gipfels in
Heiligendamm erkennen. Von pauschalen Distanzierungen, Übernahme
der Polizeipropaganda bis hin zur geforderten Auslieferung von
"Straftätern" war vieles im Stimmengewirr der Entsolidarisierung
zu vernehmen. Von manchen wurden da Genossen als "Fremdkörper"
(taz) bezeichnet und ein Peter Wahl macht mit seinem "Wir wollen
euch nicht mehr sehen!" den Trennungsstrich und die Aufkündigung
von Solidarität mehr als deutlich.

Distanzierungen von Gewalt einzuklagen, ist im Endeffekt nichts
anderes, als die politischen Akteure auf den Staat und seine
Logik einzuschwören. Dieser Logik sollten wir uns entziehen.
Einer der zentralen Momente des gegenwärtig im stärker sich
herausbildenden präventiven Sicherheitsstaats ist der allgemeine
Verdacht gegen alle, die nicht Ja und Amen sagen. Dabei greift
die Strategie von Angst und realer Verfolgung ineinander. 

Eine verallgemeinerte Politik der Verunsicherung funktioniert nur
dann, wenn der Staat auch ernst macht, wenn er Personen mit
§129a-Verfahren überzieht und wegsperrt.  Wer hat sich in Berlin
nach dem 31. Juli nicht überlegt, wen der Beschuldigten er/sie
kennt und wann und unter welchen Umständen ein letztes Treffen
stattfand.

Aus der "Kontaktschuld" wird so schnell eine "Berührungsfurcht"
(Peter Brückner), die weit reichende politische Folgen hat. Das
Ergebnis ist ein umfassendes System der Isolierung. Soll ich noch
auf diese oder jene Demo gehen, wenn dort die Polizei wieder in
großen Maßstab filmt? Soll ich wirklich mit meiner politischen
Initiative eine Solidaritätsadresse schreiben? Welche Kneipen
sollte ich lieber nicht regelmäßig aufsuchen? Kann ich bei google
überhaupt mal "militante gruppe" eingeben, um mich zu
informieren, was die so schreiben?

Eines ist dabei klar: Ohne offene Gewalt und Repression ist diese
Form der Politik der Angst unwirksam und nutzlos. Aber die
ständig neuen Verfahren sind nicht einzig und allein als Form der
Kriminalisierung zu interpretieren, sind dienen auch der
Stigmatisierung von radikalen Linken generell. Einer
Stigmatisierung, der offensiv begegnet werden muss - durch
solidarischen Umgang und eine selbstbewusste Politik, die sich
nicht einschüchtern lässt. Unsere Solidarität gilt deshalb allen
Gefangenen vom 31.Juli 2007!

Doch Solidaritätsarbeit darf nicht zur Selbstbestätigung der
eigenen "antagonistischen" Politik werden. Mit der auch von
Teilen der radikalen Linken forcierten Isolierung muss jetzt
gebrochen werden. Vielmehr gilt es, in den kommenden Wochen und
den folgenden Monaten deutlich zu machen, dass das aktuelle, wie
auch die anderen §129a-Verfahren ein zentrales Moment des
präventiven Sicherheitsstaats und der forcierten Politik der
Angst sind. 

Nicht erst die Vorratsdatenspeicherung stellen einen Dammbruch
dar, sondern alle Formen der Verfolgungspolitik im Rahmen des §
129a. Unser Ziel muss es sein, jeglichen staatlichen
Einschüchterungsmaßnahmen solidarisch und gemeinsam
entgegenzutreten.

In diesem Sinne:

Freiheit für Oliver, Florian, Axel und Andrej! Solidarität mit
den Gefangenen und Beschuldigten vom 31. Juli 2007 organisieren!
Abschaffung von Paragraf 129a ff.!

Für eine linke Strömung! August 2007

Soliwebsite: http://einstellung.so36.net

Die Soliarbeit für die von den 129a-Verfahren betroffenen kostet
viel Geld. Deshalb spendet auf eines der Konten.

Eins bei den Anwälten:
Thomas Herzog Bank: Postbank Berlin Konto-Nr.: 577 701 432 BLZ: 100 100 10
Verwendungszweck: Sonderkonto

Und eins bei der Roten Hilfe:
Rote Hilfe e.V. Bank: Berliner Bank Konto-Nr.: 718 9590 600 BLZ: 100 200 00
Verwendungszweck: Repression 31.7.2007

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Offener Brief an die Generalbundesanwaltschaft gegen die
Kriminalisierung von kritischer Wissenschaft und politischem
Engagement

Am 31. Juli 2007 wurden die Wohnungen und teilweise auch die
Arbeitsplätze von Dr. Andrej Holm und Dr. Matthias B. sowie von
zwei weiteren Personen durchsucht. Dr. Andrej Holm wurde
festgenommen, mit einem Hubschrauber zum Bundesgerichtshof nach
Karlsruhe geflogen und dort dem Haftrichter vorgeführt. 

Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft in Berlin. Der
Vorwurf lautet bei allen, "Mitgliedschaft in einer
terroristischen Vereinigung gemäß § 129a StGB". Sie sollen
Mitglieder einer "militante gruppe" (mg) sein. Wie im Rahmen der
Hausdurchsuchungen bekannt wurde, läuft das Ermittlungsverfahren
unter diesem Vorwurf gegen die vier bereits seit September 2006 -
und sie wurden seitdem rund um die Uhr observiert.

Wenige Stunden vor den Hausdurchsuchungen wurden in Brandenburg
Florian L., Oliver R. und Axel H. festgenommen. Ihnen wird
versuchte Brandstiftung auf vier Fahrzeuge der Bundeswehr
vorgeworfen. Andrej Holm soll einen der drei im ersten Halbjahr
2007 zweimal unter angeblich konspirativen Umständen getroffen
haben. 

Die Bundesanwaltschaft geht deshalb davon aus, dass sowohl die
vier oben Genannten als auch die drei in Brandenburg
Festgenommenen Mitglieder einer "militanten gruppe" seien und
ermittelt gegen alle sieben wegen des Verdachts der
"Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung" (§129a
StGB). 

Der Vorwurf gegen die vier Erstgenannten wird laut Haftbefehl
gegen Andrej Holm derzeit so begründet:

* Dr. Matthias B. habe in seinen wissenschaftlichen Abhandlungen
"Phrasen und Schlagwörter" verwendet habe, die auch die "mg"
verwende;

* Dr. Matthias B. sei als promovierter Politologe intellektuell
in der Lage, "die anspruchsvollen Texte der 'militanten gruppe'"
zu verfassen. Darüber hinaus stünden ihm "als Mitarbeiter eines
Forschungsinstituts Bibliotheken zur Verfügung, die er
unauffällig nutzen kann, um die zur Erstellung der Texte der
'militanten gruppe' erforderlichen Recherchen durchzuführen";

* Ein weiterer Beschuldigter habe sich mit Verdächtigen
konspirativ getroffen: "So wurden regelmäßig Treffen vereinbart,
ohne jedoch über Ort, Zeit und Inhalt der Zusammenkünfte zu
sprechen"; er sei zudem in der "linksextremistischen Szene" aktiv
gewesen.

* Bei einem dritten Beschuldigten sei eine Adressenliste gefunden
worden, auf der auch die Namen und Anschriften der anderen drei
standen;

* Dr. Andrej Holm, der als Stadtsoziologe arbeitet, habe enge
Kontakte zu allen drei in Freiheit befindlichen Beschuldigten,

* Dr. Andrej Holm sei "in dem von der linksextremistischen Szene
inszenierten Widerstand gegen den Weltwirtschaftsgipfel 2007 in
Heiligendamm aktiv" gewesen.

* Als konspiratives Verhalten wird u.a. gewertet, dass er
angeblich absichtlich sein Mobiltelefon nicht zu einem Treffen
mitnahm

Andrej Holm sowie Florian L., Oliver R. und Axel H. sind seit dem
01.08.2007 unter sehr rigiden Bedingungen in Berlin-Moabit
inhaftiert: Sie sind 23 Stunden am Tag in einer Einzelzelle und
haben eine Stunde Hofgang. Sie können alle 14 Tage für insgesamt
eine halbe Stunde besucht werden, Kontakte sind nur mit
Trennscheibe erlaubt.  Auch die Anwälte können mit ihren
Mandanten nur mit Trennscheibe sprechen, die Verteidigerpost wird
kontrolliert.

Aus den Vorwürfen in den Haftbefehlen wird ein Konstrukt
deutlich, dass auf abenteuerlichen Analogieschlüssen basiert. Es
ist von vier grundlegenden Hypothesen getragen, die alle von der
Bundesanwaltschaft (BAW) [Attorney of the Federal Supreme Court]
nicht genauer belegt werden können, aber durch ihre
Zusammenstellung den Eindruck einer "terroristischen Vereinigung"
hinterlassen sollen.

