widerst at nd MUND: Donnerstag, 11. Oktober 2007
MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
analle at no-racism.net
Do Okt 11 08:41:30 CEST 2007
widerst at nd MUND: medienunabhängiger Nachrichtendienst
www.no-racism.net/mund
MedieninhaberInnen seid Ihr!
Donnerstag, 11. Oktober 2007
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SONDERAUSGABE
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Es hat net sollen sein...
von "Einige Verhandlerinnen"
by the way of Angela Mores <amorez-at-gmx.net>
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Es hat net sollen sein....
Im Rahmen des Demoaufrufes der Grünen zum Thema
“Schluss mit der Unmenschlichkeit"
gab es seitens der OrganisatorInnen eine
Einladung zu einem Redebeitrag an die ÖH. Die ÖH
(ist in das Antifa-Bündnis involviert und) wollte
die Redezeit in Anspruch nehmen. Doch -
Überraschung - vor Ort wurde informiert, dass
keine Redezeit zur Verfügung steht! Denn die
Grünen hatten, wie immer, bereits genug in der
Öffentlichkeit sehr bekannte Leute für ihre Bühne
vorrätig. Mehrmalige Interventionen, die Redezeit
zur Verfügung zu stellen, wurden kategorisch
abgelehnt und die Verhandlerinnen abgeschaßelt.
Auch als eine Rednerin ausgefallen war, und also
diese frei gewordene Zeit locker ausgereicht
hätte, blieb jener Organisator hart.
Unter anderem wurden wir darauf hingewiesen, dass
auch Genner von Asyl in Not nicht auf die Bühne
dürfe, weil er zu “radikal" sei und vielleicht
dem/der einen oder anderen prominenten Redner
oder Rednerin die Lust auf die Bühne vertreiben
hätte können....
Wir finden diese platten Ausgrenzungen durch
grüne Macher und beispielsweise auch das bereits
institutionalisierte Promigetue statt Basisarbeit
zum Kotzen, genauso wie die Vorführung von Opfern
rassistischer Politik in eventartigen
Protestveranstaltungen. Zwischen notwendiger
Öffentlichkeitsarbeit und beinhartem politischem
Kalkül besteht nämlich ein eklatanter Unterschied.
Solidarische und feministische Grüße
Einige “Verhandlerinnen"
Der Redebeitrag des Antifa-Bündnisses
Im Rahmen des Antifa-Bündnisses möchten wir zu
allererst von ganzem Herzen eine solidarische
Grußbotschaft an Zafete, Hadschi, Deniz Zeqaj
und Arigona Zogaj, aber auch an alle die andren
Illegalisierten und Untergetauchten, denen
Selbiges gerade widerfährt , und von denen wir
gar nichts wissen, schicken! Mut, Kraft und Glück
und viel Unterstützung wünschen wir Euch allen,
bei dem was ihr jetzt durchsteht.
Gerade wird wieder ein “Fall" bekannt. Eine
30jährige Frau in Salzburg: sie lebte bei den
Schwiegereltern, ist aus dem Kosova und ist nach
der Trennung vom Mann akut von Abschiebung
bedroht; sie hat im Frauenhaus Zuflucht. Auch in
ihrem Fall gibt es die Forderung nach
“humanitärem Aufenthaltstitel" als einzigem
Ausweg, um nicht abgeschoben zu werden.
Hier einige Worte zum Thema “Integration": Die
Asylverfahren laufen seit Jahren, die Betroffenen
hatten das Glück, überhaupt zu einer
Rechts-Beratung zu kommen. Derzeit gibt es
angeblich knapp 17.000 Personen, die seit mehr
als drei Jahren ein Asylverfahren laufen haben.
Die Bestrebungen der Behörden, aber auch der
PolitikerInnen sind u.a. gerade diese Beratung
und Rechtshilfe möglichst zu unterbinden, um es
nicht zu so langen Verfahren kommen zu lassen
(abgesehen davon, dass Mensch sich die Kosten für
die Anwältin/den Anwalt erst einmal leisten
können muss, denn die Verfahren sind teuer).
Entrechtung ist hier die “Abhilfe" die sich diese
Schreibtischtäter mit Zustimmung der
Mehrheitsbevölkerung vorstellen!
Kriminalisierung!
Und Kriminalisierungsversuche gegen AnwältInnen
und FlüchtlingsbetreuerInnen. Isolierung der
Flüchtlinge in der sofort verhängten Schubhaft
und keine rechtliche Betreuung ermöglichen, oder
zumindest sehr schwer, das ist die tagtägliche
Praxis. Und insoferne ist es wahrlich eine
“integrative Meisterleistung", überhaupt so lange
in Österreich in Armut und weitgehender
Entrechtung zu sein und durchzuhalten.
Auch den “unbekannten HelferInnen", die von
Platter eine Anzeige wegen “Beihilfe zum
unbefugten Aufenthalt" angedroht bekamen, möchten
wir hier unsere Solidarität zum Ausdruck bringen!
Ihr seid mutig und klug!
Sie sind es ja, die Platter so platt machen,
ihnen gilt in Wahrheit die Aussage mit der
“Erpressung".