Die Sozialwissenschaftler seien wegen ihrer wissenschaftlichen
Tätigkeit, ihrer intellektuellen Fähigkeiten und dem Zugang zu
Bibliotheken die geistigen Köpfe der angeblichen "Terror-
Organisation". Denn eine Vereinigung "militante gruppe" soll laut
BAW dieselben Begriffe verwenden wie die beschuldigten
Sozialwissenschaftler.

Als Beleg dafür gilt ihr der Begriff "Gentrification", einer der
Forschungsschwerpunkte von Andrej Holm und Matthias B. in den
vergangenen Jahren, zu dem sie auch international publiziert
haben. Ihre Forschungsergebnisse haben sie dabei nicht im ivory
tower gelassen, sondern ihre Expertise auch Bürgerinitiativen und
Mieterorganisationen zur Verfügung gestellt - so wird eine
intellektuelle Urheberschaft konstruiert.

Da Andrej Holm Freunde, Bekannte und Kollegen hat, geraten diese
nun ebenfalls in Verdacht, "Terroristen" zu sein, denn sie kennen
Andrej Holm. Einem anderen Beschuldigten wird vorgeworfen, dass
in seinem Adressbuch die Namen von Andrej Holm und zwei weiteren
Beschuldigten stehen (sie sind nicht in Haft, gelten nun aber
ebenfalls als "Terroristen") - so wird eine Kontaktschuld
eingeführt.

Einigen Beschuldigten wird vorgeworfen, sich "konspirativ"
verhalten zu haben: Sie hätten Gespräche geführt, ohne ihr mobile
phone dabei zu haben; sie hätten sich am Telefon verabredet, ohne
Uhrzeit und Treffpunkt zu nennen. Kriminalisiert wird also der
Versuch, seine Privatsphäre zu schützen - so wird als weiterer
"Beweis" für die Mitgliedschaft in einer "terroristischen
Vereinigung" ein konspiratives Verhalten unterstellt.

Der 1976 in Deutschland eingeführte § 129a macht es möglich,
unsere Kollegen als "Terroristen" zu kriminalisieren - so wird
eine "terroristische Gruppe" nach § 129a behauptet.

Mit diesen Konstrukten wird jede wissenschaftliche Tätigkeit und
politische Arbeit als potentiell kriminell dargestellt -
insbesondere wenn es sich um politisch engagierte Kollegen
handelt, die auch in gesellschaftliche Auseinandersetzungen
eingreifen.- damit wird kritische Forschung, und gerade die, die
mit politischem Engagement verbunden ist, zur ideologischen
Rädelsführerschaft und "Terrorismus".

Wir fordern die Bundesanwaltschaft auf, umgehend das § 129a-
Verfahren gegen alle Beteiligten einzustellen und Andrej Holm
sowie die anderen Inhaftierten sofort aus der Haft zu entlassen.

Wir verwahren uns aufs Schärfste gegen den unglaublichen Vorwurf,
die wissenschaftliche Tätigkeit und das politische Engagement von
Andrej Holm sei als intellektuelle Mittäterschaft in einer
angeblichen "terroristischen Vereinigung" zu bewerten. Aus der
wissenschaftlichen und politischen Arbeit von Andrej Holm lässt
sich kein Haftbefehl herleiten - vielmehr wird hier von der
Bundesanwaltschaft mit dem § 129a die Freiheit von Forschung und
Lehre ebenso bedroht wie gesellschaftspolitisches Engagement.

15. August 2007

ErstunterzeichnerInnen: 
* Prof. Dr. Manuel Aalbers (Universiteit van Amsterdam),
* Prof. Dr. Elmar Altvater (Freie Universität Berlin),
* Prof. Dr. Rowland Atkinson (University of Tasmania, Australien),
* Prof. Dr. Lawrence D. Berg (Canada Research Chair in Human Rights, Diversity &
Identity, University of British Columbia),
* Prof. Dr. Neil Brenner (New York University, Sociology),
* Prof. Dr. Craig Calhoun (President, Social Science Research Council, and
University Professor, Sociology, NYU),
* Prof. Dr. Mike Davis (Prof. of Urban History, Irvine/USA),
* Prof. Dr. Michael Dear (Professor of Geography at the University of Southern
California/Los Angeles),
* Prof. Dr. Frank Deppe (Universität Bremen),
* Prof. Dr. Michael Edwards (The Bartlett Centre for Architecture and Planning,
UCL, London),
* Prof. Dr. Geoff Ely (University of Michigan, Karl Pohrt Distinguished
University Professor),
* Prof. Dr. John Friedmann (University of California, Los Angeles), 
* Prof. Dr. Herbert Gans (Columbia University, New York),
* Prof. Dr. Alan Harding (University of Salford, UK), 
* Prof. Dr. Michael Harloe (University of Salford, Vice-President),
* Prof. Dr. David Harvey (Distinguished Professor of Anthropology, Graduate
Center of the City University of New York, New York),
* Prof. Dr. Joachim Hirsch (Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt/M.),
* Prof. Dr. Andreas Huyssen (Villard Professor of German and Comparative
Literature at Columbia University),
* Prof. Dr. Martin Jay (Sidney Hellman Ehrman Professor of History, University
of California Berkeley), 
* Prof. Dr. Bob Jessop (Lancaster Universtiy),
* Prof. Dr. Roger Keil (York University, Toronto, Canada),
* Prof. Dr. Rianne Mahon (Carleton University, Ottawa, Canada),
* Prof. Dr. Peter Marcuse (Columbia University, New York),
* Prof. Dr. Margit Mayer (Freie Universität Berlin),
* Prof. Dr. Philipp Oswalt (Universität Kassel),
* Prof. Dr. Frances Fox Piven (President of the American Sociological
Association, Distinguished Professor of Political Science and Sociology, City
University New York),
* Prof. Dr. Andrew Ross (New York University, New York),
* Prof. Dr. Roland Roth (Hochschule Magdeburg/Stendal),
* Prof. Dr. Dieter Rucht (Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin)
* Prof. Dr. Saskia Sassen (Columbia University, New York, and London School of
Economics)
* Prof. Dr. Andrew Sayer (Lancaster University, Sociology),
* Prof. Dr. Richard Sennett (Professor of Sociology at the London School of
Economics, Bemis Professor of Social Sciences at MIT, Professor of the
Humanities at New York University),
* Prof. Dr. William Sewell (The Frank P. Hixon Distinguished Service Professor
of Political Science and History Emeritus, University of Chicago),
* Prof. Dr. Neil Smith (Distinguished Professor of Anthropology and Geography,
Director of the Center for Place Culture and Politics, Graduate Center of the
City University of New York),
* Prof. Dr. Michael Storper (Centennial Professor of Economic Geography, London
School of Economics, and Professor of Economic Sociology, Science Po, Paris),
Prof. Dr. Erik Swyngedouw (University of Manchester, UK),
* Prof. Dr. Peter J. Taylor (Loughborough University, UK), Prof. Dr. John Urry
(Lancaster University, Sociology),
* Prof. Dr. Jennifer Wolch (Professor of Geography at the University of Southern
California/Los Angeles).

Um diesen offenen Brief zu unterschreiben, eine E-Mail an
einstellung [at] so36.net schicken oder unser Kontaktformular
benutzen. Bitte mindestens Vorname, Name, Funktion/Beruf, Ort,
Land senden. Wir arbeiten gerade an einem Formular, um
unterzeichnen zu können...

Mediennachfragen an die Solidaritätsgruppe in Berlin:
einstellung at so36.net Rechtsvertretung und Pressekontakt in
Deutschland:

* Wolfgang Kaleck, Immanuelkirchstrasse 3-4, D-10405 Berlin, Deutschland,
fon:+49-(0)30-4467-9218, fax: +49-(0)30-4467-9220
Medienkontakt für Internationales:
* Prof. Dr. Neil Brenner (New York University, fon: USA-212-998 8349)
* Prof. Dr. Margit Mayer (Freie Universität Berlin, fon: 030-8385-2875)

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Rostocker Stadtgespräche Heft #48: Nach G8

Liebe Leserinnen und Leser,

das vorliegende Heft sollte in dieser Form gar nicht existieren -
schließlich haben wir uns schon in der letzten Ausgabe
ausführlich mit dem Thema G8 beschäftigt. Zudem hat die "große
Presse" das Ereignis ja detailliert behandelt. Doch dann
überraschte uns der enorme Diskussionbedarf in Leserschaft und
seitens unserer Beiträger, die teilweise den eigentlich geplanten
Beitrag zum Thema Universität absagten, um sich noch einmal
rückblickend und resümierend zu G8 zu äußern - vielleicht ein
weiteres Indiz dafür, dass gerade die überregionale
Berichterstattung als unrealistisch, überzogen und einseitig
empfunden wurde.

Und so haben wir dann all diese Beiträge zusammengestellt und das
ursprünglich geplante Thema "Universität Rostock" in den
September vertagt, wo unter diesem Titel unser 4. und damit
letztes Heft des Jahres 2007 erscheinen soll. 

Aber natürlich konnten und wollten wir bei aller Nachbetrachtung
nicht über aktuellsten Diskussionsstoff im Rostocker Raum
hinwegsehen: Sowohl die in den letzten Wochen lebhaft geführte
Debatte um Ilja Ehrenburg bzw. die dazugehörige Straßenbenennung
als auch die ebenso wichtigen wie unterstützenswerten Aktionen
gegen den Nazi-Laden "East Coast Corner" werden kurz
vorgestellt. 

Im ersten Fall in der Hoffnung, eine lebhafte weitere Debatte zu
initiieren, im zweiten Fall um der ausführlichen
Berichterstattung der Tagespresse konkrete Aktionsmöglichkeiten
zur Seite zu stellen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen hiermit
nicht nur eine interessante Lektüre sondern auch die nötige
Motivation, sich in die großen und kleinen Fragen einzumischen,
die unser Leben und unseren Alltag entscheidend mitprägen.

Download Heft #48: http://www.stadtgespraeche-rostock.de/048/

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Seattle 1999: Was anyone at Westlake on Dec 1, 1999? Please forward.

We need to find ~ 175 individuals who were in Seattle during the
WTO protests in 1999.

We won an important lawsuit against the city of Seattle which
violated our rights and these folks need to contact the attorneys
by AUGUST 28, 2007 if they want their portion of the settlement
$$ (see below to download claim forms.) Sooo.... WHO DO YOU KNOW
who might have been in Seattle at the WTO protests in 1999?
Please pass this along to them and to others who might have some
connections to those events. (Consider sending to your lists or
specific people, adding info to your blog, website or
announcement lists, and especially, talking to folks.) Westlake,
Dec 1, 1999? Nov 30, 1999:

We're specifically trying to be sure all 175 people who were
arrested at Westlake on December 1, 1999 get this info
IMMEDIATELY since they have only two weeks left to return their
claim (due August 28th, 2007.)

We settled with the city of Seattle for $1,000,000 and each
person arrested at that location is entitled to a portion of
those funds. (Hopefully it's clear that ONLY folks arrested at
this particular time and place are part of this suit and eligible
to make these claims.)

A jury found that our 4th amendment rights were violated. See
press release about the case: http://www.witheylaw.com/TLPJ-
WTOVerdictNewsRelease.pdf and some news about the settlement:
www.witheylaw.com/WTO%20Trial.htm www.witheylaw.com/news.htm

The problem is that after nearly 8 years (and not knowing who was
actually arrested there), almost everyone has moved or gotten a
new phone or email. We need to use our networks to reach folks so
PLEASE HELP get this to them by forwarding on to reduce those
degrees of separation.

Again, apologies to folks who may not understand why I'm sending
this to you or who get this multiple times. Mostly I tried to
think of people who might have some connection to the issues, the
tactics or the regions that brought people to Seattle in 1999.
The hope is that you will know how to reach folks that were
involved so we can use our networks to reach these 175 people. As
an aside, let me note that many of the 175 folks we've already
found are still committed to their activism and are planning to
put the funds they receive BACK INTO their respective MOVEMENTS.
Many of us recognize that though ~175 of us will receive a
portion of this settlement, the victory of this case is a victory
for us all. The work happening in the streets in 1999 is
ongoing...and I personally hope to support that work by funneling
my portion of the settlement money into groups still doing that
work. Though these arrests violated our rights, many of us of are
people of relative privilege which is another reason to give
collectively with these funds. That said, most activists I know
rarely have large financial means so this will be a rare
opportunity for some of us to support financially the causes we
work so hard on with our other resources. (My personal view of
the money I'll be receiving is that it isn't really mine...it
belongs to all the people (50,000) who were in the streets in
1999 opposing the WTO and, even more, to all the people affected
by the WTO's policies. In 1999, I was arrested (wrongly, the jury
decided) speaking out for what I believed in and trying to create
change. In 2007, I hope to see the funds I'll be getting used to
continue that work.)

Thanks and solidarity, Erica K, Jane WTO #890, can at drizzle.com,
206-568-7110 (still in Seattle)

P.S. You may have heard that director Stuart Townsend has made a
movie about the protests called "The Battle in Seattle." It's
supposed to be based on true events...but we'll see how true it
really is... Taken in Seattle12-09-07 during the filming of the
film: I just saw that it will premiere at the Toronto
International Film Festival (Sept. 6-15) and I've heard that it
will be released broadly around....November 30th, 2007. Many
folks recognize that this means our little piece of history will
be spotlighted again for a brief moment in time, depending on how
well the film does. I've heard of some great plans to reclaim the
voices of those actually here to tell the true history of those
days and to bring the multitude of globalization issues back into
our discussions. Hopefully the arrestees will be announcing our
collective donations at about the same time.

INFO for ARRESTEES (those arrested mid-morning on December 1,
1999 at Seattle's Westlake Park) 

If you are one of the 175 arrested in this situation and you
haven't already turned in your forms, please download the two
files below and send the claim form in by AUGUST 28th, 2007.
*Notice of the lawsuit: www.zoopla.net/viewFile.php?fid=4044
Claim form: www.zoopla.net/viewFile.php?fid=4045 NOT DELAY!

ALSO, let me make a pitch to Westlake arrestees: Let's join
together and put some or all of our settlement money back into
our movements. A small group of arrestees has put together a
preliminary proposal that we'd like you to consider about how we
can magnify the impact of our giving (including hooking up some
matching funds.) From conversations with other arrestees, I know
many of us do plan to donate most or all of our settlement money
(after taxes) to our communities and to further the work we that
brought us to Seattle in the first place in 1999. This proposal
provides a forum for us to figure out how to collaborate on that.
I invite those who receive settlement funds to consider
participating.

We'll try to send the proposal to anyone who makes a valid claim
to the settlement dough but, in case we miss you, please email me
(can at drizzle.com) or wtosettlement at gmail.com if you are
interested in this initiative. Look for this in your email soon.
(If you got this first email from someone besides me, we probably
don't have your email so be sure to drop us your current email
address so we can include you.)

Again, let's use these funds to continue the work we began in
1999! Even if you don't plan to pool your funds with us, we'd
love to know what other initiatives you use the settlement to
support.

In solidarity, Erica Jane WTO #890 can at drizzle.com 206-568-7110
PS. WESTLAKE ARRESTEES: DON'T FORGET to DOWNLOAD and FILL OUT the
PAPERWORK by August 28th!!!!

FYI: Sent by attorney Tyler Weaver on May 30, 2007 to a listserve
of arrestees (but only a few folks are still on it after 8
years): Only Westlake arrestees have access to this list. If
forwarding this to others in the community, please make sure the
message contains no sensitive legal communications.

Attention all-
I am pleased to finally be able to send you the official, court-approved notice
of the settlement and the claim form for the recent settlement on behalf of
those arrested on December 1, 1999, in Westlake Park. These documents are being
sent to every person for whom we have a street address, and are also attached in
.pdf format. [see download links above]
The notice describes in detail the settlement, the process for any objections
and submitting claims, and the various deadlines. Hopefully all of your
questions are answered there. If not, there are several avenues, as listed in
the notice of the settlement, for you to ask questions and receive answers. If
you were arrested at Westlake Park on December 1, 1999, the deadline for
returning your claim form is August 28, 2007. There's no reason to wait that
long, however.
I should also note that the settlement does not provide for any funding of
non-profits or future protest or educational activities. However, if anyone
wants to pool all or a portion of their settlement funds for a collective
action, you can email either wtosettlement at gmail.com, or can at drizzle.net for
more information, and to express your interest and/or participate in the
planning process. This is completely and totally voluntary and is not part of
the settlement, nor a condition to anyone's participation in the settlement. I
merely include this information in the event anyone is interested in banding
together.
If you know of anyone else who was arrested at Westlake Park, please forward
this message and the attachments to them as soon as possible.

Tyler Weaver Hagens Berman Sobol Shapiro LLP.

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Gipfelsoli Infogruppe

Newsletter mit Nachrichten über Mobilisierungen, Debatten und Repression 
im Zusammenhang mit Gipfelprotesten.

Die AutorInnen der Beiträge sind mit eckigen Klammern versehen. 
Wir können leider keine Verantwortung für die Richtigkeit der Beiträge
übernehmen. Auch geben sie nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder.