Und bei dieser Gelegenheit möchten wir allen
Anwesenden nahelegen, dass es nicht nur gilt zu
fordern, sondern dass wir alle gemeinsam diverse
Forderungen auch durchsetzen müssen!
UND WIEDER EIN “FALL", der soeben in den Medien auftaucht:
Wir lesen da in den Medien: Steyr: Asylwerber
rammte sich Messer in den Bauch. Zitat dieses
Mannes: “Hier haben Hunde ein besseres Leben als
Menschen aus Afrika" - das ist traurig - aber er
weiß vermutlich ganz genau, wovon er spricht.
Er hatte nach Erhalt eines negativen Bescheides
durch Flugblätterverteilen auf seine Situation
aufmerksam machen wollen und seine Absicht, sich
vor einer Abschiebung lieber umzubringen,
mitgeteilt.
Dies sind die Ergebnisse einer Rasterfahndung im
Auftrag von Platter - und seine
willfährigen Beamten erfüllen seine platte Gangart nur zu gerne.
Nach und nach werden “Härtefälle" bekannt! Immer mehr. Dramatische Schicksale.
Und wir sehen eine Bevölkerung, die klar vor
Augen hat, wie mit Menschen aus anderen Ländern,
die nun seit geraumer Zeit mitten unter ihnen
leben, plötzlich umgegangen wird. Das schmerzt.
Wahrlich.
Das regt Gefühle der Empörung.
Zumal in den Medien immer und immer wieder von
“langjährig Integrierten" und hier fast
ausschließlich von “Familien" die Rede ist. Quer
durch die Lager - bishin zu Haider - es geht um
zerrissene “Familien" und das Familienbild in
dieser Gesellschaft!
WAS IST INTEGRATION?
Am Beispiel des GRÜNEN BLEIBERECHTSANTRAGES
aufgrund von “sehr guter, langjähriger
Integration" - und “im Klartext: Wenn nicht
gravierende Interessen der öffentlichen
Sicherheit dem entgegen stehen", Zitat Wien
direkt 3/2007):
WAS IST INTEGRATION und WER BESTIMMT, WER
INTEGRIERT IST, UND WAS BEDEUTET DIESE
UNVERMEIDLICHE BEDINGUNG der “INTEGRATION"?
Wie gut z.B. wäre eine schwarze Frau, ohne
Familienanhang oder auch mit, “integriert", wenn
sie doch keine andre Wahl hätte, als jene: als
Prostituierte zu arbeiten. Weil das tatsächlich
eine “legale" Möglichkeit für asylsuchende Frauen
IST, um zu Geld zum Leben zu kommen. Hier in
Österreich ist das so. Würden wir hier alle auch
von “gut integriert" sprechen? Was sagt ihr?
Und doch ist es tagtägliche Realität von Frauen,
die um Asyl angesucht haben, diesen “Job" zu tun,
um zu überleben.
Wer oder was bestimmt also, was “langjährig gut integriert" bedeutet?
Die Fremdenpolizei? Der Minister, seine Beamten?
Der Nachbar etwa, oder der Bürgermeister? Das
Jugendamt, die Schule, der Kindergarten?
Hallo!
Würde das irgendjemand von Euch wollen, würde sie
oder er so durchleuchtet und beurteilt?
Nein?
Eben!
Was bedeutet also dann diese konsensuale
Forderung nach einem “Bleiberecht für
"langjährig, gut integrierte Familien"? Welche
Konsequenzen hat diese Forderung?
“Wir brauchen eine Amnestie" sagt Gusenbauer, der
Kanzler, der seine Wahlversprechen nicht
eingehalten hat, im Falter.
Während es doch eigentlich für alle menschlichen
Menschen eindeutig und selbstverständlich sein
sollte, dass “integrierte und langjährig hier -
soll ich sagen - vegetierende? Menschen mit nicht
EU-Pass hier bleiben DÜRFEN MÜSSEN!
Es geht um tausende Menschen, deren Akten bisher
nicht erledigt wurden. Dies vielleicht auch aus
dem Grund, weil sie das Glück hatten, Rechtshilfe
und Rechtsvertretung überhaupt erlangen zu
können! Mit diesen “Altlasten" soll jetzt
irgendwie verfahren werden...
Platter fühlt sich von einer 15jahre jungen Frau
erpresst? Wie platt muss einer sein, um zu
denken, dass eine 15jährige den “Staat erpressen"
kann. Dass Zagona den Staat eventuell
“terrorisiere" hat er noch nicht gesagt, der Herr
Platter, aber vielleicht kommt auch das noch.
Würde doch in die Strategien der Rechten und
Konservativen passen.
Die Sippenhaftung, die im Rahmen des
Abtransportes der negativ Beschiedenen an den Tag
tritt - sie trifft vor allem Frauen und Kinder!
Lässt er (der Familienvater z.B.) sich etwas
Gesetzeswidriges zu Schulden kommen, gehen sehr
häufig Frau und Kinder mit ex- und hopp! Auch im
Falle von Trennungen und Scheidungen, auch in
Fällen, wo der Mann gewalttätig ist gegen Frau
und Kinder, geht sie mit ziemlicher
Wahrscheinlichkeit über die Grenze zurück
irgendwohin.