Mehr Infos und Texte sowie ein Archiv des Newsletters unter
www.gipfelsoli.org.

Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli at nadir.org

gipfelsoli mailinglist subscribe - unsubscribe: 
https://lists.nadir.org/mailman/listinfo.cgi/gipfelsoli-l
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11 Termin 06.09.2007 Berlin
poonn at web.de
==================================================
Zur Veröffentlichung:

Do. 6. 9. 2007, pünktlich 15 Uhr: Arbeitsamt Berlin-Mitte,
Friedrichstr. 39 (U-Bhf. Kochstraße)

Bundeswehr wegtreten. Bunter Protest gegen die Werbeveranstaltung
der Bundeswehr in der Arbeitsagentur Berlin-Mitte.

Seit fast einem Jahr organisiert sich bundesweit der Protest
gegen Werbeveranstaltungen der Bundeswehr in Arbeitsagenturen.
Dort versucht das deutsche Militär neues "Menschenmaterial" für
seine derzeitigen und kommenden Kriege zu rekrutieren.
Arbeitsagenturen und Bundeswehr arbeiten dabei Hand in Hand. Sie
zielen damit vor allem auf Jugendliche, aber auch auf
ALG2-Empfängerinnnen und -Empfänger.

Wir rufen auf, die Bundeswehr in ihrem Streben nach mehr
gesellschaftlicher Akzeptanz verbunden mit ihrer
Selbstinszenierung im öffentlichen Raum zurückzudrängen und sie
eben genau dort anzugreifen. Anregungen für bunten, kreativen
Protest gibt es auf der folgenden Webseite bei den
Aktionsberichten aus Köln, Bielefeld, Bautzen, Görlitz,
Wuppertal, Bochum, Gießen u.a.:<http://www.bundeswehr-wegtreten.org>http://www.bundeswehr-wegtreten.org 

pdf-flugi: http://media.de.indymedia.org/media/2007/08//190699.pdf  



==================================================
12 Offener Brief an Angela Merkel in der CIA-Affäre
Alexandra Bader <alexandra at ceiberweiber.at>
==================================================
Nach Angaben von Europaratsermittler Dick Marty gibt es bereits
wieder CIA-Folterflüge; währenddessen ist Folteropfer Khaled El
Masri in Deutschland am Ende seiner Kräfte, da ihm niemand zu
helfen bereit ist. Daher dieser offene Brief, der auch im
Gegensatz zur üblichen Berichterstattung zeigt, worum es wirklich
geht, wenn man diese Zustände beenden will:

URL: 
http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=604
(im Web auch mit weiteren Infolinks, hier der Text ohne Links)

Offener Brief an Angela Merkel: CIA, Menschenrechte, El Masri

(10.8.2007) Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
als Ihr Vorgänger Gerhard Schröder Ihren Wahlsieg in machohafter
Weise nicht anerkennen wollte und Sie persönlich abqualifizierte,
unterstützte ich auch den EMMA-Aufruf für Ihren Anspruch auf
Kanzlerschaft. Ich erwartete mir von Ihnen durchaus andere
Qualitäten in der Politik, eine Auflockerung erstarrter Männer-
Machtrituale und Kumpel-Seilschaften und auch andere
Problemlösungen. Bedauerlicherweise sind Sie aber nicht bereit,
Gesten gegenüber deutschen CIA-Entführungsopfern zu machen, die
diesen zeigen, dass sie kein Freiwild in Ihrem Land sind, sondern
in Deutschland eine Heimat haben.

Dies wäre deshalb so wichtig, weil Menschen, die dem
ungehinderten, ungehemmten Agieren eines fremden Geheimdienstes
ausgesetzt sind (auch ohne Entführung, Folter oder Guantanamo)
buchstäblich die Welt zusammenbricht. Sie können sich von einem
Tag auf den anderen nicht mehr darauf verlassen, dass der Staat,
demgegenüber sie Pflichten haben wie das Beachten von Gesetzen
oder das Bezahlen von Steuern, ihre Rechte zu wahren bereit ist.
Das Verhalten europäischer Regierungen gegenüber CIA-Aktivitäten
in ihren Ländern stellt einen Bruch der jeweiligen Verfassungen
und der Europäischen Menschenrechtskonvention dar, ist eine
Verletzung von Amtseiden ebenso wie ein Zulassen, dass Interessen
der Europäischen Union verletzt werden.

Menschen, die ins Visier der CIA geraten, stehen wie Freiwild da
und sind nur mehr "Ausländer im Ausland", nicht von der
amerikanischen Verfassung geschützt, sondern dem ausgeliefert,
was die CIA mit ihnen anzustellen beabsichtigt. Was nun Menschen
islamischen Glaubens in Europa betrifft, so wird unter Berufung
auf natürlich geheime und daher kaum bewiesene
Geheimdienstquellen behauptet, dieser oder jener sei
terrorverdächtig, was Entführung und Folter rechtfertigen soll.
Tatsächlich handelt es sich um illegale Akte einer fremden Macht
auf dem Territorium von Mitgliedern der EU und des Europarates,
die schärfstens geahndet werden müssten.

Was die Aktivierung von Artikel 5 des Nordatlantikvertrags nach
dem 11. September 2001 betrifft, so stellt dies eine
Vertragsverletzung dar und zieht keine Verpflichtung für NATO-
Staaten nach sich, da 9/11 kein Angriff eines fremden Staates auf
das Bündnis war (was man selbst dann weiss, wenn man Osama Bin
Laden und 19 arabische Namen mit 9/11 in Verbindung bringt, da
Bin Laden kein Repräsentant des afghanischen Staates war).
Medienberichten nach zu urteilen sind Sie bislang nicht bereit
gewesen, den deutschen CIA-Opfern Murat Kurnaz und Khaled El
Masri in irgendeiner Weise entgegenzukommen. Dies lässt den
Schluss zu, dass es unterschiedliche Standards von
Menschenrechten in Deutschland gibt (Gleichheitsgrundsatz?
Menschenrechtskonvention?) und dass Eingriffe fremder Mächte und
die Verschleppung von Menschen für Sie ganz in Ordnung sind.

Um die Dimensionen dessen ungefähr erfassen zu können, sehr
geehrte Frau Bundeskanzlerin, werde ich Sie im folgenden bitten,
sich kurz als Betroffene von "ganz normalen" CIA-Aktivitäten in
einem EU-Land zu betrachten, die Bereiche wie Politik, Medien,
Verwaltung, Wirtschaft betreffen. Dies, um klarzumachen, dass
Khaled El Masri, der sich gemeinsam mit seinem Anwalt Manfred
Gnjidic mutig bei Anhörungen und vor Gericht gegen die ungeheuren
Anmaßungen und Menschenrechtsverletzungen zur Wehr setzte, aber
nichts erreichte, natürlich irgendwann einmal einfach nicht mehr
KANN. Man könnte auch zynisch sagen, dass Brandstiftung nicht
unbedingt ein Hilferuf und Zeichen eines psychischen
Zusammenbruchs sein muss (was es aber ist), sondern die logische
Schlussfolgerung der Tatsache, dass man ein Nichts ist für die
Verfassung und die Gesetze. Was gehen jemanden Gesetze an, wenn
man bloss "Ausländer im Ausland" ist und jene, die einen schützen
sollten, wegschauen oder sich gar zum Komplizen machen, man also
staatenloser Staatsbürger ist?!

Nun, Frau Merkel, Sie sind sagen wir mal in einer Partei, das ist
ein Ihnen vertrautes Umfeld. Sie nehmen ihr demokratisches Recht
wahr, sich zu engagieren und bemerken, dass irgendwas hinter den
Kulissen läuft. Sie werden immer wieder behindert, Sie haben
keine Chance auf Mandate oder einen Job, sondern können sich nur
nebenbei engagieren, weil Sie zu kritisch sind, obwohl Sie was
auf dem Kasten haben und eigentlich wichtige Positionen der
Partei vertreten. Allerdings werden jene, die das ebenfalls tun,
aber ein Mandat haben, medial und intern abqualifiziert, oft in
den gleichen Worten, was Ihnen langsam komisch vorkommt. Sie
erleben beispielsweise, dass ein totaler Bruch mit
Parteigrundsätzen offenbar gezielt über ein Interview inszeniert
wird, das alle total überrumpelt. Es gibt massive Kritik, aber
seltsamerweise kommt niemand damit in die Medien, während Kritik
an Politikern, die die eigentlichen Positionen vertreten und ein
Mandat haben (bereits eine Seltenheit zu diesem Zeitpunkt),
natürlich breit ausgewalzt wird.

Damit nicht genug werden die KritikerInnen nun von anderen
diffamiert, die alle in Variationen die Aussage tätigen, dass man
vielleicht mit dem Tabubruch inhaltlich nicht einverstanden ist,
aber der Tabubrecher so nett ist und jene, die Kritik üben, nicht
integer seien. Ihnen fällt ein Muster auf, da die Formulierungen
psychologische Konnotationen haben und sich durch
Medienkommentare und die Statements der Antikritik-KritikerInnen
ziehen, fast als ziehe jemand für beides unsichtbar die Fäden.
Sie erkennen auch, dass  der Tabubruch zu geostrategischen
Interessen der USA passt und durch Ihre Partei erfolgen muss, um
etwas durchzusetzen, das als Position einer anderen Partei
wesentlich mehr Proteste hervorrufen würde. Während Sie sich
nebenbei unermüdlich durch diese Spinnennetze kämpfen, werden die
vorgeschickten Wasserträger alle belohnt, werden willfährige
Politiker gut bezahlt. Sie zeigen sich unbeugsam, Sie merken,
dass Sie ausgehorcht werden und reagieren instinktiv, indem Sie
desinformieren, Die anderen verletzten mit Verleumdungen,
fingierten Briefen, Telefonabhören etc. auch Gesetze, doch zieht
sie niemand zur Rechenschaft, wenn Sie dies fordern, sondern
werden eher noch mehr belohnt (bzw. nicht mehr vorgeschickt, wenn
sie sich gar zu plump anstellen).

Ihnen kommt alles immer seltsamer vor; Sie erinnern sich auch,
wie Sie einmal von einem Parteikollegen ferngehalten wurden, in
dem Ihnen perfide Aussagen über ihn unterstellt wurden, die Sie
nie tätigten. Sie waren damals total verzweifelt und sind nur
deswegen nicht weggegangen, weil Sie das Gefühl hatten, dass
etwas nicht mit rechten Dingen zuging. Dennoch ging die Welt
unter, als sich eine Person plötzlich um den Kollegen kümmerte,
die ihrem Eindruck nach auch etwas mit den Diffamierungen zu tun
hatte. Sie flüchteten sich damals in irgendeine Arbeit, fast egal
welche, nur vergessen versuchen, aber eben nicht ganz wegbleiben.
Nun, als Sie vor einem Haufen Merkwürdigkeiten stehen, gehören
dazu auch Aktionen gegen jenen Kollegen, der einer der wenigen
Aufrechten ist. Er ist einer von jenen, denen mangelnde
Integrität wortreich unterstellt wird. Sie erlangen von etwas
Kenntnis, das gegen ihn gerichtet ist und das ihm die Person, die
sich einst seiner annahm, eigentlich sagen hätte müssen, weil sie
es wusste.

Er erfährt es jedoch erst nach ein paar Wochen von Ihnen, und nun
wird Ihnen mit dem Parteiausschluss gedroht. Was ist denn da los,
wundern Sie sich? Sie müssen in ein Wespennest gestochen haben.
Es dämmert Ihnen dann, was beziehungsweise wer nicht stimmen
kann. Weil Sie Ihren Widerstand nicht aufgeben, und jenen, die
Sie damals noch als "die" bezeichnen, die Suppe versalzen,
verlieren Sie plötzlich auch Ihren Job und stehen mit nichts da,
müssen ausständigen Lohn einklagen. Sie machen Tipparbeiten, um
zu überleben, haben gerade ein paar Bananenkisten mit Büchern und
Kleidung und wohnen bei einem Verwandten, weil Sie auch Ihre
Wohnung verlassen mussten (und alles andere von Ihren Sachen
verlieren). Sie drehen und wenden nebenbei alles, was Sie
erlebten, immer wieder und versuchen dann, bei den eigentlich
zuständigen Sicherheitsbehörden zu erfahren, wer "sie" sind. Ein
pensionierter ehemaliger Staatsschützer, der doch zumindest unter
der Hand etwas sagen könnte, weigert sich kategorisch, die Frage
nach dem spitzelnden "Ausland" zu beantworten.

Es scheint vor Ihnen in Leuchtschrift zu stehen: Central
Intelligence Agency, Sie begreifen fast sofort auch, dass Sie auf
sich gestellt sind und von Ihrem Staat keine Hilfe zu erwarten
haben. Wie ungeheuer es ist, dass diese Verletzung staatlicher
Souveränität zugelassen wird, ja man bereitwillig Souveränität
aufgibt, wird Ihnen zuerst nicht bewusst. Sie schaffen es
vielleicht, weiter zu kämpfen, sogar zeitweise in einem
Parteijob, der Sie ruhigstellen soll, den Sie aber umwandeln, bis
man Sie hinausintrigiert, weil Sie immer wieder die amerikanische
Suppe versalzen haben. Sie haben noch das mühselige Einklagen vom
letzten Job in Erinnerung, wo der gegnerische Anwalt mit
persönlichen Dokumenten aus Ihrem Besitz kam, die nichts mit dem
Arbeitsgerichtsprozess zu tun hatten und der Richter unwirsch
reagierte, als Sie sich über seine Zulassung solchen Materials
mit Hinweis auf die EMRK und die dort erwähnte EIGENE nationale
Sicherheit beschwerten. Sie sind es auch müde, sich mit den
Legionen von Kofferträgern auseinanderzusetzen, die sich
einspannen lassen, während sich nur so wenige entweder per
Hausverstand oder Intellekt verweigern und sich nicht
beeinflussen lassen.

Sie sind zunächst noch Parteimitglied und dokumentieren das nicht
nur satzungswidrige, sondern auch strafrechtlich relevante
Verhalten von Parteifunktionären bei Ihrer "Hinausbeförderung"
und fordern den Rechten als Mitglied gemäss ein
Schiedsgerichtsverfahren gegen diese Personen. Der zuständige
Vorstand reagiert mit kollektiver Satzungsverletzung, indem er
nicht nur dieses Verfahren verweigert, sondern Sie ohne Verfahren
ausschliesst.  Dies ist natürlich Komplizenschaft, zugleich aber
die parteiinterne Entsprechung des Freiwildstatus bezogen auf die
Verfassung und die Gesetze Ihres Landes. Diejenigen, die sich
sowohl strafbar machten als auch aus der Partei hätten
ausgeschlossen werden müssen, wurden mit Mandaten und
einträglichen Posten belohnt, mit denen sie sich Häuser verdienen
können. Sie müssen hingegen froh sein, ein Dach überm Kopf zu
haben, das Sie selbst heizen müssen. Wenn Sie etwas komfortabler
wohnen wollen, müssen Sie teure Kredite aufnehmen und immer Angst
haben, dass Sie dank des Kainsmals "Achtung, CIA-Gegnerin, hat
sich nicht beugen lassen, unbestechlich, aussätzig" wieder alles
verlieren könnten.

Sie haben auch keine Chance, einen politiknahen Job zu finden,
und Sie erhalten (gleich nach Ihrer Hinausbeförderung) von der
Arbeitnehmervertretung falsche Auskünfte, was von der Partei
Einklagbares betrifft. Als Sie dort einen Termin haben, erinnert
Sie der Berater an die beeinflussten Leute, es ist etwas an
seinem Habitus, Sie kennen das inzwischen zur Genüge. Sie bauen
sich mühsam eine neue Existenz auf, doch Ihre Möglichkeiten sind
beschränkt, da es sich um einen Bereich handelt, in dem nur
Nischen ganz ohne amerikanischen Einfluss bestehen. Und ehrlich:
wollen Sie bei Ihren Fähigkeiten irgendwo am Fliessband stehen
und Schrauben drehen? Sie könnten natürlich alles vollkommen
verdrängen, doch wäre erst recht ein Verrat an sich selbst, sich
unwissend und naiv zu stellen, als hätten Sie nicht um einen so
hohen Preis Ihre Integrität bewahrt. Sie versuchten immer wieder,
mit Leuten in Ihrer Ex-Partei, die anständig erscheinen oder
zumindest nicht bewusst für die USA arbeiten, ins Gespräch zu
kommern, doch mauern auch diese und wollen nichts mit einer
Verantwortung für das Geschehen in der Partei zu tun haben (sie
weigern sich, die Welt wiederherzustellen, was Ihnen psychisch so
helfen würde). Da viele von ihnen auf irgendeiner Ebene auf
Verfassung und Gesetze vereidigt sind, bedeutet das Nichthandeln
eine Verletzung dieses Eides, doch ist es ihnen egal.