Baba, und foi net!
Wieso eigentlich? Sehen wir nicht die
Ungeheuerlichkeit solcher Regelungen, wo Frauen
und Kinder Gewalt ausgeliefert sind und sich dann
nicht aus dieser Gewalt befreien “dürfen", um
nicht hinausgeschmissen zu werden? Hier KANN
dann gnädigerweise und total bürokratisch ein
sogenanntes “humanitäres Visum" und dergleichen
erwirkt werden? Und jene Frauen, die mit
Österreichern verheiratet sind und keine eigene
Existenzberechtigung haben, durch das
Fremdengesetz? Bei Scheidung droht hier dasselbe!
Abschiebung, kein Aufenthaltsrecht. Frauen als
willfährige Opfer einer patriarchalen
Gesellschaftsordnung und -logik!
WO SIND DIE FRAUEN?
Es kommen doch zunehmend durch die
Gesetzesverschärfungen, Schengen und das
Dublin-Abkommen nur mehr wenige, einzelne Männer
zu uns über die Grenzen. Frauen mit Kindern
schaffen dies nur ganz schwer.
Dabei sollte aber bekannt sein, dass der
überwiegende Anteil an Flüchtlingen weltweit
FRAUEN UND KINDER SIND!
Sie haben kaum eine Chance und auch nicht die
Ressourcen, überhaupt in diesen “Westen" zu
gelangen.
Hier bin ich wieder beim Motto dieser heutigen Demonstration:
“Human Ribbon, Schluss mit der Unmenschlichkeit",
und dem immer und immer wieder gebetsmühlenartig
angesprochenen Personenkreis in dieser Forderung,
nämlich die seit Jahren gut integrierten
“Familien". “Wir sind das menschliche
Österreich", lese ich hier auf der Einladung zur
Demo.
Klingt schön. Wirkt auch! Ist aber in Anbetracht
dessen, was seit den Verschärfungen der Gesetze
vor wenigen Jahren, auch in diesem Land los ist,
eine gefährliche politische Schiene.
Denn es ist aufgrund dieser gebetmühlenartig
wiederholten Forderung in Bezug auf einen klar
abgegrenzten Personenkreis anzunehmen, dass diese
zugegebenen - “Härten" - einer humanen Gnade von
uns menschlichen StaatsbürgerInnen mit weißer
Hautfarbe und EU-Pass zugeführt werden.
Und was kommt dann?
Sind dann die Luken dicht? Noch dichter?
Wie lautet dann die “menschliche" Parole?
Darüber denken wir nach, weil es UNS ALLE
BETRIFFT UND MIT UNS ALLEN ETWAS MACHT, NICHT NUR
MIT DEN “ANDEREN"!
Diese Kritik richtet sich gegen die derzeit
überall in der EU, bzw. weltweit herrschende
Politik, die in sich rassistisch,
nationalistisch, sexistisch und propagandistisch
ist und diese Zustände auch noch fest zementiert.
Das ist überlegenswert, wenn wir von
“Menschlichkeit" reden, die bis hierher und nicht
weiter geht!
“Integration", die in Wahrheit Assimilationszwang
bedeutet, ist keine Integration.
Die Spaltung in die “Guten" und die “nicht
Guten", also die nicht "Brauchbaren", die wir
dann in den privaten, gecharterten Flieger setzen
nach dem “Aus den Augen aus dem Sinn-Prinzip",
ist Selektion und impliziert Rassismus und Macht
der Stärkeren!
Wer eine bessere Welt will, wer sich eine
herrschaftsfreie, demokratische und menschliche
Gesellschaft vorstellen kann und darauf hin
arbeitet, muss sich all diesen Themen stellen.
Wie lautete doch unsere gemeinsame Kampfparole:
“Zwei Schritte vorwärts, ein Schritt zurück"!
Hier aber beobachten wir einen gesellschaftlichen
Trend, der nur mehr Schritte zurück setzt. Und
bald stehen wir alle an der Wand, wenn diesen
Fakten nicht auf den Grund gegangen wird.
RASSISMEN, NATIONALISMUS UND KAPITALISTISCHE VERWERTUNGSLOGIK:
Die Conclusio und damit die allererste Forderung
nach einer wesentlichen Verbesserung - gegen die
gesetzlich verankerte und gut in unsere
Gesellschaft integrierte kapitalistische
Verwertungslogik im Rahmen rassistischer,
sexistischer und patriarchaler Muster - ist doch
die oft wiederholte Forderung “Bleiberecht für
ALLE und AUF DAUER", findet ihr nicht?
Wir glauben, dass es sich lohnt, dafür zu
kämpfen, Viele dafür zu gewinnen und unsere
Forderungen durchzusetzen!
Ich danke für die Aufmerksamkeit und sag euch
noch zum Abschied: denkt doch bitte drüber nach,
fasst Euch ein Herz!
“Auf Widerstand"
Kommt zur großen Demo des Antifa-Bündnisses am 17. November 2007
Watch out for Flyers!
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