Sie wenden sich auch an einen später pensionierten Präsidenten
des Verfassungsgerichtshofes, einen wichtigen Bürgermeister,
einen späteren BKA-Präsidenten, einen ehemaligen noch politisch
aktiven Innenminister, einen ehemaligen obersten
Sicherheitsbeamten, an die Regierung allgemein, einen der
wichtigsten Aufdecker des Landes (der vergleichsweise Banalitäten
in anderen Parteien zu wahren Megaskandalen werden läßt) und so
weiter und so sofort. Bestenfalls hört man Ihnen zu, unternimmt
aber nichts. Später behauptet Ihre Regierung gegenüber dem
Europarat in Sachen CIA-Affäre, dass man Aktivitäten verfolgen
müsse, weil man sie verfolgen müsse, um sich nicht des
Verfassungsbruchs schuldig zu machen. Wie bitte, denken Sie, und
trauen Ihren Augen nicht: seit wann werden CIA-Aktivitäten
verfolgt? Sie ersuchen schriftlich um Stellungnahme und werden
wohl ewig auf Antwort warten müssen, die übliche Mauer eben.
Vorher, werte Frau Merkel, waren Sie sicher "anders", ehe Sie
ihre "Unschuld" und das Vertrauen in die Welt verloren hatten, so
wie beispielsweise Khaled El Masri einst nett und umgänglich war,
dies auch noch aufrechterhielt, so lange er konnte, und dann
ausflippte.

Sie konnten das Vertrauen in die Welt zwar teilweise
wiedergewinnen, aber es dauerte. Ihr neues Umfeld, teilweise
eingeweiht, ist irgendwann bei allem Úngewöhnlichen, das
passiert, skeptischer als Sie, was Sie als Zeichen nehmen, dass
Sie unterscheiden können. Sie werden, weil Sie das alles auch
finanziell viel kostete, an nichtverdientem Geld, an Jobs unter
Ihrer Qualifikation, an Zeiten der Arbeitslosigkeit, bis zum
Umfallen arbeiten müssen. Sie kennen weder Kranksein noch Urlaub
- weil der Staat Sie im Stich gelassen hat, der von Ihnen Steuern
will und dass Sie zu Wahlen gehen.  Ihre Erfahrungen lassen Sie
nie wieder so unbeschwert sein wie andere Menschen und entfernen
Sie auch innerlich von ihnen. Oft erscheint Ihnen banal, worüber
andere reden, auch weil Sie ihnen das namenlose Entsetzen niemals
vermitteln können, dass Sie so gut kennen, den harten Prozess,
entweder zu lernen, möglichst souverän auch die übelsten Intrigen
und Anwürfe auf die Urheber zurückfallen zu lassen oder
unterzugehen. Vergewaltigungsopfer kommen besonders schwer
darüber hinweg, sagen Beraterinnen bei Notrufen, wenn es sog.
Date Rape war, denn das sehen viele Angehörige immer noch so, als
hätte das Opfer dazu einen Beitrag geleistet und es sei halt mehr
Sex geworden als es wollte.

Die Beraterinnen sind da oft die einzigen, die den Opfern die
Realität wiederherstellen helfen, nämlich dass Vergewaltigung
Vergewaltigung ist, auch wenn man den Täter kennt. Opfer der CIA,
werte Frau Merkel, haben niemanden, der ihnen die Realität
wiederherstellt, dass Gesetze Gesetze sind und Menschenrechte
Menschenrechte und dass Gesetze und Menschenrechte für alle
gelten und dass kein fremder Staat eine Treibjagd auf
BewohnerInnen eines Landes eröffnen kann und alle sehen weg. Wenn
für Sie bereits das Nachvollziehen der Schilderungen beklemmend
ist, dann stellen Sie sich doch ansatzweise vor, wie es ist,
vollkommen in der Hand der CIA zu sein, verschleppt, ihr
monatelang ausgeliefert, ohne Wissen, ob Sie jemals wieder lebend
herauskommen. Und dann sind Sie wieder frei und müssen bitter
erkennen, dass ihr Staat mauert statt zu bedauern, dass Ihr
Schicksal jenen herzlich gleichgültig ist, die Ihre Verschleppung
hätten verhindern müssen.

Sie wählen dann den Weg von Herrn El Masri und machen ihr Leid
öffentlich, Sie versuchen, das Schweigen und Mauern zu brechen,
Sie gehen sogar mit der American Civil Liberties Union vor ein
amerikanisches Gericht, das Sie jedoch sofort abblitzen lässt, da
es sich bei der CIA und ihrem Agieren um "Staatsgeheimnisse"
handle. Somit befindet sich die CIA außerhalb der Legalität, da
jedes Organ des Staates, jede Behörde, die Verwaltung den
Gesetzen unterworfen sein muss. Sie stellen fest, dass
unbewiesene Behauptungen dieser illegalen Organisation, für die
ihre Quellen stets "Staatsgeheimnis" sind, dazu herangezogen
werden, Menschen Ihres Glaubens in eine kriminelle Ecke zu
rücken. Der Staat setzt dem nichts entgegen, da er der Ansicht
ist, dass Christen ja erwiesenermaßen zu Terrorismus neigen.
Religionsfreiheit und Antidiskriminierung? Pustekuchen - wie das
Recht auf fair trial in der Menschenrechtskonvention (in der nun
mal nicht steht "Verschleppungen und Folter sind zulässig, wenn
sie durch die CIA erfolgen").

Ihr Staat hebelt den Rechtsstaat aus, indem er Beschuldigungen
gegen Menschen nicht untersuchen lässt, sodass sie eventuell in
einem fair trial vor Gericht kommen, sondern Entführungen duldet
und im Fall von 14 europäischen Ländern dazu Beihilfe leistet.
Sie wehren sich stellvertretend für andere, wissen, dass die
meisten nicht die Kraft haben, noch aufzustehen, dass viele daran
für immer zerbrechen. Sie werden in Medien teils mit Verständnis
behandelt, teils wegen Ihres Glaubens als anrüchig und suspekt
hingestellt. Sie können nicht mehr und "drehen durch", da für
Ihren Staat kein Unrecht geschehen ist, auch wenn kein
Regierungsmitglied bislang selbst ausprobiert hat, wie es ist,
entführt und gefoltert zu werden. Traumatherapeuten können "die
Welt" nur begrenzt wiederherstellen, wenn sie unverändert
gespalten bleibt, eine Verfassung und daneben eine dieser
widersprechende Realverfassung hat. Nun, Frau Bundeskanzlerin,
wollen Sie sich bei Khaled El Masri und Murat Kurnaz
entschuldigen und ihnen helfen und auf internationaler Ebene für
den Kampf der demokratischen Regierungen gegen CIA-Übergriffe in
ihren Ländern eintreten?

Mit freundlichen Grüssen
Alexandra Bader

PS: Kurz gesagt ist das Dulden dieser Zustände eine Auflösung des
Rechtsstaates und des Staates überhaupt, weil nicht nur
Übergriffe einer fremden Macht gebilligt werden, sondern diese
wiederum nicht einmal den Gesetzen des fremden Landes unterworfen
sind. Dies war auch vor 9/11 gegeben, doch mit systematischer
Entführung, Haft und Folter ist eine neue "Qualität" erreicht,
sodass man sich fragt, was noch alles kommt. Der deutsche (Noch-)
Innenminister Wolfgang Schäuble meint jedenfalls, dass von
Amerikanern begangene Straftraten von Amerikanern selbst (nicht)
verfolgt werden sollen. Kritik am US-Menschernraub in Europa
wurde von ihm bisher nicht vernommen.

Die CIA entscheidet, ob Menschen, die in europäischen Ländern leben,
folgende Grundrechte haben oder nicht:
* freie Wahl ihrer persönlichen Beziehungen (oder nicht)
* freie Wahl des Aufhaltsortes (oder nicht)
* freie Meinungsäußerung (oder nicht)
* Achtung der Privat- und Intimsphäre (oder nicht)
* freie Wahl des Berufes (oder nicht)
* Versammlungsfreiheit / politische Betätigung (oder nicht)
* passives Wahlrecht (oder nicht)
* Briefgeheimnis, Telefonieren ohne Abhören (oder nicht)
* fair trial (oder nicht)

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13 PA: Yeziden-Vertreter befürchtet bis zu 600 Tote nach Anschlägen im Nordirak
WADI Austria <wadi.wien at gmx.at>
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Yeziden-Vertreter
befürchtet bis zu 600 Tote nach Anschlägen im Nordirak 
Hilfsorganistion WADI Österreich fordert
effektiven Schutz von Minderheiten
Beim schwersten Anschlag dieses Jahres wurden gestern Abend
mindestens 200 - Yeziden-Vertreter sprechen von bis zu 600 - 
Angehörige der religiösen Minderheit der Yezidi im Irak ermordet.

Nachdem die beiden Gemeinden Tal Asir (arabisch: Kataniya) und
Siba (arabisch: Al-Gazira) seit Wochen von jeder
Lebensmittellieferung abgeschnitten waren, fuhren gestern um
19.00h Ortszeit vier LKWs vor. Die Bevölkerung, die glaubte, dass
es sich dabei um Lebensmittellieferungen handeln würde, rannte
auf die LKWs zu, die in diesem Moment gesprengt wurden.

Autos mit mitgeführten Raketenwerfern beschossen daraufhin die
Dörfer. Die großteils aus Lehm gebauten Häuser boten keinerlei
Schutz für die flüchtende Bevölkerung. Insgesamt wurden in beiden
Gemeinden 150 Häuser durch die Explosionen und die
Raketenangriffe zerstört.

Mirza Dinnayi, ehemaliger Minderheitenberater des irakischen
Staatspräsidenten Talabani und Koordinator der "Yezidi Democratic
Community" in Deutschland, vermutet noch weit mehr Tote als die
bisher gemeldeten 200 Toten: "Ich telefoniere seit gestern
ständig mit unseren Freunden im Irak. Alle Informationen, die ich
direkt von dort habe deuten darauf hin, dass es zwischen 300 und
600 Tote sind."

Verschärft wird die Lage noch durch mangelnde Kapazitäten im
Krankenhaus der Regionalhauptstadt Sinjar, das lediglich über
Kapazitäten für 30 bis 40 Betten verfügt.

Etwa ein Prozent der irakischen Gesamtbevölkerung gehört den
Yezidi an. Die Religionsgemeinschaft, die im Gegensatz zu
Christen- und Judentum von Muslimen nicht als Buchreligion
betrachtet wird (und damit nicht dem islamischen Schutzgebot
untersteht) wurde in den letzten Jahren immer wieder zum
Angriffsziel radikaler Islamisten, die sie als "Teufelsanbeter"
denunzierten.

Die meisten Yezidi leben in der zentralirakischen Provinz Ninive
sowie in der kurdisch verwalteten Provinz Dohuk. Das Gebiet um
Sinjar, nahe der syrischen Grenze, zählt traditionell zu einem
der wichtigsten Siedlungsgebiete der Yezidi. Eine
Arabisierungkampagne des Bath-Regimes unter Saddam Hussein, zwang
jedoch die Mehrheit der dort lebenden Yezidi, ihre traditionellen
Bergdörfer zu verlassen und sich in staatlich kontrollierten
"Kollektivstädten" anzusiedeln. Auch die beiden nun angegriffenen
Gemeinden gingen aus solchen Zwangsansiedlungen hervor.

Ethnische und religiöse Minderheiten, die über kein von ihnen
kontrolliertes Territorium verfügen, wurden in den letzten zwei
Jahren generell vermehrt zum Ziel von Anschlägen und Angriffen.
Die in London ansässigen Menschenrechtsgruppe "Minority Rights
Group International" hatte bereits im Februar erklärt, dass
einige Gemeinschaften, die seit 2000 Jahren im Irak lebten, jetzt
vor der Vernichtung stünden.

Auch Mirza Dinnayi, als ehemaliger Minderheitenberater Talabanis
ein ausgezeichneter Kenner der Lage vor Ort, kritisiert den
mangelnden Schutz der Minderheiten: "Es gibt keinen Schutz für
die kleinen Minderheiten. Wir haben seit Monaten an die
kurdischen und irakischen Behörden appelliert jetzt vor dem
Kirkuk-Referendum den Schutz für die Minderheiten zu erhöhen.
Leider ist bislang nichts in diese Richtung geschehen."

Entsetzt ist Dinnayi auch über die Kommentare, die er auf manchen
arabischen Websites zum gestrigen Anschlag lesen kann. "Auf der
Website der Fernsehstation al-Arabiya bejubeln ein Viertel der
Kommentare im Online-Forum den gestrigen Anschlag. Hier wird
offen gesagt, dass die 'Teufelsanbeter' weg sollen und niemand
von der Redaktion löscht diese Einträge."

Der Hass auf Yezidi sei unter militanten Islamisten im Irak so
weit verbreitet, dass es ständig zu Morden komme. Erst vor fünf
Tagen wurden in al-Rashad, in der Nähe von Kirkuk, zwei junge
Yezidi auf offener Straße zu Tode gesteinigt. Die irakischen
Sicherheitskräfte hatten es nicht gewagt dagegen einzugreifen.
Selbst die Leichen der Ermordeten wurden bis vorgestern nicht zur
Bestattung abtransportiert.

Die Kritik yezidischer Vertreter am mangelnden Schutz ihrer
Angehörigen im Irak wird auch von Christen, Mandäern und Shabak,
die ebenfalls ständig Opfer ethnisierter Gewalt werden, geteilt.

Der Wiener Politikwissenschafter und Obmann der im Irak tätigen
österreichischen Hilfsorganisation WADI, Thomas Schmidinger,
sieht die Minderheiten besonders von der gegenwärtigen Gewalt
betroffen: "Die Ethnisierung der Gewalt im Irak trifft die
kleinen Minderheiten, die ihren Schutz nicht selbst durch
bewaffnete Kräfte organisieren können, in besonderem Maße. Je
länger diese Form der Gewalt anhält, desto schwieriger wird es
für die Minderheiten im Irak zu überleben."

Dabei hält Mirza Dinnayi den Schutz der Yezidi nicht für ein Ding
der Unmöglichkeit: "Insbesondere in der Sinjar-Region wäre das
kein Problem. Hier sind 90% der Bevölkerung Yezidi. Wäre der
politische Wille vorhanden, könnten sie militärisch geschützt
werden." Der Koordinator der "Yezidi Democratic Community" in
Deutschland fordert deshalb explizit einen UNO-Einsatz zum
Schutze der Minderheiten im Irak. Europäische Truppen unter UNO-
Mandat sollten, so Mirza Dinnayi, die Minderheiten in ihren
Gebieten schützen.

Mary Kreutzer, Projektkoordinatorin der im Irak tätigen
Hilfsorganisation WADI, schließt sich diesen Forderungen an: "Ein
effektiver Schutz der Minderheiten ist derzeit nur durch solch
einen internationalen militärischen Schutz möglich. Wichtig ist
dabei aber auch, dass Europa endlich die Tore für irakische
Flüchtlinge, die zu Hunderttausenden in Syrien und Jordanien
ausharren öffnet. Diese beiden Länder sind mit den Flüchtlingen
überfordert. Europa hat deshalb seine historische Verantwortung
für den Irak wahrzunehmen."

Link: www.wadinet.at
Kontakt:
Mary
Kreutzer, Thomas Schmidinger: 069911365509 (WADI Österreich)
--
WADI - Verband für Krisenhilfe und solidarische
Entwicklungszusammenarbeit

WADI-Österreich

e-mail: wadi.wien at gmx.at
website: www.wadinet.at
Tel.: 0699-11365509

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A-1181 Wien

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Wir bitten um Unterzeichnung des Appells an die Österreichische
Regierung bezüglich der Aufnahme irakischer Flüchtlinge in der
EU:
http://www.wadinet.at/Media/Petition/index.php



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14 Interessante artikel bei uns
Alexandra Bader <alexandra at ceiberweiber.at>
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Liebe LeserInnen,

wieder eine Menge an neuen Artikeln, die frau sonst kaum wo findet (naja,
zumindest vieles davon :-)

Wie feministisch ist Alice Schwarzer? Fragen wir uns angesichts der Art und
Weise, wie sie Petra Kelly (1947 -1992) in einem Buch als schwache,
abhängige, psychisch gestörte Frau darstellte:

http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=601

Immer wieder sind bestimmte Menschen dauernd in den Medien, bei denen
überschaubar ist, was sie zu sagen haben. Ihnen wird der Hype dann zum
Verhängnis, weil sie nicht damit umgehen können:

http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=602

Warum die Basis für die CIA-Folterflüge nicht die Existenz von Muslims in
Europa ist, sondern das Negieren von Verpflichtungen der europäischen
Regierungen hinsichtlich ihrer Verfassungen und der Menschenrechte:

http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=603

Dazu auch ein offener Brief an Angela Merkel, die riskiert, dass ein
deutsches Folteropfer vor die Hunde geht:

http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=604

Wenns nach dem "Kurier" geht, ist es bei über 50jährigen erstaunlich, wenn
sie mit Internet und Handy umgehen können:

http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=605

Wenns nach Uschi Fellner ging, sollte "Österreich" sich an die politisch
interessierte Frau richten - stattdessen wird uns nun verkauft, dass Frauen
sich berechnend an ältere Typen mit Kohle ranschmeissen sollen und an den
Herd gehören:

http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=606

Neues im Blog:

12.8. "Die weite Welt nach Ion Holender und Georg Hoffmann-Ostenhof" (und
warum internationale Politik so beurteilt wird, wie sie es tun)

11.8. "Europa bezahlt für Amerika" (Hypothekenkrise, warum kaum über das
EU-Parlament berichtet wird)

10.8. "Angela Merkel und die CIA-Folterflüge" (die verfassungsrechtliche
Dimension)

9.8. "Prima Klima für Andreas Wabl" (Wie ist Gusenbauers Klimabeauftragter
zu beurteilen?)

8.8. "Wie feministisch ist Alice Schwarzer?" (Sie wirbt für die Bildzeitung;
wir sehen uns auch an, was Jutta Ditfurth macht)

alles unter http://alexdailynotes.blogspot.com/

Herzliche Grüsse

Alexandra Bader

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15 Papstbesuch, Reader Religionskritik
Café Critique <cafe.critique at gmx.net>
==================================================
Ein kleiner Hinweis aus Anlaß des bevorstehenden Papstbesuches:

Bei der STV Politikwissenschaft kann gegen einen
Selbstkostenpreis ein Reader mit Texten zur Religionskritik
bezogen werden. Während die Linke wohl auch den Papstbesuch zum
Anlaß nehmen wird, sich in abstrakter Gegnerschaft zu gefallen,
bei der jede Differenz zwischen den Religionen in einer allgemein
gehaltenen Religionskritik verschwindet, versuchen die Café
Critique-Autoren verfassten Texte des Readers gerade diese
Differenz herauszuarbeiten: insbesondere das unterschiedliche
Verhältnis der Religionen zur Aufklärung und zur
materialistischen Kritik.

Inhalt:

Religions- und Ideologiekritik. Einführende Gedanken zur Kritik von
Glauben und fetischistischem Bewusstsein
(Stephan Grigat)

Die Religion als "universelle Zwangsneurose". Vergeistigung im
Judentum - Regression in Christentum und Islam
(Gerhard Scheit)

Die "Knechtschaft aus Überzeugung". Zur protestantischen
Modernisierung des Katholizismus
(Florian Ruttner)

Der Islam als politische Religion - Unterwerfung als Programm?
(Florian Markl)

erhältlich bei:
Studienvertretung Politikwissenschaft
Kommunikationszentrum (KOZ), NIG, Universitätsstr. 7, 1010 Wien, 2.
Stock, Zimmer 221
Tel: 4277/47709
Mail: stv.powi at oeh.univie.ac.at
http://www.univie.ac.at/politikwissenschaft/strv/

____________________

Kundgebung
Keine Geschäfte mit den iranischen Mullahs!
Gegen das Atomprogramm des Iran und seine österreichischen und
europäischen Förderer!
Es geht um Israel - und um den Restbestand politischer Vernunft!

Sonntag, 30. September  2007       18 Uhr Stephansplatz in Wien

Veranstaltet von Café Critique und der Israelitischen Kultusgemeinde

mit Beiträgen von Café Critique, Beate Klarsfeld (Söhne und Töchter
der jüdischen Deportierten Frankreichs), Matthias Küntzel (Scholars
for Peace in the Middle East), Kazem Moussavi (Green Party of Iran),
Ariel Muzicant (Israelitische Kultusgemeinde), Robert Schindel,
Wahied Wahdat-Hagh (European Foundation for Democracy) u. a.

Unterstützt von (Stand 16. 8. 2007, weitere Unterstützer melden sich
bitte unter cafe.critique at gmx.net):

Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich, Anthropoid Innsbruck,
Anti-Defamation Forum, Antifa ON, Arbeitskreis Antisemitismus
München, Bund sozialdemokratischer Juden/Avoda, David/Jüdische
Kulturzeitschrift, Friends of Israel Linz, Hagalil.com, Illustrierte
Neue Welt, Misrachi, Österreichischer Gedenkdienst, Prozionistische
Linke Frankfurt, Redaktion Bahamas, Scholars for Peace in the Middle
East/Austria, Studienvertretung Politikwissenschaft/Universität Wien,
Wadi e. V. Frankfurt, Weblog Lizas Welt, www.juedische.at,
Zionistische Föderation in Österreich, Zwi Perez Chajes Loge der
B'nai B'rith, Sharon Adler (AVIVA-Berlin), Cordula Behrens, Daniela
Ebner, Gudrun Flügge, Heimo Gruber (Österreichisch-Israelische
Gesellschaft), Philipp Heimberger (Diskussionsforum Liberal in
Österreich), Siegward Kunath (ehm. Ephorus an der Kirchlichen
Hochschule Wuppertal), Wolfgang Neugebauer, Gerhard Oberschlick,
Klaus Thörner, Philippe Witzmann (Hedonistische Mitte - Brigade
Mondän Berlin)

____________

Die islamische Republik Iran - Analyse einer Diktatur
Symposium

29./30. September 2007
Campus der Universität Wien, Altes AKH
Samstag: Hörsaal D, Hof 10,13
Sonntag: Hörsaal C1, Hof 2
(Alserstraße/Spitalgasse, Straßenbahn 5, 33, 43, 44)

Veranstaltet von Café Critique und Scholars for Peace in the Middle
East/Austria
(Bitte planen Sie Zeit für eventuelle Einlasskontrollen ein.)

http://www.cafecritique.priv.at






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C) EDITORIAL
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Für den Inhalt verantwortlich: Ihr. 

E-Mail-Adresse für Beiträge: widerstand at no-racism.net geschickt.

widerst at nd MUND und alle Termine täglich aktualisiert im Web:
http://www.no-racism.net/MUND

Ziel von MUND (medienunabhängiger Nachrichtendienst) ist die
unzensurierte und möglichst rasche Information über gesellschafts-
politisch relevante Termine. Hinweise und Diskussionsbeiträge zu
Widerstand und Antirassismus sowie verwandte Themen
sollen einen Titel, Namen und Emailadresse der/des AutorIn
enthalten und möglichst kurz und prägnant gehalten sein, ev. mit
Hinweis,  wo weitere Informationen eingeholt werden können.
Bitte keine Attachments!

Die inhaltliche und sachliche Verantwortung liegt bei der/dem
jeweiligen AutorIn bzw. jenen, die uns die Beiträge schicken.

Der MUND wird von einzelnen TagesredakteurInnen zusammengestellt.
Da Fehler nicht ausgeschlossen sind, bitten wir, nicht veröffentlichte
Beiträge nochmals an widerstand at no-racism.net zu senden.

Die Weiterleitung (auch auszugsweise) ist erwünscht.

Beiträge mit rassistischen oder sexistischen Inhalten werden nicht
veröffentlicht. Sehr persönliche Meldungen werden wir an den
betreffenden Adressaten weiterleiten, aber nicht im MUND
veröffentlichen.

Die bisherigen Ausgaben sind unter http://www.no-racism.net/MUND
archiviert.

Terminankündigungen bitte nach folgender Vorlage:
* Wann: Sonntag, 11.11.2001, 11:11 Uhr *
* Was: Maskenball: Motto "Schwarzblau ist die Haselnuss" *
* Wo: Villa Morgenrot, Grüner Anger 42, 2001 Wendendorf *
* Kommentar: Anreise per Anhalter. Maskenzwang. Ende nie.
Aber kurz und prägnant.*

Die Rubrik "Redaktionelles" am Ende der Ausgabe ist u.a. eine
Konsequenz aus der Notwendigkeit, sexistische, antisemitische und
rassistische Beiträge nicht zu veröffentlichen, ohne jedoch
stillschweigend Zensur zu üben.
Hier wird - in anonymisierter Form - auf angehaltene Beiträge
hingewiesen und eine kurze Begründung der Tagesredaktion für die
Nichtaufnahme geliefert.
(Weitere Gründe einen Beitrag nicht aufzunehmen sind
z.B.: Attachments, kein erkennbarer Bezug zu den breit gestreuten
Themen des MUND, Werbesendungen, sinnlose Kettenbriefe.)
Die AbsenderInnen der betroffenen Beiträge werden hiervon informiert.

Im Sinne einer "gläsernen Zensur" könnt ihr Euch die Beiträge gerne
extra schicken lassen:
Ein kurzes Mail an widerstand at no-racism.net genügt.

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D) VERTEILERLISTE
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Zur Eintragung in diesen Verteiler bitte direkt subskribieren unter
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Zur Austragung aus dieser Liste bitte an <admin at no-racism.net
ein mail mit dem Text
unsubscribe no-racism
Bitte wegen Automatisierung diesen Wortlaut verwenden!

REDAKTIONELLES:

Diese Ausgabe hat Albert Brandl <albert.brandl at chello.at> aus Einsendungen an 
<widerstand at no-racism.net> zusammengestellt.
Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen)

Für diese Ausgabe nicht aufgenommen:
    eine veraltete Terminankündigung
    ein m.E. nicht widerstandsrelevanter Beitrag

Redaktionsschluss für diese Ausgabe: 20:00 Uhr

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